Alle gegen Steinbrück: Die CDU fürchtet großen Schaden, die FDP schimpft ihn einen "Verbalradikalen" und Luxemburg bittet Außenminister Steinmeier um Hilfe. Und Steinbrück? Der wettert weiter.
Der Streit um die Steueroasen eskaliert: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat der Schweiz und Liechtenstein vorgeworfen, ganz bewusst deutsche Steuerpflichtige zur Steuerhinterziehung einzuladen.
Wettert weiter gegen Steueroasen: Finanzminister Peer Steinbrück. (© Foto: dpa)
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Er wolle nicht verharmlosend darüber hinwegschauen, dass manche Staaten "nicht nur billigend in Kauf" nehmen, sondern "vorsätzlich" und absichtlich dazu einladen, über ihr Land Steuerhinterziehung zu betreiben, sagte Steinbrück im Bundestag bei der ersten Lesung zu einem Gesetzentwurf, mit dem die große Koalition schärfer gegen Geldtransfers ins Ausland vorgehen will. "Ich behaupte, dass das im Falle der Schweiz ganz klar der Fall ist". Das gelte auch für Liechtenstein. Luxemburg und Österreich gingen inzwischen in die richtige Richtung, ergänzte er. Er wolle der Schweiz auch nicht unbegrenzt Zeit lassen, ihre Ankündigungen zur besseren Steuerkooperation wahrzumachen.
Steinmeier: "Mir wäre dieser Vergleich nicht eingefallen"
Steinbrück hatte jüngst in Brüssel die EU-Staaten Luxemburg und Österreich sowie die Schweiz bei der Bekämpfung von Steuerparadiesen auf eine Stufe mit dem Entwicklungsland Burkina Faso gestellt.
Die FDP warf Steinbrück "Verbalradikalismus" im Umgang mit europäischen Nachbarländern vor. Es sei besser, mit Ländern wie Luxemburg, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz zu verhandeln statt zu drohen, sagte der finanzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Hermann Otto Solms, ebenfalls im Bundestag.
Auch der CDU-Europapolitiker Elmar Brok attackierte Steinbrück: "Er verstößt gegen die Interessen Deutschlands", sagte Brok in Prag der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Luxemburgs Regierungschef und Finanzminister Jean-Claude Juncker sei deswegen inzwischen persönlich verbittert, sagte Brok nach einem Telefonat mit Juncker: "Wir sind dabei, einen der besten Freunde Deutschlands zu verlieren."
Luxemburg hatte zuvor den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in den Streit um Steinbrücks Äußerungen eingeschaltet. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sagte dem Sender WDR 5, er sei überzeugt, dass Steinmeier "es fertigbringen wird, hier Halt zu gebieten". Er habe mit Steinmeier über Steinbrück gesprochen. "Und ich rate wirklich Herrn Steinbrück, die Notbremse zu ziehen...", sagte Asselborn.
Steinmeier distanzierte sich indes am Donnerstag vor Journalisten in Berlin von Steinmeiers Äußerung: "Ich war selbst in Ougadougou. Mir wäre dieser Vergleich nicht eingefallen".
"So ungeschickt, so aggressiv"
Steinbrück hatte am Dienstag in Brüssel gesagt, er halte Listen von Steuerparadiesen für richtig, auf denen auch EU-Staaten wie Luxemburg und Österreich sowie die Schweiz auftauchen. Mit Blick auf ein geplantes Treffen in Berlin hatte er gesagt: "Selbstverständlich werde ich sie zur Nachfolgekonferenz im Juni in Berlin einladen: Luxemburg, Liechtenstein, Schweiz, Österreich, Ouagadougou (Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso)."
Asselborn sagte, wenn man mit Arroganz und Überheblichkeit aus Deutschland operiere, dann werde das Bild Deutschlands eines kooperativen Landes "zerquetscht". Er fügte hinzu: "Unser Parlament hat gestern mit allen Stimmen die Position von Herrn Steinbrück verurteilt." Asselborn sagte weiter, er verstehe nicht, warum Steinbrück "sich so ungeschickt, so aggressiv, so herablassend benimmt".
(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/AP/woja/bosw)
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Sind Sie so total verbiestert, dass Ihnen nicht in den Sinn kommt, dass etwas ironisch oder zumindest mehrdeutig gemeint sein könnte ? Bitte Bildungs-Tassen in Ihrem Schrank nachrüsten !
Die Steuer auf Kapitalerträge ist effektiv weit höher als 25% und begünstigt leider die Berufszocker und leute, die von diesen Erträgen bequem leben können.
Beleg: 3% Zinsen, 2% Inflation. 3% Zins - 25% Steuer sind 2.25% über. Also 0.25% Zins über Inflationsrate, wovon 0.75% an den Staat gehen. Bezogen auf den realen Wertzuwachs sind das 75% Steuern und nicht 25%.
Der Zocker mit 10% Rendite müsste 2.5% an den Fiskus zahlen und hat 9% effektiven Wertzuwachs. Was einer Besteuerung des realen Überschusses von 27% entspricht.
Übrigens gilt bei allen Kapitalerträgen, dass diese durchaus auf der Steuererklärung ausgewiesen werden können. Wer z.B. als aktueller gesetzlicher Rentner Zinseinnahmen von 3000 im Jahr hat (die Rente ist faktisch steuerfrei), der hat zum Existenzminimum von ca 8000 incl. Werbungskosten noch Raum. Trotz überschreiten des Sparerfreibetrags kann dieser sich nach meinem Kenntnisstand die gezahlte Steuer zurückholen.
ganz offensichtlich tun Sie sich ein wenig schwer damit zu lesen. Ich habe mir den Kommentar von apfelbutzen jetzt mehrfach durchgelesen. Von einer Mauer steht da nichts. Ihre seltsame und unverständliche Einlassung mit der Mauer: kann es sein das diese Ihrer Phantasie entsprungen ist? Oder haben Sie irgendwo eine Quelle, einen Beleg für Ihr abwegiges Postulat?
Dieses Programm ist nett. Ich denke, wenn die Linken an die Macht kämen, dann dauert es garnicht lang und wir haben wiéder eine feste Mauer um unser schönes Land, bauen unsere Bananen selber an ( oder verzichten halt zu Gunsten der Solidarität) und machen alles so, daß es gleich aussieht.
Und nur zur Erinnerung: die Mauer steht natürlich nicht für die Schweizer und die Engländer und die Liechtensteiner, sie steht für uns Deutsche, die so einen Blödsinn nie wieder wollten!
anstatt sich in arithmetischen Piruetten zu bewegen rege ich an, grundsätzlich die Höhe der Steuern zu verringern.
Was die Kapitalertragssteuer angeht, so wäre ich dafür, all jene Produkte, die keine Produktivität unmittelbar dahinter haben, voll zu besteuern, alle anderen jedoch nicht. Das hätte zur Folge, daß Aktionäre für ihre Ausschüttungen (nach Steuer bei den Unternehmen) diese Einkünfte nicht mehr versteuern müßten, alle anderen, die auf Schuldverschreibungen und Hedgefonds setzen aber schon.
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