Studie der CIA Bewaffnung von Rebellen selten erfolgreich

  • Einer geheimen Studie der CIA zufolge hat die Bewaffnung von Aufständischen nur selten einen positiven Effekt auf den langfristigen Ausgang eines Konflikts.
  • Dem US-Verteidigungsministerium zufolge sind bei Luftschlägen nahe der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobanê mehrere Hundert Extremisten getötet worden.
  • Die Gefahr, dass Kobanê dem IS in die Hände falle, sei dennoch nicht gebannt.
  • Im Irak setzt der IS seine Eroberungen fort.

Skepsis bei Regierungsmitgliedern in Washington

Die CIA ist nach Angaben der New York Times in einer Studie zu dem Schluss gekommen, dass die Bewaffnung von Rebellen selten zum Erfolg führt. Diese Erkenntnis habe zu verstärkter Skepsis bei Washingtoner Regierungsmitgliedern hinsichtlich einer Unterstützung syrischer Oppositionskämpfer geführt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf aktive und frühere Beamte.

Die Kernaussage der Studie: Viele frühere Versuche der CIA, heimlich ausländische Kräfte zu bewaffnen, hätten minimale Auswirkungen auf den langfristigen Ausgang eines Konflikts gehabt. Die Aktionen seien sogar noch wirkungsloser gewesen, wenn die bewaffneten Milizen ohne jede direkte Unterstützung durch amerikanische Bodentruppen gekämpft hätten.

Der New York Times zufolge war die geheime Studie eine von mehreren, die 2012 und 2013 in Auftrag gegeben wurden - inmitten der Debatte innerhalb der Regierung über eine Einmischung in den syrischen Bürgerkrieg. Das Ergebnis der Untersuchungen sei dann dem Weißen Haus vorgelegt worden.

Dem Bericht zufolge gab Obama dennoch im April 2013 der CIA die Genehmigung, auf einer Basis in Jordanien ein Programm zur Bewaffnung der Rebellen zu beginnen.

Nach einem kürzlich gefassten Beschluss sollen außerdem bis zu 5000 Aufständische jährlich für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgebildet werden. Den Einsatz von Bodentruppen schließt Obama aber aus.

Höchste Zahl von Luftangriffen seit Beginn der Bombardierungen

Bei Luftangriffen gegen den IS nahe der nordsyrischen Kurden-Stadt Kobanê (Ain al-Arab) sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bislang mehrere Hundert Extremisten getötet worden. Binnen 48 Stunden seien etwa 40 Luftangriffe geflogen worden, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Dies sei die höchste Zahl seit Beginn der Bombardierungen durch die von den USA angeführte Koalition am 22. September. Durch die Angriffe könnten die IS-Kämpfer ihre Truppen nicht mehr wie gewünscht verschieben.

Nach Angaben kurdischer Aktivisten zeigten die bislang stärksten Luftschläge auf Positionen der Dschihadisten in der umkämpften syrischen Grenzstadt Wirkung. Die Gefahr, dass Kobanê in die Hände des IS falle, sei dem US-Verteidigungsministerium zufolge jedoch nicht gebannt. Noch werde Kobanê von kurdischen Milizen kontrolliert. Erste Priorität der USA sei zudem nicht die Stadt Kobanê selbst, sondern die Truppen des IS zu schwächen.

Kurden fordern mehr Hilfe des Westens

Angesichts schwerer Kämpfe forderte Massud Barsani, Präsident der autonomen irakischen Kurden-Region, mehr Hilfe des Westens, vor allem in Form schwerer und moderner Waffensysteme. "Wir brauchen Panzer, Artillerie, gepanzerte Mannschaftswagen und Antipanzerraketen", sagte der Kurden-Präsident der Bild-Zeitung. "Die internationale Gemeinschaft muss die Unterstützung maximieren, damit Kobanê nicht bald komplett von ISIS (ursprüngliche Bezeichnung des IS) kontrolliert wird", forderte Barsani. Bei den tagelangen schweren Kämpfen um die Stadt im Norden Syriens habe sich erneut gezeigt, dass die Terrormiliz "keine Werte kennt und keinen Respekt für die Menschheit hat".

Im Irak setzt der IS seine Eroberungen trotz der Luftangriffe westlicher und arabischer Verbündeter fort. Die Miliz habe einige erhebliche Geländegewinne gemacht, sagte der US-Sondergesandte für den Kampf gegen den IS, der frühere General John Allen, am Mittwoch.

Der IS hat weite Teile in Syrien und im Irak erobert und über die Grenzen hinweg ein Kalifat ausgerufen.