Studie des GfK Vereins Deutsche machen sich mehr Sorgen als Griechen

Die Deutschen haben europaweit die meisten Sorgen - mehr noch als die Bürger in den Krisenländern des Südens. Insgesamt sind die Europäer aber trotz Schuldenkrise gelassener geworden.

Die Deutschen sind europaweit die größten Sorgen-Macher - mehr noch als die krisengebeutelten Griechen, Spanier oder Italiener. In einer Erhebung des GfK Vereins zählten die Bundesbürger gemeinsam mit den französischen Nachbarn im internationalen Vergleich die meisten Probleme auf.

Insgesamt sind die Menschen in Europa aber trotz der Schuldenkrise gelassener geworden. "Die Sorgenfalten sind in diesem Jahr deutlich kleiner geworden", hieß es beim GfK Verein, einer Non-Profit-Organisation der Gesellschaft für Konsumforschung. Europaweit wurden nur zwei dringend zu lösende Probleme genannt, während es im Vorjahr durchschnittlich 2,4 waren.

Der GfK Verein befragt jährlich die Bürger elf europäischer Staaten nach den drängendsten Problemen in ihrem Land. Dieses Mal wurden die Daten wegen der Schuldenkrise erstmals auch in Griechenland erhoben. Das Ergebnis: Trotz des deutlichen Rückgangs von rechnerisch 3,7 Problemen auf 2,6 nannten die Deutschen neben den Franzosen die meisten Aspekte - noch vor den Griechen. Die Schweden waren mit 1,1 Sorgen-Themen am sorgenfreisten.

In Deutschland war die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter das drängendste Problem. Jeder dritte Bundesbürger machte sich deshalb Sorgen - dies ist allerdings ein Rückgang um 21 Prozentpunkte und der niedrigste Wert seit 1990. Es folgten die Themen Inflation und wirtschaftliche Stabilität. Diese Reihenfolge gilt auch für Europa insgesamt.

Thema Armut erstmals unter den Top Ten

Um die Inflation machten sich die Bundesbürger zuletzt seltener Gedanken: Gut jeder vierte - und nicht mehr jeder dritte - hatte Angst vor höheren Lebenshaltungskosten. "Zudem sehen die Deutschen durch die diversen Rettungspakete zunehmend Gefahren für die Stabilität der Währung", schreibt der GfK Verein. Entsprechend nahmen auch die Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland deutlich zu. Die Rente, soziale Sicherheit, Gesundheitswesen und Bildung beschäftigten die Menschen in Deutschland nicht mehr so stark, dafür stieg das Thema Armut erstmals in die Top Ten auf.

Die Griechen hielten den Arbeitsmarkt ebenfalls für die größte Baustelle in ihrem Land. Während die Menschen im Rest Europas die Gefahr politischer Instabilität gelassener sahen, stand das Thema wegen des strikten Sparkurses dort auf Platz zwei - gefolgt von Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung.

Die jährliche Studie beruht auf rund 13.300 Verbraucherinterviews, die im Auftrag des GfK Vereins im Februar 2012 durchgeführt wurden, und zwar in Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Österreich, Großbritannien, Belgien, Russland, Spanien, den Niederlanden, Schweden und - aufgrund der aktuellen Situation - zusätzlich in Griechenland.