sueddeutsche.de: Worum geht es den Tätern?
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Tag der Pressefreiheit: Pakistanische Journalisten protestieren in Karachi gegen die Behinderung ihrer Arbeit (© Foto: dpa)
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Schäfter: Gewalt gegen Journalisten ist ein deutliches Signal, sich nicht mit bestimmten Themen zu befassen. Häufig geht es dabei um Menschenrechtsverletzungen, um Machtmissbrauch, um Korruption oder um organisierte Kriminalität. Pressefreiheit betrifft heute nicht mehr nur das Verhältnis Staat - Medien, sondern es sind auch kriminelle Banden, Guerilla-Gruppen und militante Gruppen, die Journalisten bedrohen.
sueddeutsche.de: Wie kann man Journalisten denn vor solchen nicht-staatlichen Akteuren schützen?
Schäfter: Man darf natürlich nicht aufgeben, den Staat in die Pflicht zu nehmen, für eine Justiz zu sorgen, die diesem Namen auch gerecht wird. Denn in 90 Prozent der Fälle werden die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen. Wir wenden uns aber auch direkt an diese Gruppen - das haben wir im Irak, in Kolumbien, in Sri Lanka, in Somalia, im Libanon und in den palästinensischen Autonomiegebieten getan. Wir sagen: Journalisten gehen einer Pflicht nach - und die ist nicht, sich auf eine Seite zu stellen, sondern über alle Seiten zu berichten.
sueddeutsche.de: Was bewegt Staaten dazu, freie Meinungsäußerung zuzulassen?
Schäfter: Wir denken, dass Pressefreiheit zur Stabilisierung und zum Frieden beiträgt. Und insofern ist es für die Stabilität eines Staates durchaus von Interesse, solche Menschenrechte zuzulassen, zu gewähren und zu schützen.
sueddeutsche.de: In Deutschland ist die Pressefreiheit im Grundgesetz verankert. Angesichts der BND-Abhöraktionen scheint das aber nicht auszureichen.
Schäfter: Pressefreiheit ist ein Recht, das erkämpft wurde. Aus der Machtperspektive gibt es immer Grund, Medien zu kontrollieren. Insofern müssen wir auch in Staaten, in denen dieses Recht gilt, immer wieder darauf achten, dass es auch gewährt und gewahrt bleibt. Dafür müssen wir auch in Deutschland mehr tun.
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(sueddeutsche.de/bgr)
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