Die Bundesjustizministerin hat den Umgang mit Geruchsproben von Straftätern verteidigt - und ging in die Offensive. Am Vortag klang Zypries noch anders.

"Die Aufgeregtheit der Debatte ist durch die Medien verursacht", sagte Brigitte Zypries am Donnerstag in München. Zur Aufklärung eines Brandanschlags seien von fünf Beschuldigten Geruchsproben genommen worden, um sie mit Spuren auf einem Bekennerschreiben zu vergleichen.

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Attacke auf die Medien: Brigitte Zypries (© Foto: dpa)

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Die Strafprozessordnung ermögliche das. Die Proben würden anschließend vernichtet. Eine Verbindung mit Demonstranten gegen den G-8-Gipfel herzustellen, sei "an den Haaren herbeigezogen", sagte die SPD-Politikerin auf einer Pressekonferenz beim G-8-Innen- und Justizministertreffen.

Am Vortag hatte Zypries noch gesagt, die Entnahme von Geruchsproben hätten bei ihr ein "sehr ungutes Gefühl" hinterlassen. Innenminister Wolfgang Schäuble stellte erneut klar: "Es gibt keine Geruchsproben zur Prävention - das ist schlicht eine Erfindung der Medien!" Der Fall zeige einmal mehr, "wie man aus nichts Aufregung machen kann".

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den G-8-Gipfel in Heiligendamm verteidigte Schäuble: "Es gibt die international übereinstimmende Beurteilung, dass dies die notwendigen, angemessenen Maßnahmen sind", sagte der CDU-Politiker. Kollegen hätten ihn gefragt, ob die Sicherheit der Gipfelteilnehmer gewährleistet sei, und er habe das bejaht.

Nach der Entnahme von Körpergeruchsproben bei G-8-Gegnern werden Forderungen an die Bundesanwaltschaft laut, auf diese Ermittlungsmethode gänzlich zu verzichten. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte, die Karlsruher Behörde solle von dem Mittel der Geruchsprobe "Abstand nehmen". Der SPD-Politiker verwies im WDR zugleich darauf, dass die Verlässlichkeit der Methode auch von Kriminalisten anzweifelt werde. "Der Erkenntniswert ist außerordentlich fragwürdig."

Derweil geriet Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) wegen des Vergleichs der Proben mit Stasi-Methoden zunehmend in die Kritik. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla forderte Thierse auf, sich wegen des Vergleichs mit Stasi-Methoden zu entschuldigen. Wegen des Stasi-Vergleichs hatte zuvor bereits FDP-Chef Guido Westerwelle von Thierse eine Entschuldigung verlangt.

Die Organisatoren des G-8-Alternativgipfels kündigten unterdessen an, sie erwarteten Anfang Juni in Rostock eine Rekordbeteiligung. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte Verständnis für den Protest gegen den G-8-Gipfel.

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(AP/dpa)