Der Vizefraktions-Chef der Grünen wirft Familienministerin von der Leyen vor, im Kampf gegen Neonazis versagt zu haben. Zudem sei die Polizei in der Gewaltnacht zu lax vorgegangen: Hätte es sich um Linke Gewalttäter gehandelt, wären "sie alle in U-Haft gewandert".
Hans-Christian Ströbele glaubt, dass die Polizei nicht beherzt genug eingegriffen hat, als in Mügeln Dutzende Personen acht Inder verprügelt und anschließend in einer Pizzeria belagert haben.
Bild vergrößern
Opfer des Mobs in Mügeln: Singh Kulvir (li.)auf dem Wochenmarkt im sächsischen Döbeln. (© Foto: dpa)
Anzeige
"Die Polizei war mit 70 Beamten vor Ort, aber nicht in der Lage, mindestens die Hälfte der 50 Gewalttäter dingfest zu machen", sagte der Vize-Fraktionschef der Grünen-Bundestagsfraktion zu sueddeutsche.de. Er höre mit einem "gewissen Entsetzen", dass die Beamten nur zwei der Männer festgesetzt haben. "Warum konnten sie nicht wenigstens die Personalien der anderen aufnehmen? Das ist mir völlig unbegreiflich."
Ströbele behauptete, dass die Behörden mit militanten Linken anders verfahren wären. "Wenn solche Gewalt von Linken gekommen wäre, wären sie alle in U-Haft gewandert. Das ärgert mich, weil das zeigt, dass man bei den Rechten Fünfe grade sein lässt."
Zu dem Vorfall in Mügeln sagte der Grüne, die Polizei war sich vorher darüber im Klaren, dass "da was im Busch ist. Das ist nicht alles überraschend vom Himmel herabgefallen."
"Das Familienministerium hat versagt"
Ströbele forderte, die Sensibilität der Behörden künftig "anzureichern". Ein neues NPD-Verbotsverfahren, das jüngst SPD-Parteichef Kurt Beck gefordert hatte, lehnte er ab.
Gewalttaten wie in Mügeln hätten dadurch ohnehin nicht verhindert werden können. "Der Exzess war nicht von der NPD organisiert, nach allem, was man bisher weiß."
Ebenso wie andere SPD- und Oppositionspolitiker warf Ströbele Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Kampf gegen Rechtsextremismus Versäumnisse vor. Die Ministerin wies inzwischen die Kritik an ihrer Arbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus zurück.
Ungeachtet dessen behauptete Ströbele, dass das Familienministerium versagt habe. "Es hätte gerade in diesem sächsischen Landkreis jede finanzielle Unterstützung gewähren müssen, um die jungen Leute von der Straße zu kriegen und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung zu verschaffen", sagte Ströbele, "Frau von der Leyen hat das zu verantworten."
(sueddeutsche.de)
Szene München
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
...die Polizei kann gegen diese nationalen Entgleisungen nicht nur in Deutschland nicht viel ausrichten. Das Beispiel Baskenland zeigt, das die Bevölkerung selbst die nationalen Mörderbanden der ETA vor der Polizei wenn nicht beschirmt, so doch die fremdenfeindlichen Taten (Bomben gegen die fremden Spanier in ihrem Land, Entführungen, Meuchelmorde, Brandanschläge) hinnimmt. Selbst im Regionalparlament hört und liest man "Ausländer raus - weg mit den Fremden, Baskenland den Basken usw. Die Abgeordneten der baskischen Nationalpartei nehmen da kein Blatt vor den Mund und verstehen sich als verlängerter Arm der Kampfgruppenn gegen Ausländer. Soweit soll es in Deutschland nicht kommen.
@ClarkNewcastle:
Ströbele ist mit seiner einseitigen Gewaltakzeptanz ein Teil des Problems und nicht der Lösung. Ein andere Kompenente ist es, wenn man seine Autonomie aufgibt und Teil einer eifrigen und giftigen Vorurteils- Skandalisierungs- und Instrumentalisierungskultur wird. Dies geschieht gerade beim Stigmatisierungsgewitter über Ostdeutschland im Allgemeinen und über Müggeln im Besonderen. Und das, obwohl die Faktenlage hauchdünn ist. Bis heute morgen. Nach einem ersten neuen Statements eines Polizeisprechers kann es gut sein, dass der Fall Müggeln eine ganz neue Wende nimmt.
Einige der Inder hätten mit abgebrochenen Glasflaschen zugestochen, berichtet das Nachrichtenmagazin am Samstag vorab. Laut Polizeiprotokoll erlitt einer der Deutschen «Stiche in die Leistengegend und das Gesäß». Einer der Ermittler sagte dem Magazin: «Wir sind dabei herauszufinden, was davon Angriff und was Notwehr war.» Möglicherweise werde der Fall Mügeln «einen etwas anderen Verlauf nehmen». Die Einleitung von Ermittlungen gegen einige Inder müsse ebenfalls geprüft werden, sagt ein Polizeibeamter.
Vorabmeldung ddp 25.08.07 / 12:47 Uhr
Wie gesagt, die einzige Lehre kann sein, sich keinen Vorurteilen oder Gewaltorchestern anzuschließen Der Zweck heiligt eben nie die Mittel.
Paging