Verwirrung um George W. Bush: Zum Abschluss seiner Europareise hat sich der US-Präsident im Streit um Kosovos Unabhängigkeit für Serbien stark gemacht - nachdem er am Vortag den Kosovaren den Rücken gestärkt hatte.
US-Präsident George W. Bush hat zum Abschluss seiner Europareise Verständnis für Serbien geäußert.
Präsident George W. Bush hat seine achttägige Europareise beendet - und hofft auf positive Signale aus Russland. (© Foto: Reuters)
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Bei der angestrebten Unabhängigkeit der Krisenprovinz Kosovo im Süden Serbiens spielen nach Bushs Worten für die USA auch die Wünsche Serbiens nach Mitgliedschaft in Nato und EU eine Rolle.
Washington sei sich auch der von Belgrad erhofften Verbesserung der serbisch- amerikanischen Beziehungen bewusst, sagte er bei einem Treffen mit dem bulgarischen Staatspräsidenten Georgi Parwanow. Dieser habe bei ihren Gesprächen besonders auf die Berücksichtigung auch der serbischen Vorstellungen gedrungen, berichtete Bush.
Am Vortag hatte der Präsident einen "endlosen Dialog" über die Zukunft des Kosovo abgelehnt. Die Unabhängigkeit der südserbischen Krisenprovinz müsse auch dann verwirklicht werden, wenn die diplomatischen Bemühungen für einen entsprechenden UN-Beschluss scheitern, hatte der US-Präsident bei einem Staatsbesuch in Albanien gesagt.
Wenn es keinen diplomatischen Fortschritt in der Frage des künftigen Status des Gebiets gebe, "werden wir uns bewegen müssen." Das Ziel müsse die Unabhängigkeit des mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo sein. Notfalls müsse hierbei auch ohne die Zustimmung Serbiens und Russlands gehandelt werden.
Der US-Präsident beendete seine achttägige Europareise und flog aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia nach Washington zurück.
"Ich möchte mit George ebenso befreundet sein wie mit Wladimir"
Er hatte zuvor Bulgarien seine "starke Unterstützung" für die Freilassung der fünf in Libyen zum Tode verurteilten bulgarischen Krankenschwestern zugesagt. Sie gehörten "freigelassen und sollten zu ihren Familien zurückkehren dürfen". Dies Position werde die US-Regierung gegenüber der libyschen Regierung auch weiterhin unterstreichen.
Der US-Präsident verwies auch auf die US-Hilfe für die HIV-infizierten libyschen Kinder. Die Krankenschwestern werden beschuldigt, für die Infektion der Kinder verantwortlich zu sein.
Der US-Präsident würdigte besonders den bulgarischen Beitrag in den Kriegsgebieten im Irak und Afghanistan "im Kampf gegen Extremisten und Terroristen, ... und für die Freiheit und Stabilisierung junger Demokratien". In diesen Ländern gehe es darum, "das Fundament für jahrzehntelangen Frieden zu legen".
Im Streit um den US-Raketenschild äußerte Bush Hoffnung auf eine nützliche Zusammenarbeit mit Russland. "Es gibt einen Prozess, in dem wir zusammenarbeiten und Informationen sehr transparent austauschen können", sagte Bush in Sofia.
Er bekräftigte, dass er Russland nicht als Feind betrachte. Er habe dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem G-8-Gipfel in Heiligendamm vorgeschlagen, die US-Pläne von russischen Experten prüfen zu lassen. "Wir werden eine Gruppe von Leuten haben, die zusammenkommen und beraten, wie den echten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen ist", sagte der US-Präsident.
Der Streit über die US-Pläne hat die Spannungen zwischen Russland und den USA verschärft, was nicht zuletzt in Bulgarien Sorgen ausgelöst hat.
