Düstere Aussichten: Eine Studie der US-Geheimdienste attestiert der afghanischen Regierung Schwäche. Der Einfluss der Taliban dagegen nehme zu.
US-Geheimdienste haben nach Medienberichten in einer geheimen Studie ein äußerst düsteres Bild von der Lage in Afghanistan gezeichnet. Danach befindet sich das Land in einer "Abwärtsspirale", und es bestehen ernste Zweifel an der Fähigkeit der afghanischen Regierung, den wachsenden Einfluss der Taliban einzudämmen.
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Den Zeitungen New York Times und Washington Post zufolge ist diese Einschätzung im nahezu fertiggestellten Entwurf für einen nationalen Geheimdienstbericht enthalten. Beide Zeitungen berufen sich dabei auf US-Regierungsbeamte. Demnach ist die Lage in Afghanistan durch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Al-Qaida-Terroristen, Taliban und einem sich zunehmend ausweitenden Netz von militanten Gruppen äußerst kompliziert geworden.
Die in der Regierung von Präsident Hamid Karsai herrschende Korruption habe den Zusammenbruch zentraler Autorität ebenso beschleunigt wie die wachsende Gewalt durch Militante von Zufluchtsorten in Pakistan aus. Weiter werde in der Studie auf den destabilisierenden Effekt des blühenden Heroinhandels hingewiesen, der nach manchen Schätzungen 50 Prozent der afghanischen Wirtschaft ausmacht.
Mehr zivile Opfer eingeräumt
Das US-Verteidigungsministerium bestätigte nach Wochen, dass bei einem Luftangriff in Afghanistan mehr Zivilisten ums Leben gekommen sind als ursprünglich angegeben. Dem neuen Pentagon-Bericht zufolge starben bei der Militäraktion gegen Rebellen im Dorf Asisabad in der westlichen Provinz Herat am 22. August 33 Zivilisten und 22 Rebellen.
Afghanischen Angaben sowie einem UN-Report zufolge waren bei dem Vorfall 90 Zivilisten ums Leben gekommen, unter ihnen 60 Kinder. Die USA halten dagegen, dass der Einsatz der Gewalt zur "Selbstverteidigung" erfolgt sei. Die Koalitionstruppen hätten nicht gegen Kriegsrecht verstoßen, sagte Brigadegeneral Michael Callan.
Das US-Militär hatte bislang nur zugegeben, dass sieben Zivilisten sowie 30 bis 35 Rebellen getötet worden seien. Die Untersuchung hatte der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Afghanistan, David McKiernan, Anfang September angeordnet.
Ein Sprecher von US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, die Recherchen belegten, dass "keine Armee in der Geschichte sich jemals so sehr bemüht habe, zivile Opfer zu vermeiden", wie die Truppen in Afghanistan. "Wir müssen aber auch mit noch mehr Umsicht vorgehen", sagte der Sprecher.
(SZ vom 10.10.2008/hai)
Die Ärzte in München
"Ein Sprecher von US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, die Recherchen belegten, dass "keine Armee in der Geschichte sich jemals so sehr bemüht habe, zivile Opfer zu vermeiden", wie die Truppen in Afghanistan"
Wenn man schon lügt, dann wenigstens im großen Stil, oder Herr Gates. Glauben tut einem ja eh niemand mehr.
Auf einem derart zertrampelten Beet auf Tulpen zu warten, lässt auf eine blühende Phantasie schließen, die vielen unschuldigen Menschen schon das Leben gekostet hat.
Als die USA und ihre Alliierten in Afghanistan 2001 einmarschierten, verbreiteten sie hurraartigen Nachrichten im Land, wir haben das Land nach dem Abzug der Sowjetunion vernachlässigt, aber jetzt wollen wir das Land aufbauen. Doch das war nur eine Lippenbekenntnis und mehr nicht. Sie wollten zwar das Land aufbauen, aber der Aufbau sollte bitte nicht kosten. Schon nach kürzerer Zeit hat man vergessen, was man den Leuten versprochen hatte - Prioritäten bekamen dagegen den Sturz von Saddam und die Okkupation Irak.
Die Landwirtschaft ist die Einkommensquelle von überwiegendem Teil der afghanischen Bevölkerung und diese lag nach dem langjährigen Krieg und Bürgerkrieg am Boden. Obstanlagen, Bewässerungskanäle, lokale Märkte, Lagerhäuser waren zerstört. Die Alliierten versprachen alles wiederaufzubauen. Die Bürokraten kamen und gingen, es geschah praktisch aber nichts. Nach fast 2 Jahren Tamtam, haben sie ein Masterplan für den Aufbau Afghanistan herausgegeben, den heute selbst jenen nicht verstehen, die ihn geschrieben haben. Lokale Machthaber aus den Provinzen kamen nach Kabul und baten die Regierung und die Alliierten flehend um Unterstützung. Immer wieder wurden diesen den Aufbau der Infrastruktur versprochen und dann wieder ihr Wort gebrochen.
Die Zeit arbeitete für die Taliban, sich zu reorganisieren und die Machtlosigkeit der Regierung und der Alliierten, den Plan nicht umzusetzen können, liefert den Taliban Argumente dafür, dass die Regierung und ihre Alliierten sich darauf nicht einigen können, wie sie sich das Geld untereinander aufteilen sollten. Der Plan sieht vor: Dorf-Komitees sollten durch Wahlen gegründet werden, sie müssen mit den Regierungsstellen in den Regionen zusammen arbeiten. Dorf-Komitees sollen ein Assessment durchführen und dann Projektanträge auf Fordermittel stellen. Das können jedoch selbst Karzai`s Ministern Spanta und Farhang nicht schreiben, geschweige denn die Bauern. Also, man hat der Korruption Tor und Tür geöffnet. Ein Beispiel: Projektpersonal hat ein Antrag für z.B. ein Projekt für 60.000 USD beim Dorf-Komitee unterschreiben lassen, erhalten hat das Komitee aber nur 10.000 oder 20.000 von 60.000. Schließlich haben die Bauern ihre Hoffnung auf eine Unterstützung aufgegeben und haben sich dem Mohnanbau zugewandt und sich jenen angeschlossen, die diese korrupte Regierung und ihre Alliierten bekämpfen. Ausgerechnet, die CIA behält recht, wenn bald keine Strategie für den Aufbau gibt.
"Robert Gates sagte, die Recherchen belegten, dass "keine Armee in der Geschichte sich jemals so sehr bemüht habe, zivile Opfer zu vermeiden", wie die Truppen in Afghanistan. "Wir müssen aber auch mit noch mehr Umsicht vorgehen"
DAs sich die Kriegsverbrecher und Kriegsverlierer auch noch die Situation und ihre Verbrechen schönlügen, ist die Kirsche auf dem riessengrossen Misthaufen den sie produziert haben, den sie aber bis heute unaufhörlich als leckkeren Schockobecher verkaufen wollen, auch wnen Gott sie dank gut 80% der Völker weltweit dieses erbärmliche Spielchen längst durchschaut.
Ich wünsche dem afghanishen Wiederstand den Erfolg wie damals gegen die Sovjets, denn erst wenn die Besatzer aus dem Land geworfen werden, besteht eine Chance für einen Neuanfang nach REIN afghanischen Vorstellungen und Regeln.
...vergangenes Jahr stammten 93 Prozent der weltweit verbrauchten Opiate aus Afghanistan... 50 Prozent der afghanischen Wirtschaft ! Manch krisengeschütteltes Unternehmen wäre über soche Zahlen froh.(Achtung Ironie)