Von Michael Bauchmüller

Die Bundesregierung wird 2020 womöglich rund zwölf Prozent unter dem vorgesehenen CO2-Ausstoß bleiben, ergab eine Studie des Umweltinstitus Ecofys.

Die Bundesregierung verfehlt möglicherweise ihre eigenen Klimaziele. Das "integrierte Energie- und Klimaprogramm" werde nur etwa die Hälfte der angestrebten Kohlendioxid-Minderung erreichen, schreibt das Umweltinstitut Ecofys in einer Studie für die Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach wird Deutschland im Jahr 2020 nicht 40 Prozent weniger CO2 verursachen als 1990, sondern nur 28 Prozent.

Anzeige

Davon allerdings sind 18 Prozent schon jetzt geschafft. Das "Meseberg-Paket", ursprünglich Herzstück der deutschen Klimapolitik, bringe nur zehn Prozent zusätzliche Einsparungen. Grund sind nach Auffassung der Umweltexperten übertrieben optimistische Annahmen und nachträgliche Verschlechterungen im Gesetzespaket. So seien etwa die Pläne für eine Förderung effizienter Kraftwerke "nicht ambitioniert genug". Bei verschärften Vorgaben für die Sanierung von Gebäuden verzichte der Bund auf Kontrollen und Sanktionen.

Zuletzt hatte die Bundesregierung auch ihr Ziel aufgeben müssen, den Anteil von Biosprit zu erhöhen. Gleichzeitig verfehle das Paket das Ziel, den Stromverbrauch drastisch zu senken. Mit dem Klimapaket, das die Regierung vergangenen Sommer bei einer Kabinettsklausur in Meseberg geschnürt hatte, wollte sie unter anderem die stromgierigen Nachtspeicherheizungen ersetzen. Auch sollten Verbraucher vermehrt zu energieeffizienten Produkten greifen.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Sonne, Mond und Krieg

Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...

(SZ vom 21.05.2008/cag)