Interview: S. Höll

Vizekanzler Steinmeier sagt, wie die SPD mit einem 40-Milliarden-Euro-Programm Jobs sichern will. Die Genossen möchten Abgaben senken.

SZ: Herr Steinmeier, was wünscht sich der Vizekanzler für das Jahr 2009?

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Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier wird die SPD in den Bundestagswahlkampf 2009 führen. (© Foto: AP)

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Steinmeier: Das Jahr beginnt mit zwei großen Herausforderungen: dem neuen Gewaltausbruch im Nahen Osten und der Finanz- und Wirtschaftskrise. Für den Nahen Osten wünsche ich mir so schnell wie möglich einen dauerhaften Waffenstillstand. Für Deutschland eine Bundesregierung, die die Kraft hat, das Land sicher durch eine schwere Krise in einen neuen Aufschwung zu führen.

SZ: Und Ihr persönlicher Wunsch?

Steinmeier: 2009 wird ein Jahr, bei dem ich alle Kräfte mobilisieren will und werde. Natürlich wünsche ich mir, dass die SPD aus der Bundestagswahl als stärkste Kraft hervorgeht und den Bundeskanzler stellen wird.

SZ: Was wünschen Sie Kanzlerin Angela Merkel?

Steinmeier: Der Bundeskanzlerin wünsche ich persönliches Wohlergehen. Die politische Konkurrenz wird sich im Wahljahr aber nicht vermeiden lassen.

SZ: Die SPD legt für das Koalitionstreffen am Montag einen Vorschlag für ein zweites Konjunkturpaket in Höhe von rund 40 Milliarden Euro vor. Sie fordern neben Infrastrukturmaßnahmen, Konsumanreizen, niedrigeren Sozialabgaben auch einen befristeten Aufschlag auf den Spitzensteuersatz. Warum?

Steinmeier: Herzstück unseres Konzepts ist der Deutschlandfonds, mit dem wir massive kommunale Investitionen ermöglichen. Uns geht es aber um weit mehr. Wer politisches Vertrauen schaffen will, der muss jetzt politische Führung zeigen und Mut für ein glaubwürdiges Gesamtkonzept haben. Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung aller in Deutschland. Wir müssen strategisch handeln, nicht kurzfristig taktieren. Die Menschen erwarten mehr von der Regierung als Steuer-Schaukämpfe.

SZ: Bislang war in der SPD von Steuererhöhungen aber nicht die Rede.

Steinmeier: Der Aufschlag auf den Spitzensteuersatz ist nur ein Nebenaspekt des Programms. Die Steuerfrage steht bei uns nicht im Vordergrund, wichtiger ist uns die Senkung der Sozialabgaben.

Lesen Sie auf der kommenden Seite, wieso die SPD den Spitzensteuersatz für eine begrenzte Zeit anheben will.

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