Auf zu neuen Themen: Kanzlerkandidat Steinmeier fordert von seiner SPD, nicht länger über die Arbeitsmarktreform zu streiten - die sei "Vergangenheit", meint SPD-Fraktionschef Struck.

Führende Sozialdemokraten haben die innerparteiliche Debatte um die Arbeitsmarktreform Agenda 2010 für beendet erklärt und wollen, dass sich die Partei neuen Themenfeldern zuwendet.

Bild vergrößern

Frank-Walter Steinmeier während der Haushaltsdebatte im Bundestag. (© Foto: dpa)

Anzeige

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte dazu der Augsburger Allgemeinen: "Diese Auseinandersetzung sollten wir ganz schnell beenden."

Die Menschen interessiere heute nicht mehr "brennend", welche Politik beim Beschluss der Agenda vor fünf Jahren richtig gewesen sei, sondern sie wollten die "richtigen Antworten für die Zukunft" wissen.

Die SPD werde dazu "in den kommenden Monaten ein klares Profil für die Wahl im nächsten Jahr entwickeln", sagte Steinmeier.

Ähnlich äußerte sich auch SPD-Fraktionschef Peter Struck. "Die Agenda ist Vergangenheit. Sie war Voraussetzung für das Wachstum, was wir drei Jahre lang erlebt haben. Aber wir können nicht stehen bleiben", sagte Struck der Rheinischen Post.

Blick auf die Zeitarbeit

Die Sozialdemokraten würden sich nun auf den Mindestlohn und die mögliche Flexibilisierung bei der Rente mit 67 konzentrieren.

Das seien "zentrale Fragen, die unsere Anhänger bei allen Veranstaltungen stellen. Es ist einfach nicht gerecht, wenn Arbeitnehmer weniger als vier Euro pro Stunde verdienen und dann Sozialleistungen in Anspruch nehmen müssen", sagte Struck. Deswegen rücke die Zeitarbeit ins Zentrum der SPD-Politik.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/dpa/odg/hai)