Im Koalitionsstreit über den Mindestlohn will SPD-Fraktionschef Struck die Wähler mobilisieren. Sie sollen mit Unterschriften Druck auf die Union ausüben.

Im Streit um den Mindestlohn sollte die SPD nach Ansicht von Fraktionschef Peter Struck durch Unterschriftenaktionen Druck auf die Union ausüben. "Eindeutig ja", antwortete Struck in der Zeitung Das Parlament auf die Frage, ob er den SPD-Wahlkämpfern in Niedersachen und Hessen eine solche Kampagne empfehle.

Peter Struck, ddp

"Bedeckt, jedenfalls nicht sonnig", beschreibt Struck die Wetterlage in der Koalition. (© Foto: ddp)

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Er wollte sich nicht festlegen, ob in der Koalition noch eine Lösung für einen solchen Mindestlohn im Briefbereich zu erwarten sei. An die Adresse der Union sagte er: "Ich gehe davon aus, dass es ein einmaliger Vorgang war. Wenn so etwas öfter vorkäme, würde das die Arbeit der Koalition schwer beeinträchtigen." Die SPD will mit dem Mindestlohn die Öffnung des deutschen Briefmarkts ab Januar 2008 abfedern. Sie wirft der Union vor, gegen eine Verabredung zur Übernahme eines tariflich vereinbarten Mindestlohns für die ganze Branche zu verstoßen.

Die Union hält den Tarifvertrag dagegen nicht für eine ausreichende Basis für den branchenweiten Mindestlohn. Struck sagte, angesichts des Streits sei die Wetterlage in der Koalition "bedeckt, jedenfalls nicht sonnig".

Struck signalisierte entgegen bisherigen Vermutungen seine Bereitschaft, auch nach der Bundestagswahl 2009 Fraktionschef zu bleiben. "Ich glaube, meine Fraktion hätte nichts dagegen", sagte er. "Ich glaube schon, dass ich auch nach der Wahl noch eine Rolle spielen werde in der Fraktion und in der Partei." Bisher war auch in der SPD mit einem weitgehenden Rückzug Strucks aus Spitzenfunktionen gerechnet worden.

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(Reuters/beu)