Krieg in Syrien Russland und Syrien sollen Ermittlungen zu Giftgasangriff behindern

  • Ermittler der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sollen eigentlich zum mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma ermitteln.
  • Bisher verweigern Russland und Syrien den Spezialisten allerdings den Zugang, sie verweisen auf fehlende Dokumente.
  • Später teilte Russland mit, die OPCW am Mittwoch ins syrische Duma vorlassen zu wollen.

Dem Untersuchungsteam der Organisation für das Verbot chemischer Waffen ist der Zugang zum Ort eines mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in Syrien verwehrt worden. Die OPCW-Ermittler könnten die Stadt Duma bei Damaskus ohne eine angemessene Erlaubnis durch die UN nicht betreten, sagte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow am Montag.

Die OPCW-Mission sei nicht nach Duma hineingelassen worden, weil sie es nicht geschafft habe, die Bestätigung durch die UN-Behörde für Schutz und Sicherheit zu erhalten. Rjabkows Angaben deuteten auf einen Versuch hin, die Arbeit des OPCW-Teams ins Stocken zu bringen. Inzwischen hat Russland signalisiert, die Experten am Mittwoch nach Duma reisen lassen zu wollen. Dies wurde am Montag bei einer Pressekonferenz in der russischen Botschaft am OPCW-Sitz in Den Haag mitgeteilt. Die neun Experten sollen den mutmaßlichen Giftgasanschlag in dem syrischen Ort untersuchen. Ein ranghoher russischer Vertreter sagte während der Pressekonferenz in Den Haag, die Straßen nach Duma müssten erst noch von Minen geräumt werden.

Die britische Premierministerin Theresa May warf Syrien vor, die Umstände des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in Duma vertuschen zu wollen. Russland unterstütze die Regierung von Präsident Baschar al-Assad dabei, sagte May im britischen Unterhaus.

Bei dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff sollen mindestens 40 Menschen getötet worden sein. Bis zum Wochenende war Duma die letzte Stadt nahe Damaskus unter Kontrolle von Rebellen gewesen. Mittlerweile befindet sie sich wieder unter Regierungskontrolle. Die OPCW hat eine Untersuchungsmission für Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Angriff nach Syrien geschickt.

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Der Kreml betonte unterdessen, trotz des Raketenangriffs westlicher Staaten auf Syrien im Dialog mit den USA bleiben zu wollen. "Wir hoffen, dass wir trotz der Schäden, die Washington den bilateralen Beziehungen zufügt, eine Art von Kommunikation beginnen können", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die militärischen Kommunikationskanäle würden regelmäßig genutzt, sagte Peskow der Agentur Tass zufolge. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma Ziele in Syrien angegriffen.