Nach den US-Angriffen ziehen Pakistan und Syrien diplomatische Konsequenzen. Bagdad sagt seinen Nachbarn Hilfe bei der Aufklärung zu..

Der Irak hat angekündigt, der Regierung in Damaskus sämtliche Erkenntnisse über den US-Angriff auf ein syrisches Grenzdorf zur Verfügung zu stellen. Syrien werde nach Abschluss der Untersuchung zu dem Vorfall über alle Einzelheiten informiert werden, teilte das Nationale Medienzentrum in Bagdad mit.

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Ein syrischer Polizist bewacht eine amerikanische Schule in Damaskus. (© Foto: Reuters)

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Der Zwischenfall unterstreiche die dringende Notwendigkeit einer Sicherheitszusammenarbeit. "Der Irak hofft, dass dieser unglückliche Vorfall die brüderlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht stören wird."

Bei dem Angriff am vergangenen Sonntag waren nach syrischen Angaben acht Zivilisten getötet worden. Die USA haben sich offiziell nicht zu der Operation geäußert; Regierungskreisen zufolge galt sie einem wichtigen Al-Qaida-Mitglied, das ausländische Extremisten in den Irak geschleust habe.

Die irakische Regierung hatte den Angriff erst mit Verzögerung verurteilt und erklärt, der Irak dürfe nicht als Basis für Angriffe auf andere Länder dienen. Die Regierung in Bagdad ist seit geraumer Zeit um eine Annäherung mit Syrien und anderen arabischen Staaten bemüht.

Die US-Botschaft in Damaskus kündigte an, möglicherweise müsse sie wegen "unvorhergesehener Ereignisse oder Umstände" auf unbestimmte Zeit für den Publikumsverkehr schließen. Zur Frage, ob Diplomaten abgezogen oder die US-Präsenz heruntergestuft werden könnten, äußerte sich ein Sprecher der Vertretung nicht. Syrien hatte am Dienstag angekündigt, ein US-Kulturzentrum und die amerikanische Schule in Damaskus zu schließen.

US-Botschafterin in Pakistan einbestellt

Unterdessen hat die Regierung in Islamabad offiziell Protest gegen die US-Angriffe der letzten Monate auf pakistanisches Territorium eingelegt und die amerikanische Botschafterin einbestellt. US-Botschafterin Anne W. Patterson sei mitgeteilt worden, "dass die Regierung Pakistans die Raketenangriffe verurteilt, die zu dem Verlust wertvollen Lebens und Besitzes geführt haben", teilte das Außenministerium mit.

Die Angriffe verletzten die Souveränität Pakistans und müssten sofort gestoppt werden. "Die Angriffe untergraben auch die öffentliche Unterstützung für die Anti-Terror-Bemühungen der Regierung."

Zuletzt waren bei einem US-Raketenangriff in den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze am Sonntag 20 Menschen getötet worden, darunter ein Taliban-Kommandeur. Die pakistanische Zeitung The News hatte am Dienstag unter Berufung auf Zahlen des Innenministeriums in Islamabad berichtet, die zunehmenden US-Angriffe auf Ziele in Pakistan hätten in diesem Jahr 355 Menschen das Leben gekostet, die meisten davon Zivilisten.

Von den insgesamt 32 US-Angriffen hätten nur acht ihr eigentliches Ziel getroffen. Dabei seien 36 Angehörige des Terrornetzes al-Qaida oder der Taliban getötet worden. Die verbliebenen 24 Angriffe hätten 301 Zivilisten und 18 pakistanische Sicherheitskräfte das Leben gekostet.

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(dpa/Reuters/ssc/gba)