SZ-Korrespondenten über US-Wahl Javier Cáceres und Cerstin Gammelin, Brüssel, über die EU-Institutionen

Süße Verköstigung auf einer Wahlparty in Brüssel

(Foto: AFP)

Javier Cáceres und Cerstin Gammelin, Brüssel, über die EU-Institutionen

Die Augen der Bewohner des Planeten EU-Institutionen waren am Mittwochvormittag noch seltsam klein. Und rotgeädert. Und wenn es ein Thema gab, das die Konversationen am frühen Morgen prägte, dann die Frage, ob, und wenn ja, wie viel man denn so geschlafen habe. Die Beteiligten der Wahlparty der drei US-Botschaften, die in den holzvertäfelten, ausnahmsweise Stars-and Stripes-verzierten Räumen des Brüsseler Rathauses am Grand Place stattfand, schliefen wenig bis gar nicht. Die Feier ging bis um 10 Uhr vormittags. Dem Vernehmen nach, wohlgemerkt.

Um diese Uhrzeit war das Rennen um den schnellsten Gratulanten aus dem Kreis der EU-Repräsentanten deutlich entschieden - zugunsten des Chefs des Europaparlaments, Martin Schulz. Er twitterte schon kurz nach sieben, dass sich das EU-Parlament darauf freue, mit Präsident Obama an der starken und umfassenden transatlantischen Zusammenarbeit weiterzubauen. Dann schob er noch ein lässiges "Congrats" hinterher.

Etwas kryptischer war der belgische EU-Ratspräsident Herman Von Rompuy, der im Zustand morgendlicher Schlaftrunkenheit offenbar nur flämisch kann: "Gelukkig met de herverkiezing van President Obama." Hernach tröpfelten auch die Botschaften der Kommission, der Nato und der Euro-Gruppe ein - herzliche Glückwünsche und vor allem die Bitte, doch mal wieder bei ihnen vorbei zu schauen. Denn das hat Obama schon seit einem Jahr nicht mehr gemacht.

Afghanischer Journalist auf der Wahlparty in der US-Botschaft in Kabul

(Foto: Getty Images)