Erfolg für ANC-Präsident Zuma: Ein Gericht hat ein Korruptionsverfahren gegen ihn eingestellt. Jacob Zumas Weg ins Präsidentenamt ist damit geebnet.

Ein Gericht in Südafrika hat am Freitag ein Korruptionsverfahren gegen den Chef der Regierungspartei ANC eingestellt. Damit ist dessen Weg frei für die Übernahme des Präsidentenamts im kommenden Jahr. Der Einspruch des ANC-Vorsitzenden Jacob Zuma (66) sei berechtigt, sagte der zuständige Richter in einer mehrstündigen Urteilsbegründung im Oberlandesgericht von Pietermaritzburg.

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ANC-Vorsitzender Jacob Zuma: Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. (© Foto: Reuters)

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Er erklärte damit den Beschluss der Staatsanwaltschaft, Zuma im Zusammenhang mit einem Rüstungsgeschäft wegen Korruption, Geldwäsche und Betrug zu verfolgen, für "null und nichtig".

Zuma stand im Verdacht, von zwei Tochtergesellschaften des französischen Rüstungskonzerns Thales International (früher: Thomson-CFS) Geld angenommen zu haben. Sein Finanzberater Schabir Shaik war im Zusammenhang mit dem Geschäft wegen Bestechlichkeit verurteilt worden.

Politische Kampagne vermutet

Shaik hatte erklärt, er habe einen Teil des erhaltenen Geldes an Zuma weitergeleitet, der das aber zurückwies. Eine entsprechende Anklage wegen Korruption war zuvor an Verfahrensfehlern gescheitert, nach der Wahl Zumas zum ANC-Vorsitzenden Ende 2007 aber wieder erneuert worden. Zuma und seine Anhänger hatten dahinter eine politische Kampagne vermutet.

Der ebenso umstrittene wie populäre Politiker, der im Gericht von der Führungselite des Afrikanischen National-Kongresses (ANC) begleitet worden war, zeigte nach dem Richterspruch zunächst keine Reaktion. Seine Anhänger brachen jedoch in Jubel aus. Vor dem Gebäude hatten sich Tausende seiner Anhänger versammelt. Sie verdächtigen Präsident Thabo Mbeki, Zuma von der Macht fernhalten zu wollen, nachdem dieser ihn Ende 2007 von der Parteispitze verdrängt hat.

Zuma soll den ANC im kommenden Jahr in den Wahlkampf führen. Er gilt als wahrscheinlicher Präsidentschaftskandidat. Seit langem versucht er, ihm drohende Verfahren abzuwenden.

Nach der Verurteilung von Zumas Finanzberater war bekannt geworden, dass Shaik Zumas Lebensstil jahrelang finanziert hatte. Der Richter hatte damals von einem "allgemein korrupten Verhältnis" der beiden gesprochen.

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(dpa/dmo/hai)