Kampf gegen IS Bundeswehrverband fordert mehr Soldaten für Syrien-Einsatz

  • Der Bundeswehrverband fordert mehr Personal für die Truppe. Es würden 5000 bis 10 000 zusätzliche Soldaten gebraucht
  • Am Freitag hatte der Bundestag den Weg für den Einsatz deutscher Soldaten in Syrien freigemacht. Die Mission richtet sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).
  • Der "Zentralrat der Muslime in Deutschland" kritisiert den Einsatz. Das Entstehen von Terrormilizen sei das "Ergebnis einer völlig falsch gelaufenen Kriegspolitik".

Weniger Engagement in Afghanistan: Im November kehrten Soldaten des Logistikbataillons 171 zurück.

(Foto: Jens Wolf/dpa)

Bundeswehr reagiert auf Syrien-Einsatz

Der Bundeswehrverband fordert mehr Personal für die Bundeswehr. "Aktuell brauchen wir mindestens 5000 bis 10 000 Soldaten mehr", sagte Verbandschef André Wüstner der Passauer Neuen Presse.

Der Bundeswehrverband reagiert mit seiner Forderung auf den am Freitag vom Bundestag beschlossenen Syrien-Einsatz. Bis zu 1200 Soldaten sollen an der Mission teilnehmen, die sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) richtet. Schon in wenigen Tagen sollen Aufklärungs-Flugzeuge vom Typ Tornado nach Syrien starten. Die Fregatte Augsburg ist bereits auf dem Weg ins östliche Mittelmeer. Sie soll dort einen französischen Flugzeugträger schützen.

Ein weiteres Problem: strengere Arbeitszeitregelungen

Der personellen Mehrbedarf bei der Bundeswehr ergibt sich laut Bundeswehrverband auch aus strengeren Arbeitszeitregelungen, die von Januar an bei der Bundeswehr gelten. Rund-um-die-Uhr-Dienste seien dann nicht mehr generell zulässig. Auch dies sei ein Grund, warum mehr Personal gebraucht werde.

Neben einer Aufstockung des Personals forderte Verbandschef Wüstner in dem Interview auch eine bessere Ausrüstung der Truppe. Er geht von einem längeren Einsatz der Bundeswehr in Syrien aus. "Ein solcher Einsatz wird mindestens ein Jahrzehnt dauern, wenn nicht länger", sagte er. Zurzeit gilt das vom Bundestag beschlossene Mandat bis Ende 2016.

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Die Bild-Zeitung berichtete unter Berufung auf Parlamentskreise, die Regierung wolle im Notfall auch das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr nach Syrien schicken. Dies sei beim Auftritt von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Generalinspekteur Volker Wieker am Mittwoch vor dem Verteidigungsausschusses deutlich geworden. In Notsituationen sei das KSK zur Stelle, hieß es dort.

Der Zentralrat der Muslime kritisiert den Einsatz

Der "Zentralrat der Muslime in Deutschland" hat unterdessen den Beschluss des Bundestages kritisiert, Soldaten nach Syrien zu schicken. Der Einsatz der Bundeswehr sei ein denkbar falsches Rezept. Die beste und stärkste Waffe gegen den Terror sei ein Stopp von Waffenlieferungen, sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die aktuelle Situation im Nahen Osten hält Mazyek für das "Ergebnis einer völlig falsch gelaufenen Kriegspolitik". Sie sei einer der Gründe dafür, dass es heute "absolut perverse und extremistische Ausformungen von mutmaßlichen Muslimen" gebe.

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