Nur mit viel gutem Willen kann man Merkel zugutehalten, dass sie den Papst und Seehofer nicht gleich behandeln wollte, weil der Ministerpräsident das möglicherweise gar nicht als Kritik verstanden hätte.
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Merkel hat den Papst kritisiert, aber zum Fall Erika Steinbach schweigt sie - und da hört der Spaß dann auf. Der Bund der Vertriebenen will seine Präsidentin unbedingt in den Stiftungsrat für die Vertriebenen-Gedenkstätte setzen. Da kann man dafür sein oder dagegen.
Ein starker Auftritt, der die Schwächen offenbarte
Merkel aber verschanzt sich seit Monaten hinter Formalitäten und Fristen. Die Kanzlerin hat die Gedenkstätte 2005 zum Projekt der Koalition gemacht und 2008 durchgesetzt. Sie hat mit Erfolg um die Duldung durch die polnische Regierung geworben.
Nun aber lässt sie die entscheidende Frage offen, schweigt - und riskiert damit, dem deutsch-polnischen Verhältnis zu schaden, das zu schützen sie vorgibt.
Was interpretiert man hinein in diese Kanzlerin der Stille?
Großer Phantasie bedarf es nicht, um dahinter die Angela Merkel zu entdecken, die über Niederlagen genauso wenig reden mag wie über Konflikte, gelöst oder ungelöst.
Ein bemerkenswertes Paradoxon besteht jedoch darin, dass Merkel selbst diesmal mit ihrem ungewöhnlichen Appell an den Papst verdeutlicht hat, was bei ihr gewöhnlich ist: nichts zu sagen.
Mit einem einzigen starken Auftritt hat sie damit zugleich eine ihrer größten Schwächen offenbart. Nach klaren Worten ist nun wieder nur Merkels gesammeltes Schweigen zu hören.
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(SZ vom 18. Februar 2009/odg)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
....überlesen. Die Wiederholung erspare ich mir denn die würde wahrscheinlich den sofortigen Ausschluß aus diesem Forum nach sich ziehen.
Gelinde gesagt " eine Unverschämtheit " !
Und der Herr Steinmeier negiert das auch noch. Nur gut das Frau Steinbach nicht spd Mitglied ist.
Eigentlich kann man sich ja nur noch auf den 27.09.2009 ab 18.00 Uhr freuen weil ja dann die Personalie Steinmeier und spd mit Sicherheit überholt ist.
Sie fragen:" Wozu ... noch die SZ lesen?"
U.a. wg. Nico Fried.
Weil themenübergreifende Analyse und kluge Beobachtung nicht mehr in vielen Zeitungen gepflegt wird.
Danke, SZ.
"Sachlich, kompetent, zuverlässig und bedacht, so präsentiert sich der Kandidat." So schildert Frau Höll die Vorstellung von Frank-Walter Steinmeier. "Merkels Schweigen" stellt Nico Fried fest und findet auch gleich Helmut Kohl als ihren Lehrmeister. Schlicht und ergreifend Wahlkampf der billigsten Sorte. Es gab einmal eine Zeit, da konnte sich der kritische Leser aus umfassenden Beiträgen in der SZ selbst eine Meinung bilden. Aber mittlerweile ist offensichtlich der denkende Leser nicht mehr gefragt. In zahllosen Kommentaren werden Vorurteile bedient und dem Leser das Denken abgenommen. Wozu also die SZ noch lesen?
'...Ein bemerkenswertes Paradoxon besteht jedoch darin, dass Merkel selbst diesmal mit ihrem ungewöhnlichen Appell an den Papst verdeutlicht hat, was bei ihr gewöhnlich ist: nichts zu sagen. ...'
Im Endeffekt sagt er bloß, dass das Merkel nichts zu sagen hat. Aber dazu hätte es m.E. keines ganzen Artikels bedurft. Das stand in der Überschrift und war auch vorher schon reichlich bekannt.... ;o)
sie sollten mal Manes Sperbers "Stufen der praktikablen Unwissenheit" lesen. Leider muß man von vornherein die völlige Sinnlosigkeit eines solchen Unternehmens befürchten. Was machen Sie, wenn es die CSU nicht mehr oder nur als Randnotiz gibt? Wäre ja möglich, setzt man bspw. tatsächlich demokratische und zukunftsfähige Konzepte voraus, die der Vereinigung fehlen.
Armes Ding
Paging