Streit um Inselgruppe Briten schicken Kriegsschiff vor Falklandinseln

Der Streit um die Falklandinseln verschärft sich: Großbritannien schickt ein Kriegsschiff vor die Inselgruppe und wirft Argentinien "Kolonialismus" vor. Die Regierung in Buenos Aires protestiert heftig und spricht von einem Ablenkungsmanöver der Briten.

Großbritannien schickt eines seiner neuesten und modernsten Kriegsschiffe vor die Falklandinseln. Es sei seit langem geplant gewesen, die HMS Dauntless dort zu stationieren, teilte das Verteidigungsministerium mit. Argentinien beansprucht die Falklandinseln für sich, die Großbritannien 1833 besetzt hat. In den vergangenen Wochen hatte es einen politischen Schlagabtausch um die Inseln gegeben.

Großbritannien schickt eines seiner modernsten Kriegschiffe, die HMS Dauntless (Archivbild), vor die Falklandinseln.

(Foto: Reuters)

Aus London hieß es, es handle sich nicht um eine Reaktion auf die jüngsten Spannungen. Das Kriegsschiff soll demnach in den nächsten Monaten auf Jungfernfahrt gehen und bei den Falklandinseln vor Argentinien eine kleinere Fregatte ablösen. Bei dem Schiffsaustausch handle es sich um eine "Routineaktion".

Die argentinische Regierung protestierte gegen "den britischen Versuch, einen Konflikt zu militarisieren, in dem die Vereinten Nationen mehrfach zu einer Lösung durch bilaterale Verhandlungen aufgerufen haben". Die Regierungen sollten der Versuchung widerstehen, in der Wirtschaftskrise mit falschem Patriotismus die Öffentlichkeit von den Sparmaßnahmen und der Arbeitslosigkeit abzulenken, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Buenos Aires. Argentinien hatte in den vergangenen Wochen versucht, Ölbohrungen der Briten zu stoppen. Außerdem untersagte das Land gemeinsam mit Nachbarn wie Brasilien und Uruguay Schiffen unter Falkland-Flagge, in einheimische Häfen einzulaufen

Der britische Premier David Cameron warf Argentinien "Kolonialismus" vor. Die Royal Navy sei seit vielen Jahren durchgängig im Südatlantik präsent, erklärte ein Sprecher der britischen Marine. Auch der britische Außenminister William Hague sagte dem Fernsehsender Sky News, an der Stationierung der HMS Dauntless sei nichts Ungewöhnliches.

Im Falklandkrieg zwischen Argentinien und dem Vereinigten Königreich vor gut 30 Jahren hatten etwa 650 Argentinier und etwa 250 Briten ihr Leben verloren. Am 2. April 1982 griff die Armee der damaligen argentinischen Militärjunta die Inselgruppe, die sie selbst Malvinas nennen. an und löste so den Falkland-Konflikt mit Großbritannien aus, der mit einer Niederlage für das südamerikanische Land endete.