Das Kabinett von Angela Merkel steht. Eine Kröte muss die designierte Kanzerlin aber schlucken. Edmund Stoiber hat offenbar durchgesetzt, dass Horst Seehofer Minister für Landwirtschaft und Verbraucher wird.

Damit steht neben CSU-Chef Edmund Stoiber (Wirtschaft) auch der zweite Minister aus der bayerischen Schwesterpartei fest. Die CDU stellt vier weitere Ressortchefs: Als sicher gelten Wolfgang Schäuble (Inneres), Annete Schavan (Bildung), Ursula von der Leyen (Familie) und Franz Josef Jung (Verteidigung).

Edmund Stoiber

Hat sich mal wieder durchgesetzt: Edmund Stoiber (© Foto: ddp)

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Merkel will die Namen am Montag offiziell bekannt geben. Die SPD hat ihre acht Ministerkandidaten bereits benannt. Darunter ist auch SPD-Chef Franz Müntefering als Arbeitsminister und Vizekanzler. Unmittelbar nach Merkels Bekanntgabe sollen am Nachmittag die Koalitionsverhandlungen beginnen.

"Es ist alles entschieden", erklärte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff am Sonntagabend. Der zweite CSU-Minister stehe fest, "die vier CDU-Minister, der Kanzleramtsminister". Namen wollte Wulff nicht mitteilen. Als Kanzleramtschef war bisher fast ausschließlich Norbert Röttgen im Gespräch; am Abend fiel jedoch seitens der Leipziger Volkszeitung auch der Name des sächsischen Innenministers Thomas de Maizière.

Glos gilt als entscheidendes Scharnier

Wulff sagte darüber hinaus lediglich, Niedersachsen werde mit einem Minister im Kabinett vertreten sein. Von der Leyen kommt aus diesem Bundesland. Aus CSU-Kreisen verlautete, Merkel habe der kleinen Schwesterpartei angeboten, als zweites Ressort entweder Verteidigung oder Landwirtschaft zu übernehmen. Nach internen Gesprächen laute die Tendenz, "dass wir auf das Agrarministerium zugreifen werden". Präsenz in der Landwirtschaft sei für Bayern auch im Hinblick auf die nächste Landtagswahl wichtig.

Zuvor war bekannt geworden, dass Stoiber die "gewisse Priorität" hat, dass Seehofer der nächsten Regierung angehört, falls die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD erfolgreich verlaufen. Die als Agrarministerin ins Gespräch gebrachte CSU-Politikerin und frühere Bundesministerin Gerda Hasselfeldt solle Bundestagsvizepräsidentin werden, hieß es.

Als Verteidigungsminister war zwischenzeitlich Michael Glos im Gespräch gewesen, der sich auch grundsätzlich bereit erklärt hatte, ein Ministeramt zu übernehmen. Doch auf Glos will die Union als CSU-Landesgruppenchef im Bundestag nicht verzichten, da er ein entscheidendes Scharnier für das Gelingen der angestrebten großen Koalition sei.

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(AP)