Der chinesische Schriftsteller Liu Xiaobo, ein wichtiger Vertreter der Demokratiebewegung, ist inhaftiert worden. Die Festnahme stieß international auf schärfste Kritik.
Einer der wichtigsten Köpfe der chinesischen Demokratiebewegung, der Autor Liu Xiaobo, ist wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" inhaftiert worden. Die Festnahme des Vorsitzenden des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller ausgerechnet vor dem 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen an diesem Mittwoch stieß international auf scharfe Kritik. Hintergrund ist offenbar ein "Charta 2008" genannter Appell für Demokratie und Freiheit in China, den Liu Xiaobo und 300 andere Bürgerrechtler zum Jahrestag veröffentlicht hatten.
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Demonstranten, die vor dem chinesischen Außenministerium gegen Menschenrechtsverletzungen protestieren, werden von Polizisten weggebracht. (© Foto: AP)
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Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die jüngsten Verhaftungen von Bürgerrechtlern in China kritisiert. "Wir dürfen nicht schweigen, auch nicht gegenüber China, erst recht nicht heute", sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Mittwoch anlässlich einer Veranstaltung zum 60. Jahrestag der Menschenrechte in Berlin.
Steinmeier wies auf das Spannungsfeld für die Außenpolitik hin. Kritik bei Verstößen gegen Menschenrechte müssten auch gegenüber China und anderen wichtigen Wirtschaftspartnern wie Russland immer wieder laut und vernehmbar geäußert werden, sagte Steinmeier. Gleichzeitig dürfe aber der Dialog mit den Regierungen in diesen Ländern nicht abreißen. Sanktionen und Isolation führten in der Politik oft nicht sehr weit.
Zwei Tage nach seinem Verschwinden am späten Montagabend bestätigte ein befreundeter Anwalt der Deutschen Presse-Agentur dpa in Peking die Festnahme des 52-jährigen Liu Xiabo, der seit zwei Jahrzehnten zu den profiliertesten Kritikern der kommunistischen Führung zählt. Die Umstände der Inhaftierung am späten Montagabend, die Durchsuchung seiner Wohnung und die Beschlagnahme seiner Computer deuten darauf hin, dass der frühere Philosophie-Dozent und Literaturkritiker möglicherweise vor Gericht gestellt werden soll.
Die Polizei habe ein Dokument mit dem Vorwurf der "Untergrabung der Staatsgewalt" vorgelegt, berichtete die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe Human Rights in China (HRiC). Seit Anfang des Monats seien schon mehrere chinesische Dissidenten festgenommen worden, berichtete die Organisation Reporter ohne Grenzen, die sich für Presse- und Meinungsfreiheit einsetzt. Genannt wurden Zhang Zhuhua in Peking, der ebenfalls die "Charta 2008" mitorganisiert habe, sowie Chen Xi, Shen Youlin und Du Heping in der Provinz Guizhou, die Aktionen zum Menschenrechtstag geplant hätten.
Auch seien weitere Unterzeichner der "Charta 2008" verhört oder eingeschüchtert worden. Der Appell sieht sich bewusst in der Tradition der "Charta 77" genannten Petition vom Januar 1977 gegen Menschenrechtsverletzungen in der Tschechoslowakei und fordert ein Ende der Ein-Parteien-Herrschaft in China. "Man hätte gehofft, dass China am 60. Jahrestag der Menschenrechtserklärung einige Dissidenten wie Hu Jia freigelassen hätte, aber sie setzen im Gegenteil auf eine Welle der Festnahmen und Drohungen", kritisierte Reporter ohne Grenzen das jüngste Vorgehen. "Das ist erschreckend."
Das Vorgehen enthülle "die leere Rhetorik" der chinesischen Menschenrechtspolitik, fand auch HRiC. Möglicherweise habe in China mit Blick auf mehrere wichtige Jahrestage im neuen Jahr eine Welle der Unterdrückung missliebiger Stimmen begonnen. So jährt sich 2009 die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 zum 20. Mal. Auch gibt es den 50. Jahrestag der Flucht des Dalai Lama nach der Invasion der Volksbefreiungsarmee in Tibet. Im Oktober feiert China den 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik.
In der "Charta 2008" fordern 303 Intellektuelle, Anwälte, Journalisten, Autoren und Aktivisten freie Wahlen, Versammlungs- und Meinungsfreiheit, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und eine unabhängige Justiz. Der demokratische Wandel dürfe nicht aufgeschoben werden, forderten die Unterzeichner. Unter ihnen sind neben Liu Xiaobo auch die pensionierte Professorin Ding Zilin, die dem losen Netzwerk der Familien der Opfer des Massakers vom 4. Juni 1989 vorsteht, sowie der Rechtsaktivist Yao Lifa oder die Frau des inhaftierten Bürgerrechtlers Hu Jia, Zeng Jinyan.
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(sueddeutsche.de/dpa/jkr)
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So wird China kein Vertrauen stiften!
... und nicht in erst in 2 Wochen...
Die Sineser, wie sie in älterem Deutsch heissen, leben in einer so eigenen Welt, dass sich Vergleiche mit der unseren verbieten.
Der sogenannte Konfuzianismus beschreibt eigentlich auch nur eine Ordnung, die vor Kung Tze bereits 3-4000 Jahre lang gelebt wurde und durch ihn nur mal analysiert und beschrieben wurde.
Andere Bewegungen, wie Modismus, Taoismus, Buddhismus waren dort immer nur minderheitliche Bewegungen, die sich mit dem offiziellen chinesischen Kaiserreich mal mehr und mal weniger in den Haaren hatten.
Wir können auch heute nicht von einem Kommunistischen System reden, sondern es ist ein durch Versatzstücke des Marxismus und westlicher Marktwirtschaft upgedateter Konfuzianismus.
Soweit mal zu meinen Resultaten in meiner Eigenschaft als Hobbysinologe.
Dann: wer ist denn bitte der: "chinesische Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller" - hat der irgendwas mit dem Pen-Club zu tun?
Echt eine Sauerei von den Sinesern, diese Leute an dem Tag festzunehmen und nicht in erst 2 Wochen wo es keinen interessiert.
Statt Menschen zu verfolgen und zu unterdrücken sollte sich die chinesische Führung endlich mal an den Kampf gegen Hunger und Elend im eigenen Land und in der Welt machen. Es ist eine Schande, daß diese Betonköpfe ihre Verantwortung einfach abschütteln. Es fehlt ein chinesischer Gorbatschow.
Wer könnte denn mal ausrechnen wie viele Schäuble China klonen müsste um den deutschen Vorstellungen von Menschenrechten zu entsprechen.
Paging