Die indonesische Insel kommt nicht zur Ruhe: Nach offiziellen Angaben aus Jakarta hatte der Erdstoß am Montagmorgen eine Stärke von 5,7 auf der Richterskala.

Das Epizentrum lag nach indonesischer Darstellung in einer Tiefe von 15 Kilometer etwa 150 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh. Zunächst gab es keine Angaben über mögliche Opfer oder Schäden. Das Beben habe sich um 5.22 Uhr Ortszeit ereignet. Seismologen der US-Bundesbehörde US-Geological Survey hatten sogar eine Stärke von 6,2 gemessen.

Helfer in Banda Aceh, Reuters

Die internationalen Helfer sind trotz des Erdbebens weiter im Einsatz. (© Foto: Reuters)

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Bundesaußenminister Joschka Fischer setzt derweil seine Reise durch die asiatischen Flutgebiete fort und trifft dabei auch mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono zusammen.

Danach will Fischer nach Sri Lanka weiterreisen, wie es aus Delegationskreisen hieß. Die dortigen Tamilen-Rebellen der LTTE riefen Fischer auf, auch die zerstörten Gebiete in ihrem Machtbereich Sri Lankas zu besuchen. Fischer würde damit auf die verzweifelten Hilferufe der Menschen dort reagieren, sagte der Anführer des politischen Flügels der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), Thamilselvan, in seinem Hauptquartier in Kilinochchi.

"Wir drängen den Außenminister, seine Reise als eine humanitäre zu betrachten und die von der Regierung (in Colombo) festgelegten Demarkationslinien zu ignorieren." Der Norden der indonesischen Insel Sumatra ist das am stärksten getroffene Katastrophengebiet.

Dort kamen durch die Flutwellen mehr als 100.000 Menschen ums Leben, weit über eine halbe Million Einwohner verloren durch die Katastrophe ihr Obdach. Am 26. Dezember hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala vor Sumatra riesige Flutwellen ausgelöst. Bei der Naturkatastrophe starben fast 160.000 Menschen.

Schuldenerlass für betroffene Länder

Die internationale Gemeinschaft hat sich inzwischen auf eine weitere Maßnahme zur Linderung der Not in den Flutländern Südasiens geeinigt. Der Pariser Club der wichtigsten Gläubigerstaaten werde am Mittwoch ein Schuldenmoratorium beschließen, sagte Frankreichs Finanzminister Hervé Gaymard am Sonntag.

Die Teilnehmer des für Mittwoch in der französischen Hauptstadt anberaumten Pariser-Club-Treffens seien konsultiert worden und hätten einer Stundung der Verbindlichkeiten zugestimmt, sagte Gaymard im Rundfunksender Europe 1. Das Moratorium dürfte vor allem den beiden stark betroffenen Ländern Indonesien und Sri Lanka zu Gute kommen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in der ZDF-Sendung "Berlin direkt", das 500 Millionen Euro schwere Hilfspaket Berlins sei "großzügig, aber finanziell ohne weiteres darstellbar". Das Angebot der Bundesregierung sei keine "Hilfe auf Pump". Damit reagierte der Kanzler auf Äußerungen von CSU-Chef Edmund Stoiber, der in Frage gestellt hatte, ob Deutschland diese Summe schultern könne.

Hubschrauber abgestürzt

Ein US-Hubschrauber vom Typ Seahawk stürzte unterdessen am Montagmorgen beim Hilfseinsatz für Überlebende direkt am Flughafen von Banda Aceh ab. Der britische Sender BBC berichtete unter Berufung auf örtliche Medien, vier der zehn Menschen an Bord seien verletzt worden. Nach dem Absturz wurden die Hilfslieferungen der Marine kurzfristig unterbrochen.

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(dpa/AFP)