Außenminister Fischer hat der sudanesischen Regierung mit Saktionen gedroht, falls sie in der Krisenregion Darfur nicht für Sicherheit sorge. Arabischstämmige Reitermilizen hatten dort mehr als 800.000 Menschen vertrieben.
Falls es keinen Fortschritt gebe, werde die Diskussion noch "sehr viel ernster", sagte Fischer nach einem Gespräch mit dem sudanesischen Außenminister Mustafa Osman Ismail in Khartum. "Wir haben keine Angst vor Sanktionen", entgegnete Ismail. Die Regierung tue bereits "ihr Bestes". Zu viel internationaler Druck sei eher schädlich.
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Der UN-Sicherheitsrat, der über Sanktionen entscheidet, habe bei der "ernsten und sehr offenen Diskussion" mit Sudans Außenminister eine "große Rolle" gespielt, sagte Fischer. Es sei "dringlich", dass die Regierung die Vereinbarungen unter anderem zur Entwaffnung der Milizen "so schnell wie möglich" und "sichtbar" umsetze.
Khartum sei verantwortlich für die Sicherheit und die Lage der Menschenrechte in der Region. "Wir sehen dort ein humanitäres Desaster und schwere Menschenrechtsverletzungen kommen", sagte Fischer. Deutschland unterstütze Überlegungen der UN für eine Untersuchung der Lage durch eine unabhängige Kommission.
Fischer will zudem erreichen, dass Hilfsorganisationen freien Zugang zu dem Krisengebiet im Westen des ostafrikanischen Landes erhalten.
In Darfur ist seit März 2003 der Konflikt zwischen der schwarzafrikanischen Landbevölkerung und arabischstämmigen Reitermilizen eskaliert, die von der Zentralregierung mit Waffen versorgt und militärisch unterstützt werden. Baschir hatte zuvor US-Außenminister Colin Powell und UN-Generalsekretär Kofi Annan zugesagt, die Milizen zu entwaffnen, die die Bauern terrorisieren.
UN wollen zweites Ruanda verhindern
Nach UN-Schätzungen hat der Konflikt inzwischen 860.000 Menschen in die Flucht getrieben. Von ihnen drohen nach Angaben von Hilfsorganisationen ohne rasche Hilfe 350.000 zu verhungern, nachdem dem Konflikz bisher etwa 30.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.
Die Staatengemeinschaft will mit der Staffeldiplomatie ein zweites Ruanda verhindern, wo sie 1994 tatenlos dem Mord an 800.000 Menschen zusah. Während Fischer bereits am Montagabend wieder in Berlin zurückerwartet wird, soll seine Staatsministerin Kerstin Müller nach Darfur weiterreisen.
Auf seinem Flug nach Sudan hatte der Außenminister 3,5 Tonnen Medikamente mit an Bord. Mit den Arzneimitteln, die dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in El Fascher im Krisengürtel von Darfur übergeben werden sollen, kann die medizinische Basisversorgung von tausenden Menschen für einen Monat sichergestellt werden. Als größte Probleme in Darfur gelten nach DRK-Angaben Unterernährung, Durchfallerkrankungen, Malaria und Erkältungen.
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(AP/dpa)