Manchem Bischof ist die Familienpolitik der Union zu progressiv. Doch das Zentralkomitee der Katholiken hält die CDU-Linie für "realitätsfern" - so werde die Zukunft Deutschlands aufs Spiel gesetzt.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat die Haltung der Union in der Debatte über die Kinderbetreuung scharf kritisiert. ZdK-Präsident Joachim Meyer bezeichnete am Mittwoch die Ergebnisse der Koalitionsrunde als "große Enttäuschung".
Lachen mit dem Genossen: Familienministerin von der Leyen und Außenminister Steinmeier (© Foto: dpa)
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Offenbar hätten sich "jene in der Union durchgesetzt, welche die die Realität junger Familien immer noch nicht wahrhaben wollen und sich hinter der Forderung verstecken, man müsse erst den Bedarf feststellen", erklärte er. "Mit solcher Art von Politik wird Deutschland seinen Familien nicht gerecht und bleibt in seiner Zukunft dramatisch gefährdet."
Meyer kritisierte aber auch das Finanzierungskonzept der SPD. Die Kosten dürften nicht Ehe und Familie belasten, sondern müssten von der gesamten Gesellschaft übernommen werden.
Von der Leyen beharrt auf Konzept
Ungeachtet des massiven Gegenwinds aus den eigenen Reihen beharrt Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf der Einrichtung von bundesweit 750.000 Krippenplätzen. "Ich werde beharrlich mein Ziel verfolgen, denn in den westlichen Bundesländern gibt es nur für acht Prozent der Eltern ein Angebot", sagte von der Leyen im ARD-Morgenmagazin.
Die Ministerin kritisierte, Deutschland sei bei der Kinderbetreuung in Europa derzeit im unteren Drittel zu finden. Sie werde sich daher am 2. April mit allen Familienministern der Länder zusammensetzen, um Finanzierungswege für einen Ausbau der Kinderbetreuung auszuloten.
Die Umsetzung der Pläne von der Leyens würde die Einrichtung von etwa 500.000 zusätzlichen Plätzen erfordern. Die Vorgabe des Koalitionsausschusses, zunächst einmal den Bedarf festzustellen, bezeichnete die Ministerin in diesem Zusammenhang als eine "große Chance".
Dieser auf Druck von CDU und CSU gefasste Beschluss war vielfach als innerparteiliche Niederlage der Familienministerin gewertet worden.
Beck: Unions-Konzept ist "Luftballon"
Unterdessen hat SPD-Chef Kurt Beck den Finger tief in eine klaffende Wunde der Union gelegt: Familienministerin von der Leyen habe im eigenen Lager "nicht ausreichend Rückendeckung". Ihr Krippenkonzept erweise sich als "Luftballon".
Es sei "spürbar geworden", dass von einem gemeinsamen inhaltlichen Konzept in der Union noch nicht die Rede sein könne, sagte Kurt Beck der Frankfurter Rundschau. Die SPD sei "inhaltlich mit von der Leyen nicht auseinander" und halte es für "machbar", schon bis 2010 rund 500.000 neue Krippenplätze zu schaffen, sagte Beck.
Die in der Koalitionsrunde deutlich gewordenen Zweifel führender Unionspolitiker am Umfang des Bedarfs zeige, dass diese das anders sähen. Aber die Politik habe nun Erwartungen geweckt, die auch erfüllt werden müssten. Beck sagte, er hoffe nach wie vor darauf, dass "möglichst noch vor Ostern" in der Koalition Klarheit über das Ausbauziel bestehe.
Ähnlich äußerte sich Struck in der Süddeutschen Zeitung. "Wir stehen auf der Seite von Frau von der Leyen", sagte er. Bis Mitte April wolle die Union nun erst einmal den Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen klären. "Bei Frau von der Leyen hörte sich das so an, als sei die CDU schon weiter."
Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Nicolette Kressl kritisierte die Union für ihren Umgang mit Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) scharf: "Ich befürchte, Frau von der Leyen ist von ihrer Partei wieder eingefangen worden", sagte Kressl der Berliner Zeitung. Mit Sorge sehe sie das geplante Treffen der Ministerin mit ihren Kollegen aus Ländern und Kommunen, bei dem der Bedarf an Krippenplätzen ermittelt werden soll. Dabei werde sich zeigen, ob die Union wirklich vorankommen wolle. "Die SPD kann und wird es nicht zulassen, dass der dringend notwendige Ausbau der Kinderbetreuung durch einen politisch festgesetzten Bedarf gebremst wird", sagte Kressl.
Kauder gegen mehr Geld für Krippenplatze
Tatsächlich gibt es innerhalb der Union weiter unterschiedliche Auffassungen, wie der geplante Ausbau von Krippenplätzen finanziert werden soll. Fraktionschef Volker Kauder lehnte jetzt einen Vorschlag des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber ab, die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer-Erhöhung dafür zu verwenden. "Der Bund hat kein Geld, das er dafür einsetzen könnte", sagte der CDU-Politiker der in Hannover erscheinenden Neuen Presse.
Im Koalitionsvertrag sei festgelegt, das bis 2010 mindestens 230.000 neue Krippenplätze geschaffen würden. "Der Bund stellt dafür schon jetzt pro Jahr 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung", sagte Kauder. Er verteidigte zudem den Entschluss der großen Koalition, den Bedarf an Krippenplätzen in Deutschland zu prüfen. Von der Leyen habe mit Recht darauf hingewiesen, dass in dem Bereich mehr getan werden müsse. "Das muss jedoch nicht dazu führen, dass der Bund noch mehr Geld für diese Aufgabe der Länder und Kommunen zuschießt", sagte der CDU-Politiker. "Jeder muss seine Hausaufgaben erledigen."
Von der Leyen war mit ihren Plänen zum Ausbau der Kinderbetreuung von der Union ausgebremst worden. Sie will nun zunächst gemeinsam mit Ländern und Kommunen klären, inwieweit es Bedarf für neue Krippenplätze gibt. Das Konzept soll dem Koalitionsausschuss am 16. April vorgelegt werden, wie die Ministerin am Dienstagabend im ZDF sagte.
(AP/dpa/ddp)
Reiseknigge: Türkei
Die Höhe der Einkommenssteuer (und auch des Rentenbeitrags) sollte sich logischerweise nach der Anzahl der Kinder richten, und nicht danach ob 2 Verdiener zufällig verheiratet sind oder nicht (die kinderlose, fingernagellackierende Frau vom Spitzenverdiener hat hier zur Zeit wohl den größten Vorteil, ob du einen Sack voll Kinder zu versorgen hast, spielt weder bei der Einkommenssteuer, noch bei dem Rentenbeitrag eine Rolle (zumindest bei kleinen bis mittleren Einkommen) - ungerechter gehts nicht.
Mir ist nach wie vor absolut schleierhaft, wieso dermaßen krampfhaft am Ehegattensplitting festgehalten wird.
Ich verstehs nicht!
Heute morgen im DLF:
Der Steuerexperte meint: (in etwa): "Hohe Einkommen können ja heute schon ein Familiensplitting machen, da sie eine Familien-KG gründen können (Anm.: geniesen also Vorteile durch viele Kinder) Deshalb sollte aus Gründen der Fairness das EHEGATTENSPLITTING für mittlere Einkommen unbedingt beibehalten werden (Anm.: haben also keine Vorteile durch viele Kinder" - ???????????????????????????????????????????????????????
Im DLF kommen immer nur Familien-Splitting-Gegner zu Word, aber diese Logik bleibt mir diesmal wirklich absolut verborgen.
Es gibt ja auch wirklich keine Argumente gegen Familien-Splitting oder etwa das Familien-Wahlrecht. Es wird nur einfach nicht gemacht.
