Syrien IS soll Geiseln gefoltert haben

  • Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) soll Gefangene misshandelt haben, berichtet die New York Times.
  • Zu den Foltermethoden zählen Scheinhinrichtungen und Waterboarding.
  • Der IS nutzt Geiseln, um Geld zu erpressen.

Wie der IS mit Gefangenen umgeht

Sie nimmt Geiseln, um Geld zu erpressen: Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nimmt immer wieder Gefangene aus verschiedenen Staaten, um Lösegeld zu fordern. Die New York Times beschreibt nun detailliert die Gefangenschaft in Syrien. Die amerikanische Zeitung hat mit fünf früheren Geiseln gesprochen, mit Zeugen vor Ort sowie Verwandten und Kollegen der Gefangenen.

Bereits Ende August hatte die Washington Post unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Informanten geschrieben, dass der IS seine Gefangenen in Syrien mit sogenanntem Waterboarding quälen soll. Dabei hat das Opfer das Gefühl, es ertrinke.

Narben an den Fußknöcheln

Der später enthauptete Amerikaner James Foley sollte den Berichten der Washington Post zufolge besonders schwer misshandelt worden sein. Auch der New York Times erzählen ehemalige Geiseln nun: Foley sei die Person, die die grausamste Folter erfahren habe. Er habe Narben an seinen Fußknöcheln gehabt. Die IS-Terroristen hätten seine Füße an eine Stange gekettet und diese dann aufgehängt, sodass er mit dem Kopf nach unten von der Zellendecke hing, erzählt ein früherer Mitgefangener. Außerdem sei seine Hinrichtung mehrmals vorgetäuscht worden.

... und man vergisst sie nie

Der Islamische Staat zeigt, wie er Menschen enthauptet. Boko Haram führt gekidnappte Mädchen vor. Früher beendeten Fotos Kriege. Heute lösen sie Kriege aus. Kommentar von Andrian Kreye mehr ... Kommentar

Wenig Essen, keine Matratzen

Die Geiseln berichten, wochenlang im Dunkeln gelebt zu haben. Die Essensrationen für einen Tag hätten in eine Teetasse gepasst. Meistens gab es keine Matratzen in den Zellen, nur einige Decken. Manche Gefangene nähten sich aus alten Hosenbeinen und Lumpen daher behelfsmäßig Kissen zusammen.

Wer darf leben, wer muss sterben?

Das Thema Lösegeld gewinnt durch die Terroristen des "Islamischen Staats" wieder an Brisanz. Deren Macht wächst auch aus den Erlösen des Kidnapping-Geschäfts. Regierungen warnen davor - und gehen sehr unterschiedlich damit um: Die USA lehnen Zahlungen an Terroristen strikt ab. Deutschland ist nicht so kompromisslos. Von Georg Mascolo und Hans Leyendecker mehr ...

Zahlen oder nicht zahlen?

Die Regierungen sind sich nicht darin einig, ob Staaten sich erpressen lassen und Lösegeld für ihre Bürger auszahlen sollten. Dem Bericht nach gab es in den Gefängnissen eine klare Rangordnung: Die Aufmerksamkeit der IS-Kämpfer konzentrierte sich auf Geiseln aus Staaten, bei denen die Terrormiliz vermutete, dass sie am ehesten auf ihre Forderungen eingehen würden. Die USA gehörten nicht zu dieser Gruppe. Die Familie von Foley hat nach seiner Enthauptung deshalb Vorwürfe gegen das Weiße Haus erhoben. Die US-Regierung überweist Geiselnehmern grundsätzlich kein Geld, weil dies den Terror finanziere.

Kämpfer, die für den IS in den Krieg ziehen

Der Guardian schreibt, dass der IS abtrünnigen Kämpfern mit Mord droht. Britische Dschihadisten, die in den Irak oder nach Syrien gegangen sind, um dort für den IS zu kämpfen, aber dann doch wieder heimreisen wollen, würden von solchen Drohungen berichten. Nachdem vier Muslime aus Portsmouth in Syrien gestorben sind, würden dem Bericht zufolge jetzt mehr als 30 britische Dschihadisten eine Heimreise nach Großbritannien anstreben.