Vaclav Havel ist über die russische Politik besorgt. Russland entwickle sich zum autoritären System, das raffiniertere Methoden anwende als im Kommunismus. Havel sprach sich für ein amerikanisches Raketenabwehrsystem in Europa aus.
Der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel hat sich mit Nachdruck für die Errichtung eines Raketenabwehrsystems in Tschechien und Polen ausgesprochen.
Vaclav Havel: "Es ist immer gut, wenn Amerika ein bisschen in Europa verankert ist". (© Foto: afp)
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Zudem plädierte Havel in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung für eine enge Zusammenarbeit mit den USA. Es sei ,,immer gut, wenn Amerika ein bisschen in Europa verankert ist'', sagte Havel.
Die Anwesenheit der USA sei für Europa positiv, zumal wenn es um reine Verteidigungssysteme gehe. "Die größte Gefahr für Europa ist Europa selbst'', sagte Havel. "Seien wir uns immer dessen bewusst, welche Weltkriege hier in Europa ausgebrochen sind, und die Amerikaner haben dann immer die Situation gerettet."
Autoritäres System mit raffinierten Methoden
Für Tschechien bringt die Beteiligung an dem geplanten Raketenabwehrsystem der USA gegen denkbare Interkontinentalangriffe aus Iran oder Nordkorea nach Meinung Havels auch eine bessere Verankerung des Landes in der Nato mit sich.
Besorgnis äußerte der frühere Dissident, der zu Zeiten des kommunistischen Regimes fünf Jahre im Gefängnis verbracht hatte, über die Lage in Russland. ,,Das ist eine sehr seltsame und beunruhigende Entwicklung, als würde hier eine Art neuer Typ eines postkommunistischen autoritären Systems geboren, das neue, raffiniertere Methoden anwendet als die, die wir aus dem Kommunismus erinnern.''
Er übte auch Kritik am früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der mit Russland die Verlegung einer Gaspipeline nach Deutschland durch die Ostsee vereinbart hatte. Polen und andere Ostsee-Anrainer hatten dagegen protestiert, dass sie von diesem Versorgungsstrang ausgeschlossen sind.
Putin fühlt sich an Kalten Krieg erinnert
Der russische Präsident Wladimir Putin setzte das von den USA geplante Raketenabwehrsystem mit der Stationierung von Atomraketen des Typs Pershing gleich. ,, Die Bedrohung ist absolut identisch'', sagte Putin nach einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Vaclav Klaus am Freitag in Moskau.
Pershing-II-Mittelstreckenraketen waren in den 1980er Jahren im Rahmen des Nato-Doppelbeschlusses in Deutschland als Antwort auf sowjetische SS-20-Raketen aufgestellt worden. Das jetzt geplante US-Abwehrsystem sei in der Lage, das russische Territorium bis zum Ural zu kontrollieren, sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. Er kündigte "entsprechende Gegenmaßnahmen" an.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte an die russische Regierung, mit den USA einen Dialog über das geplante Raketenabwehrsystem zu führen. "Russland muss Interesse signalisieren, über die Vorschläge zu reden", sagte Steinmeier zum Abschluss der informellen Tagung der Nato-Außenminister in Oslo.
Russland gegen Nato
Ausdrücklich würdigte er den Besuch des US- Verteidigungsministers Robert Gates vor wenigen Tagen in Moskau und das dabei überbrachte Gesprächsangebot.
Am Vorabend hatte der russische Außenminister Lawrow in einer Sitzung des Nato-Russland-Rates klaren Widerstand gegen die US-Pläne formuliert. Russland könne es nicht akzeptieren, dass Nato-Militär immer näher an seine Grenzen heranrücke.
Seine Regierung wolle von den Amerikanern zudem mehr hören, als nur das Argument, die Raketen seien nicht gegen Russland gerichtet, sagte Lawrow. Steinmeier sprach anschließend von einer ungewöhnlichen Sitzung in schwierigen Zeiten. Der deutsche Außenminister räumte ein, dass es auch innerhalb der Nato noch keine geschlossene Haltung zu den Abwehrplänen der USA gebe.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 28.4.2007)
Stockender Kita-Ausbau
aber wahr. Den Havel habe ich bisher für einen Mann mit Köpfchen gehalten, aber jetzt ? die Amis sollen ihre Raketen aufstellen ? ja gegen wen den, ? gegen die Iranischen Reiterheerscharen ? oder gegen was denn ? Ich mage den Putin überhaupt nicht, siehe Tschetschenien, aber in einem hat er Recht was sollen Raketen gegen wen denn ? Soll der Bush sie auf seiner Ranch in Texas aufstellen dieser Kriegshetzer und Kriegsgewinnler, dann kann er seine Dollars die er durch die auf Lügen aufgebauten Kriege gewonnen hat, verteidigen.
"Havel: Russland wird zum autoritären System" wurde von der SZ zur Hauptschlagzeile gekürt. Wir sitzen in unseren - noch - bequemen Sesseln und fragen uns: huh, wird der Osten, also Russland jetzt wieder finster? Vielleicht böse? Und dann gibt es diesen "Zeugen" Havel.
