Nach dem Treffen ihrer Staatschefs wollen die Ministerpräsidenten Süd- und Nordkoreas die Gespräche über Entspannung und Zusammenarbeit fortsetzen.
Der nordkoreanische Ministerpräsident Kim Yong Il wird an diesem Mittwoch vom südkoreanischen Regierungschef Han Duck Soo in Seoul empfangen. Bis zum Freitag wollen beide Seiten über Wege zur Umsetzung der Gipfelvereinbarungen sprechen.
Bild vergrößern
Der nordkoreanische Ministerpräsident Kim Yong Il (nicht zu verwechseln mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il) wird vom südkoreanischen Regierungschef Han Duck Soo in Seoul empfangen (© Foto: Reuters)
Anzeige
Nach südkoreanischen Angaben werden die wirtschaftlichen Kooperationsprojekte und humanitäre Fragen im Mittelpunkt stehen. Damit wollen die Ministerpräsidenten die Gespräche über Entspannung und Zusammenarbeit fortsetzen, die ihre Staatschefs im Oktober begonnen hatten.
Vereinigungsminister Lee Jae Joung nannte als Themen der Gespräche in dieser Woche unter anderem die Entwicklung eines gemeinsamen Industrieparks in Nordkorea, den gemeinsamen Bau von Schiffswerften sowie den Ausbau des Begegnungsprogramms für auseinandergerissene Familien. Auch wurde erwartet, dass die Modernisierung der Eisenbahnstrecken und Straßen im verarmten Nordkorea erörtert wird.
Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il hatten sich Anfang Oktober in Pjöngjang auf eine zukunftsweisende Erklärung über friedensfördernde Maßnahmen und den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit geeinigt.
Es war erst der zweite Gipfel in der Geschichte beider Staaten, die sich seit dem Korea-Krieg (1950-53) völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand befinden. Ein Friedensvertrag, der das noch immer gültige Waffenstillstandsabkommen ersetzen würde, wurde bisher noch nicht aufgesetzt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Korea Verabredung zum Frieden 04.10.2007
- Historischer Gipfel Ein historisches Dokument 04.10.2007
- Korea Historische Schritte 02.10.2007
(dpa/bavo)
Reiseknigge: Türkei
Vermutlich wird das Treffen aber auch aus wahltaktischen Gründen gemacht. In weniger als einem Monat wird in Südkorea der Präsident gewählt, und die regierungsfreundlichen liberalen Parteien kommen in Umfragen auf weniger als 20 %. Die Konservativen sind Nordkorea ein bisschen kritscher gegenüber, insbesondere seit der Ultrakonservative Lee Hoi-chang (Konservativer Kandidat 1997 und 2002) ausgeschehrt ist und als unabhängiger Kandidat um den Posten läuft. Damit stellt er jetzt die größte Gefahr für den Kandidaten der konservativen GNP Lee Myung-bak, der folglich seine Position gegenüber Nordkorea verhärtete.
Sowohl die Regierung in Südkorea als auch in Nordkorea haben also ein Interesse daran, dass beide geschwächt werden (Vielleicht ist Nordkorea deswegen auch mal zu Zugeständnissen bereit?). Trotzdem wird wohl einer von beiden Konservativen gewinnen.