Seit Jahren zerbrechen sich Politiker und Agenten die Köpfe über Osama bin Laden und den Aufenthaltsort des Terroristen. US-Geografen sagen nun, sie wüssten, wo sich der Al-Qaida-Boss verbirgt - höchstwahrscheinlich.

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles wollen geschafft haben, was den US-amerikanischen Geheimdiensten bisher nicht gelungen ist: Sie glauben, dass sie mit Hilfe von Satellitenbildern, geografischen Prinzipien und gesundem Menschenverstand das Versteck von Terroristenführer Osama bin Laden gefunden haben. Demnach halte sich der Al-Qaida-Chef in einem von drei Gebäuden im pakistanischen Ort Parachinar nahe der afghanischen Grenze auf.

Dieses Foto zeigt Osama Bin Laden im Jahr 1998 in einem Versteck. (© Foto: AP)

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"Im Ernst, wenn er noch am Leben ist, könnte er sich just in diesem Moment dort aufhalten", erklärte Geografie-Professor Thomas Gillespie in einer Mitteilung. "Es ist nach wie vor das sicherste Stammesgebiet... und das einzige, das die USA bisher nicht mit Hilfe ihren unbemannten 'Predators' (Drohnen) bombardiert haben."

Die Gruppe der sieben Geografen stützt ihre Vermutung auf verschiedene Faktoren. Wie es in ihrer im Internet vorgestellten Studie heißt, wurden beispielsweise bin Ladens frühere Aufenthaltsorte, sein kultureller Hintergrund, physisches Erscheinungsbild und sein wahrscheinliches Bestreben ins Kalkül gezogen, in einer Region unterzutauchen, in der er möglichst wenig auffällt.

Dabei folgten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben der Theorie, dass dieses Ziel mit wachsender Entfernung von der heimischen Umgebung immer schwieriger zu erreichen ist. Die Wissenschaftler berücksichtigten ferner, unter anderen mit Blick auf Fluchtmöglichkeiten, geografische Bedingungen, aber auch Faktoren wie Stromversorgung und die Höhen von Gebäuden.

Jene in Parachinar könnten einen Mann von bin Ladens überdurchschnittlicher Größe beherbergen und verfügten über Elektrizität - unerlässlich, wenn der Al-Qaida-Führer tatsächlich krank und auf ein Dialyse-Gerät angewiesen sei, wie wiederholt spekuliert worden ist.

Gillespie rief die US-Behörden auf, sich die besagten Gebäude möglichst bald näher anzuschauen - bevor die afghanischen Taliban-Rebellen die Kontrolle über die größere pakistanische Stadt Peshawar erreichten. Bin Laden könne dann dort Unterschlupf suchen, und es wäre dann schwerer, ihn zu finden, warnte der Geograf.

Zuletzt hat sich bin Laden Mitte Januar mit einer Audio-Botschaft zu Wort gemeldet, in der er seine Freude über die Finanzkrise zum Ausdruck brachte. Diese habe die USA sehr geschwächt.

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(sueddeutsche.de/dpa/mati)