Syrien Assad kündigt Rede im TV an

Syriens Präsident al-Assad will sich heute mit einer Fernsehansprache an seine Landsleute wenden. Darin will er nach Informationen eines Abgeordneten Vorschläge für ein Ende des Blutvergießens machen. An einen Rücktritt denkt er offenbar nicht.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad will sich heute Vormittag mit einer Rede an seine Landsleute wenden. Darin will er nach Informationen eines Abgeordneten Vorschläge für ein Ende des Blutvergießens machen. Assad wolle eine Waffenruhe, eine Regierungskoalition unter Einbeziehung von Oppositionsgruppen sowie Parlamentswahlen vorschlagen, zitierten syrische und libanesische Internetportale den Abgeordneten Scherif Schehada. Darüber hinaus plane er, eine Verfassungskommission einzuberufen.

Assad wolle sich aber auch das Recht vorbehalten, bei der nächsten Präsidentenwahl wieder anzutreten. Die Assad-Gegner sehen den Rücktritt jedoch als unverzichtbar an.

Die Assad-freundliche libanesische Zeitung Al Akhbar hatte zuvor unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, der Staatschef könne einen Fünf-Punkte-Plan vorlegen. Demnach sollten internationale Beobachter eine mögliche Waffenruhe überwachen. Auch der Zeitung zufolge wolle Assad abermals für das Amt des Staatschefs kandidieren dürfen - nach dem Ende seiner Präsidentschaft 2014.

Assad hatte zuletzt im Juni 2012 vor dem Parlament eine öffentliche Rede gehalten. Anfang November lehnte er in einem Interview mit einem russischen Fernsehsender den Gang ins Exil ab. Er werde in Syrien leben und sterben, gab sich Assad kämpferisch.

In Syrien herrscht seit fast zwei Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen Regierungstruppen und zum Teil islamistischen Rebellen. Seitdem wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 60.000 Menschen getötet. Zuletzt gab es auch im Großraum Damaskus heftige Kämpfe.