Gehen diese Massen-Manipulatoren eigentlich nur noch von grenzdebilen, stumpfen Idioten als Zuhöhrer aus?
Hier wird seit Jahrzehnten Aktivität durch Schaumschlägerei und Heuchlerei vorgetäuscht. Im Grunde wird die Familie systematisch finanziell demontiert.
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Schließlich war es der Staat, der die Existenz von Kindern zum Merkmal einer neuen Unterschicht gemacht und Millionen von ihnen in die Armut getrieben hat. In Deutschland nennt man das sozial.
Seltsam, seltsam dass gerade im konservativen Lager sich nur die Männer - ganz besonders katolische Würdenträger, die dem Zölibat unterliegen und von der Materie so viel Ahnung haben wie die Kuh vom Eierlegen - heftigst und manchmal sehr unqualifiziert zu diesem Thema äussern. Mich würde die Meinung der Frauen aus diesem Lager interessieren.
Doch nun zu des Pudels Kern: Möglicherweise fürchtet da die eine oder andere Lobbyistengruppe Machterosion, hübsch verpackt in Familienpolitik und obwohl es die Realität wiederspiegelt wehrt man sich wo mann nur kann. Wer`s nicht ausprobiert findet`s nicht heraus...
"Dumm ist der, der dummes tut" Forrest Gump.
Zuerst sind fast alle CDU/CSU-Größen, insbesondere die, die jetzt wieder einen Rückzug machen, für die Aktion von frau von der Leyen. Nun wird wieder alles auf die lange Bank geschoben. Hier wird wohl der Stil von H. Stoiber zur Methode. Wie lange lassen wir uns diese Kindergartenspiele der politischen "Elite" noch gefallen (man merkt, dass Ihnen die soziale Krippenerziehung abgeht)
Viele Grüße
Wrzkbrnft
Zitat:
Um Wasser auf deine Mühlen zu kippen: In Frankreich zahlt eine Familie mit zwei vernünftigen Vollzeit-Einkommen und 3 Kindern knapp 13.000 - in Worten: dreizehntausend - Euro weniger Einkommensteuer im Jahr.
Vergleichbare Staatsquote. Vergleichbare Sozialabgaben.
Liegt übrigens nicht am Familien-Splitting.
Und Kindergeld gibt´s noch obendrein (etwas weniger als in D). Und Krippenplätze. Und Ganztagsschulen. Und zusätzlich absetzbare Kinderbetreuungskosten.
Die deutsche Propaganda ist zum Heulen.
Dummheit regiert.
DINK ist der einzige Weg, noch halbwegs akzeptabel zu leben. Und bald wird man auch mit Kindern nicht mehr umhinkommen, 55 Jahre seine Lebens mit doppelt vollzeit erwerbstätigkeit zu verbringen, selbst wenn man niedrige Ansprüche hat.
Aber nicht weil´s notwendig wäre, sondern weil der Staat 70% des Einkommens abkassiert. Oder 80.
Wer auf sein Humankapital angewiesen ist, um zu (über-)leben, hat verloren. Wer Kindre liebt, ebenfalls.
Leute, kauft Aktien!!!
Genau so ist es.
Die ziehn da nur wieder ihr übliches Theater ab (Oh.. wie wichtig sind doch die Familien oh oh....)
Hintenrum kürzen sie wieder die Unterstützung für Alleinerziehende .....usw...
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Schließlich war es der Staat, der die Existenz von Kindern zum Merkmal einer neuen Unterschicht gemacht und Millionen von ihnen in die Armut getrieben hat. In Deutschland nennt man das sozial.
Warum gebärt die Mutter Ursula nicht weiter...?
Gefühllosigkeit, Geld, Personal, Zeugevater, Christlichkei - Vermögen und Materie - alles hat sie dazu angehäuft.
Jetzt will sie ihre Zwangsvorstellunen übertragen auf Menschlein, die über diese Mittel nicht verfügen.
Paging