Staatspräsident Parwanow erklärte, dass Bulgarien daran interessiert sei, in die geplante europäische Raketenabwehr integriert zu werden. In Anspielung auf den amerikanisch-russischen Konflikt über die US-Pläne sagte er: "Bulgarien sollte sich nicht entscheiden müssen zwischen der Freundschaft mit den USA oder der Freudschaft mit Russland... Ich möchte mit George ebenso befreundet sein wie mit Wladimir (Putin)."
Bush war am Sonntagabend in Sofia eingetroffen. Der US-Präsident hatte zuvor Tschechien, den G8-Gipfel in Deutschland sowie Polen, Italien, den Vatikan und Albanien besucht.
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(dpa/Reuters)
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Es sollte natürlich :
"Den damaligen Berichten nach SPRICHT die Art und Weise des Aufbaus von einer
geplanten langjährigen Präsenz... "
heißen.
MfG
Zack
@ Friedeman:
Es mag sein, dass Mr.Bush nicht "weiss, was Serbien ist, was Albanien ist, ...".
viell. ist es sogar wahrscheinlich. Aber das muß er auch nicht wissen.
Interessanterweise ließen die USA 1999 in der Hauptstadt der autonomen Provinz
die angeblich größte Militärbasis in Europa einrichten. Den damaligen Berichten nach
entspricht die Art und Weise des Aufbaus von einer geplanten langjährigen Präsenz...
So etwas hat wenig mit der Entscheidung eines einzelnen auf zwei Mandaten
(ergo 8 Jahre) begrenzten Präsidenten. Das planen schon andere Herren, meist
sehr langfristig.
MfG
Zack
Zustimmung zu Ihrer Annahme, Bush wüsste nicht -mehr-, wo er sich gerade aufhält und was die vielen besuchten Länder im alten und im neuen Europa politisch und im Detail unterscheidet!
Und ich bin ziemlich sicher, einigen anderen-auch europäischen- Staatsoberhäuptern erginge es ähnlich, müssten sie eine derartige Gewalt-Tour im ICE-Tempo zurücklegen.
Und wirklich wichtig ist sowieso NICHT, was Bush vor Ort so von sich gibt, sondern was Gheney und seine engsten Berater ihm einbläuen!
doch wahnsinnig langweilig und die Pressemitteilungen um einiges eintöniger, gäbe es den werten Mr Bush nicht ! !
Nachdem sich der (natürlich!) strenggläubige Christ den päpstlichen Segen im Vatikan einfach mit seinem frech-fröhlichen Verhalten erheischte, ging die große Abenteuer-Reise im gefährlich anmutenden "neuen Europa" weiter, zum Kumpel in Bulgarien! Denn, wenn man den Aussagen Parwanows trauen darf, möchte er ja gern innige Freundschaft zu George (als auch zu Wladimir) pflegen. Da kann man nur hoffen, dass sich das nicht in Eitelkeitsfehden als unerreichbare Vision auflöst. Denn ein Freund für George wär' besser als keiner!? Obwohl dieser sich natürlich auch zu romantischen Utopien hinreißen lässt, wie reizend: Selbstverständlich geht es im Irak nur darum, "das Fundament für jahrzehntelangen Frieden zu legen"... dann waren wohl viele andere Leute zu verblendet, um zu dieser offensichtlichen Erkenntnis zu gelangen - logisch. Ach! [demonstrativer Handklatsch auf die schon von Zweifelrunzlern geplagte Stirn] - und da war doch noch was: Kosovo. So ein Mini-regionales Problem, was sich anmaßt, zum Kristallationspunkt anachronistischer Zwistigkeiten in der UNO zwischen George und Wladimir zu mutieren.. tz tz tz
ein Glück, dass es dafür Freunde gibt, die einem aus der Patsche helfen !
(wenn man schon mal das Pech hatte, sich ganz übereilt auf zu stark hofierende und einschmeichelnde Selbstdarstellungs-Statements einzulassen)
Also wie wär's Mr Bush, nicht ein Telefonat mit dem neuen Kumpel in Bulgarien gefällig ??
ich weis nicht was du gegen die albaner hast aber solche Argumente sind einfach nur dumm.
Paging