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100 Tage Bundespräsident – Glaubwürdigkeit
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Ein Bundespräsident soll ein wenig über den Dingen schweben. Überparteilich soll er sein, und da sein fürs ganze Volk. Daran ist auch die Erwartung geknüpft, dass er sich in Debatten nur grundsätzlich einmischt und nicht tagesaktuell Stellung bezieht. Es gab früh Zweifel, ob Wulff diesen Anforderungen gewachsen sein wird. Am Morgen der Wahl zum Bundespräsidenten war er noch Ministerpräsident von Niedersachsen und Führungsmitglied der CDU. Profiliert hat er sich bis dahin als Partei- und Machtpolitiker. Manchen erschien der Übergang vom Tagespolitiker in das höchste Staatsamt doch etwa zu abrupt.
Skeptiker hat er bestärkt, indem er öffentlich dem Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wegen der Toten bei der Love-Parade den Rücktritt nahelegte. Eine ähnliche Äußerung zum Skandalautor und früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin ist interpretiert worden als Aufforderung an den Vorstand der Bundesbank, das ungeliebte Mitglied herauszuwerfen. Das aber hätte dann Wulff absegnen müssen. Hinterher soll er geholfen haben, mit Sarrazin eine einvernehmliche Lösung zu finden. Alles im Grunde nicht Teil seiner Aufgaben als Staatsoberhaupt.
Bild: dapd7. Oktober 2010, 11:20 2010-10-07 11:20:39 © sueddeutsche.de/mcs
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