Er ging Heiner Geißler gehörig auf die Nerven: Hannes Rockenbauch, Galionsfigur der S21-Gegner, fühlte sich bei der Stresstest-Präsentation vom Schlichter unfair behandelt. Was der Stuttgarter Stadtrat von Geißlers Idee eines Kombi-Bahnhofs hält, warum K21 für ihn das Maß der Dinge bleibt - und weshalb der Konflikt erneut eskalieren könnte.
Während der Schlichtungsrunden im Herbst 2010 war er der junge Mann im T-Shirt, umgeben von Anzugträgern. Er saß zu dem Zeitpunkt schon seit sechs Jahren für das Bündnis SÖS (Stuttgart - ökologisch - sozial) im Stuttgarter Stadtrat, doch erst seine Wortgefechte mit Schlichter Heiner Geißler und Bahn-Technikvorstand Volker Kefer machten ihn bundesweit bekannt. Mittlerweile ist Rockenbauch, 1980 in Stuttgart geboren, einer der Wortführer des Aktionsbündnisses gegen den Tiefbahnhof S21.
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Hannes Rockenbauch ist Stadtrat in Stuttgart. Der Protest gegen S21 hat ihn bundesweit bekannt gemacht. (© dapd)
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sueddeutsche.de: Herr Rockenbauch, bei der Stresstest-Präsentation am vergangenen Freitag standen Sie schon mit einem Bein in der Tür, als Schlichter Heiner Geißler Sie mit seinem Kompromissvorschlag zurück lockte. Jetzt, da Sie das Papier gelesen haben: Was halten Sie davon?
Hannes Rockenbauch: Wir haben noch keine endgültige Position in der Frage. Wir nehmen uns richtig Zeit, wir prüfen das in Ruhe. Was man aber schon jetzt sagen kann: Es ist gut, dass der Vorschlag kam. Geißler nimmt damit Abstand von S21 plus und räumt ein, dass der Tiefbahnhof die Demokratie beschädigen würde. Hinzu kommt das Fachurteil seiner Co-Autoren von der Firma SMA. Das ist schon faszinierend, dass der Schlichter und die Stresstest-Experten gemeinsam diesen Misstrauensbeweis ausstellen.
sueddeutsche.de: Die S21-Befürworter verweisen auf das Planfeststellungverfahren 2005. Damals wurde der Kombi-Bahnhof abgelehnt.
Rockenbauch: Das ist die typische Vorgehensweise der Pro-Fraktion. Da werden alte Papiere hervorgeholt, bei denen davon auszugehen ist, dass nie objektiv geprüft wurde. Dabei liegen ein paar Vorteile der Kompromisslösung schon auf der Hand: Die Cannstatter Brücke und die Unterquerung des Neckars wären nicht nötig. Auch würden die Tunnelbauten weniger groß ausfallen.
sueddeutsche.de: Wären Sie bereit, für den Kombi-Bahnhof auf die Straße zu gehen?
Rockenbauch: Ich erwarte nicht, dass wir zu begeisterten Kombi-Befürwortern werden. Für uns ist und bleibt der modernisierte Kopfbahnhof das Ziel. Das ist die optimale Lösung. Der Stresstest hat ja gezeigt, dass das Problem eher bei den Zulaufstrecken liegt, die es zu verbessern gilt. Aber wir prüfen, ob der Kompromissvorschlag ein gangbarer Weg ist. Das tut im Übrigen auch die Landesregierung.
sueddeutsche.de: Die SPD hat deutlich gemacht, dass sie der Kombi-Version nicht zustimmen will.
Rockenbauch: Die Politik muss sich auf neue Situationen einstellen können. Sonst hat sie bald ein Vermittlungsproblem.
sueddeutsche.de: Auch Ihre Linie war bislang nicht von Flexibilität geprägt. Bei der Stresstest-Präsentation sind Sie durch viele Zwischenrufe aufgefallen. In den Augen einiger Beobachter haben Sie Geißler dazu verleitet, vom "totalen Krieg" zu sprechen. War das Absicht?
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Ja gut ! Machen wir das .
Dann aber auch zu anderen Themen wie Atomausstieg, E Energie,Ökosteuer,Soli, Frauenquote , H4, Alg 1 .... bis hin zum ablehnen einer von der AA angebotene Stelle .
Nach 5 Jahren hängt ihnen das ständige Gefrage zum hals raus .
Investitionen sind wegen der unklaren Rechtslage ab einer bestimmten Summe einfach nicht mehr möglich !
Wenn sie das wollen , bitte !
Sagt wer ?
Einer der Partei ist , einer dem keine "Schwalbe " zu unfair ist ?
Lächerlich !
Diese angebliche Schlichtung sollte man nicht als Schlichtung sehen, sondern als Informationsveranstaltung.
Was jetzt folgen muss, ist ein deutschlandweiter Volksentscheid über die 2 bis 3 Alternativen. Deutschlandweit deshalb, weil es um satte 4 bis 5 Milliarden geht.
Deutschlandweite Volksentscheide sollten sowieso ab 3-Milliarden-Investitionen, bei Kriegseinsätzen und bei innenpolitischen Themen wie EuropäischerVertrag und Agenda2010 stattfinden. Ansonsten fliegt euch euer fastdemokratischer Laden bald auseinander. Was bei guten Ansätzen eigentlich schade wäre.
dass man mal verliert. von beiden seiten wurden parameter für den stress-test festgelegt. dieser ging pro s21 aus - auch wenn herr rockenbauch noch so viel zetert und versucht nachteile zu finden.
da es jetzt bereits um begriffe wie "unfair behandelt" etc. geht, scheinen die gegner ihre munition verschossen zu haben.
also kann´s endlich weitergehen...
Ich habe mir viele Stunden der Schlichtung angesehen und muss sagen das gerade Herr Rockenbach herzerfrischend ehrlich war. Er hat kein Blatt vor den Mund genommen und hatte sehr oft Recht mit seiner Kritik an der Führung durch Herrn Geissler. Sicher war er auch manchmal jugendlich frech, das ist mir aber lieber als die ganzen Lügen die die damalige Schwarz/Gelbe Regierung mit der Bahn auftischten.
Wir sollten uns fragen ob uns Lügen und Vorspiegelung falscher Tatsachen lieber sind. Nur weil mir jemand im Anzug mit einem vermeintlich guten Deutsch Lügen erzählt ist es noch lange nicht wahr was er vorbringt. Es waren zu viele Zahlen geschönt und gefälscht. Hier wurde ein Parlament an der Nase herumgeführt.
Da sind aber wieder die Äusserlichkeiten die auch im hier vorliegenden Fall dem Steuerzahler Milliarden kosten werden. Herr Rockenbach war meiner Meinung nach wesentlich glaubwürdiger als der Rest dieser verlogenen Truppe. Die grösste Lachnummer war allerdings der Pfarrer mit seiner Rede am Schluss von der Gutachten Vorstellung, das war so was von peinlich. Da hat es sogar Herrn Geissler und Kefer geschüttelt wenn man zugesehen hat.
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