Lange hat Südkorea auf ein versöhnliches Signal gewartet, jetzt geht es plötzlich ganz schnell: Nach monatelanger Eiszeit sucht Nordkorea das Gespräch das mit Seoul.

Bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Lee Myung Bak haben hochrangige Gesandte des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il eine mündliche Botschaft an das Nachbarland überbracht. Die Delegation habe die Hoffnung geäußert, alle Probleme durch Gespräche und Kooperation zu lösen, sagte Lees Sprecher. Es handelt sich um das erste derartige Treffen seit fast zwei Jahren.

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Südkoreas Präsident Lee Myung Bak (rechts) begrüßt den Leiter der nordkoreanischen Delegation, Kim Ki Nam (© Foto: AFP)

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Die Atmosphäre des Treffen sei "herzlich" gewesen. Präsident Lee habe die Prinzipien der südkoreanischen Nordkorea-Politik erläutert und die Delegation gebeten, diese an ihren Staatschef Kim Jong Il weiterzugeben.

Das Gespräch im Blauen Haus, dem Präsidentensitz in Seoul, dauerte rund eine halbe Stunde. Das Treffen sei gut verlaufen, sagte auch der Leiter der nordkoreanischen Delegation, Kim Ki Nam, nach den Beratungen vor Journalisten. Das Gespräch mit Lee war kurzfristig anberaumt worden.

Anlass für den Besuch der Nordkoreaner, unter denen auch ein hochrangiger Berater von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il ist, sind die Trauerfeierlichkeiten für Südkoreas ehemaligen Präsidenten Kim Dae Jung. Dieser hatte mit seiner sogenannten Sonnenscheinpolitik vorübergehend ein politisches Tauwetter zwischen den verfeindeten Staaten erreicht, das im ersten Gipfeltreffen der beiden Regierungen kulminierte.

Zu dem Begräbnis wurde auch die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright mit einer zehnköpfigen US-Delegation in Seoul erwartet.

Seit Lees Amtsantritt vor anderthalb Jahren war dagegen diplomatische Eiszeit zwischen den Regierungen in Pjöngjang und Seoul eingekehrt. Lees Haltung, Hilfszahlungen an den verarmten Norden an eine atomare Abrüstung zu knüpfen, war dort auf Unmut gestoßen. Jüngste Entspannungssignale deuten aber auf eine neue Dialogbereitschaft des Regimes von Kim Jong Il.

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(sueddeutsche.de/Reuters/AFP/aho/bilu)