Fragen an die Herren Redakteure Brill und Fried und dem sehr verehrten Redaktionskollegium von einem Leser der SZ, mit der Bitte sich diesen zu stellen:
1. finden Sie daß Russland demokratischer war, als Jelzin die Milliardärsoligarchie begründete, in dem er (auf Rat seiner amerikanischen Berater) zuließ, daß sämtliche Energieausbeutungen gegen 10 % an den Staat in private Hände fielen? Und wo einer der dann Reichsten, Chodorkowski, 40 % seines milliardenschweren Imperiums an amerikanische Ölfirmen verkaufen wollte und deshalb die Abgeordneten der Duma bestach, für die Beibehaltung der Jelzin'schen Privatgesetze zu stimmen, und dessen Ziel es nachweisbar war (ebenfalls nachweisbar mit Hilfe amerikanischer Berater) Putin abzusetzen?
2. Haben Sie bemerkt oder wissen Sie, daß in dem Papier PNAC (Project for a new American Century) bereits drinsteht, daß als höchster Preis gelten muß, Russland zu destabilisieren?
3. Ist Ihnen bekannt, in wie vielen Ländern der dritten Welt (Afrika, Indonesien, Panama, weitere Staaten in Südamerika und Asien) die USA das Entstehen von sozialen Staaten und Wohlstand für die Bürger zu Gunsten ihres Profits mit Tricks und Gewalt zerstört haben und gewählte Volksvertreter bestochen, vertrieben oder umgebracht haben?
4. Wollen Sie, dass diese Nation USA mit ihren aggressiven Methoden und der marodesten Währung der Welt ihren Siegeszug über den Globus fortsetzt?
5. Glauben Sie immer noch, dass die USA ein friedensstiftender gutmütiger Weltpolizist sind, der nur so ein paar kleinere Fehler hat?
6. Warum, falls nein, wollen Sie dann der Welt weismachen, das derzeit größte Problem (Hauptschlagzeile und versteckt hinter Herrn Havel) läge bei Russland, das nie demokratischer war als jetzt und auch noch eine lange Zeit brauchen werden wird (wie auch immer)
erleben wir in West-Europa nicht viel anderes.
Mögen wir uns beruhigen damit, dass in Rußland alles viel schlimmer ist.
Ich gönne Polen und Tschechen alles, nur nicht, dass sie mit ihrem Alarmismus und mit Hilfe amerikanischer Kriegsgeschäftemacher Europa (in alt und neu, bzw. willig) so entzweien, dass die weitere Osterweiterung in die Binsen geht. Es ist manchmal so ein komisches Phänomen, dass Leute die gerade noch einen Platz im vollbesetzten Zug ergattert haben, verhindern wollen, dass andere auch noch reinkommen.
Rußland gehört eher zu Europa als die (osmanisch/muslimische) Türkei, von Byzanz abgesehen.
Wie kann uns die SZ mit einer so tendenziösen Überschrift auf ihrer Titelseite ins Wochenende entlassen?
Und:
Sollen wir glauben, dass die *Ver-pipe-lingung* des angebliche Putinfreundes Schröder" die Ursache für das Wiederaufleben des Kalten Krieges ist?
Ich bin zutiefst beunruhigt und erschrocken über die vorausgeahnten Entwicklung.
Ein großes Dankeschön an unsere CDU/CSU dominierte, den USA gegenüber blutsbrüderliche-unkritische, ja distanzlose!! Regierung....!
Die Geister, die wir riefen.....
(ich übrigens nicht!)
kluge und ausgleichende Politik mit Russland hat bereits Bismarck als zentrales Anligen postuliert,
"das bischen Amerika" ist ein deutliches Misstrauensvotum an die Mittelmacht Deutschland und an Frankreich im Doppelpack. Ein Votum gegen Russland sowieso. Interessant zu beobachten, wie kleinere europische Nationen taktieren und gegen die Interessen ihres eigenes Nestes, Euopa immer wieder gegen den bösen Unkle Sam
ausspielen.
Das ist wie in Südtirol: Am Stammtisch gebärdet man sich da als Deutschtiroler und wenn etwas nicht in den Kram passt, dann wenden sich ausgerechnet die Deutschtiroler Gemeinden an Bozen vorbei, an die Walschen, an die römische Zentralregierung. So gesehen ist das Havel-Strickmuster und die Sache mit den Abwehrrraketen eine durchaus vergleichbare Strategie.
Europa in toto, sollte sich vor solcher Strategie des gegeneinander Ausspielens hüten.
Man muss sich entscheiden, wollen wir europäische Interessenspolitik oder wollen wir weiterhin der "nützliche Idiot", der Festlandsdegen der gewalttätigen und eroberungssüchtigen Großmacht Amerika bleiben.
Wir müssen mit Russland gemeinsam die gegenseitigen Interessen aus autonomer europäischer Perspektive abgleichen.
Aber der CIA wird schon wissen wo er Zwietracht säät.
Andreas Hofer
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