Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung AfD-Anhänger neigen zu Rassismus

"Wir lieben Deutschland", und die anderen sollen schön draußen bleiben. So sehen es viele AfD-Anhänger laut einer Studie.

(Foto: dpa)
  • Eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung hat ergeben, dass AfD-Anhänger besonders häufig rechtsextremen und menschenfeindlichen Einstellungen zustimmen.
  • Ausgeprägt ist bei AfDlern auch eine Anti-Europa-Haltung.

Die Ergebnisse

Insgesamt sind rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland zwar zurückgegangen. Das hat eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ergben. Doch die Anhänger der AfD stechen im Vergleich zur Gesamtstichprobe negativ heraus. Nach der NPD haben die AfD-Unterstützer die höchsten Zustimmungswerte zu Ausländerfeindlichkeit, Chauvinismus und Verharmlosung des Nationalsozialismus. Potentiell schwächere Gruppen in Deutschland wie etwa Einwanderer, Muslime, Langzeitarbeitslose und Homosexuelle werden von AfDlern tendenziell abgewertet. Der Stärkere setzt sich ihrer Ansicht nach in der Gesellschaft - wie in der Natur - durch. Sie teilen Leben in wertvolles und unwertes ein.

Der Rechtsextremismus der AfD ist mit einer starken Euro-Skepsis verknüpft. Sie basiert auf einem Überlegenheitsgefühl des eigenen Volkes und einem Negativbbild der europäischen Nachbarn, hier besonders der Griechen. Das passt zu den Parolen der Partei, sich wieder mehr auf das "Deutsch-sein" zurückzubesinnen.

Die Studie

Im Rahmen der Studie befragte das Sozialwissenschaftliche Umfrageinstitut (SUZ) im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung 1915 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit im Zeitraum Juni bis August 2014 per Telefon. Die Ergebnisse wurden nun unter dem Titel "Fragile Mitte - Feindselige Zustände" veröffentlicht. Die "Mitte-Studien", in denen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erforscht wird, gibt die Stiftung seit 2006 alle zwei Jahre in Auftrag.

In der Studie wurden zum Beispiel die Zustimmungswerte auf folgende Aussagen abgefragt:

  • Menschen, die wenig nützlich sind, kann sich keine Gesellschaft leisten.
  • Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden.
  • Gegen soziale Missstände wird in Deutschland zu wenig protestiert.
  • Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss.
  • Durch die israelische Politik werden mir die Juden immer unsympathischer.
  • Ich finde es bedrohlich, wenn der Rechtsextremismus zunimmt.
  • Der Rechtsextremismus wird in den Medien hochgekocht.
  • Frauen sollten sich wieder mehr auf die Rolle der Ehefrau und Mutter besinnen.
  • Homosexualität ist unmoralisch.

Die AfD und der rechte Rand

Die AfD fällt oft wegen rechtsextremer Aussagen auf, wie etwa der Leugnung des Holocausts und Hetze gegen Ausländer. In geleakten internen Dokumenten regte die sächsische AfD an, dass Kinder "nichtdeutscher Staatsbürger" höchstens so viel Kindergeld erhalten sollten, wie es in ihren Heimatländern vorgesehen ist.

Zahlreiche Mitglieder der AfD waren zuvor in rechten Gruppierungen oder der rechtsextremen NPD aktiv. Auch die Nachwuchsorganisation der Partei, Junge Alternative, macht vor allem durch anti-feministische Aktionen und Kontakte zum rechtspopulitischen Spektrum auf sich aufmerksam.

Parteichef Bernd Lucke geht zwar beständig zu solchen Aussagen und Mitgliedern auf Distanz und beteuert, dass seine Partei nicht rechtsextrem ist, doch die rechten Stimmen der Partei hat das bislang nicht zum Schweigen gebracht.