Besser der alte Chef als ein anderer? Im Streit um den CSU-Vorsitz drängt Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) den amtierenden Parteichef Edmund Stoiber laut einem Medienbericht, auf dem Parteitag im September erneut für den Vorsitz zu kandidieren.
Als Begründung führe Seehofer an, Stoiber sei "einer der großen Konservativen" im Land, der nicht nur für die CSU, sondern auch für die CDU unersetzlich sei, schreibt die Zeitung Bild am Sonntag unter Berufung auf Informationen aus der CSU-Spitze.
Seehofer und Stoiber vereint (© Foto: Reuters)
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Mehrfach habe Seehofer, der selbst Interesse am Parteivorsitz hat, Stoiber diesen Vorschlag gemacht. Doch Stoiber, der seine Ämter als Ministerpräsident und CSU-Chef Ende September aufgeben will, lehne eine erneute Kandidatur ab.
Seehofer ließ nach Informationen der Zeitung in den vertraulichen Gesprächen durchblicken, dass er bereit sei, seine Kandidatur zurückzuziehen, um der Partei einen Machtkampf mit Wirtschaftsminister Erwin Huber, der sich ebenfalls als CSU-Chef bewirbt, zu ersparen.
Voraussetzung dafür sei eine andere Lösung, die den Erfolg der CSU bei den Wahlen im Jahr 2008 nach Ansicht des Agrarministers gewährleiste. Danach soll Innenminister Günther Beckstein (CSU) Ministerpräsident werden, Stoiber soll CSU-Chef bis 2009 bleiben, während Huber leer ausgehe.
Laut dem Bericht arbeiten die Seehofer-Gegner mit Hochdruck an dem Plan, den Parteitag von September auf Juli vorzuziehen.
(ddp-bay)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Das hat nun die CSU davon, daß der sog. "schönen Landrätin" nicht gleich über´s Maul gefahren wurde, was der einfällt, völlig zur Unzeit und völlig mir nichts, dir nichts die Abberufung von Stoiber von Ämtern und Würden zu fordern und sich von einer sensationsgierigen Presse sich das Unthema zum beherrschenden Thema von Kreuth aufzwingen zu lassen. Planvolles Handeln sieht anders aus. Bevor der Alte geht, muß der Junge ausgeguckt sein und im Startloch sitzen. So wird es überall gehandhabt, überall gibt es einen Thronfolger, einen Prinz Charles. Mitunter muß der auch etwas länger warten, bis er dran kommt, aber wenn es dann so weit ist - siehe Nordrhein-Westfalen mit dem Over-Oldie Rau und seinem Adlatus Clemens - dann findet ein nahtloser Übergang von heute auf morgen statt. Bei der CSU aber? Da hat man sich das Heft aus der Hand nehmen lassen und steht jetzt auf einmal vor einer ungelösten Nachfolgerfrage da. Und angesichts der Irridenta, wer denn nun neuer Parteivorsitzender werden soll, wundert sich niemand über den Vorschlag, daß Stoiber wieder für den Parteivorsitz kanditieren soll. Damit wäre aber die größte politische Lachnummer in der Geschichte der CSU fertig. Fazit: So weit kann es kommen, wenn eine Partei wie die CSU sich zum Affen von einem Weib machen läßt.
Jede Lösung ohne Huber ist für die CSU, Bayern und Deutschland ein Gewinn !
Huber ist der am meisten überschätzte Politiker Deutschlands. Mit ihm würde endgültig der niederbayerische Bierdimpfl-Stammtisch ernst genommen werden - nur die Klimakatastrophe ist schlimmer ...