Der Vatikan hat alle Katholiken und katholischen Organisationen zum finanziellen Boykott der Menschenrechtsorganisation Amnesty International aufgerufen. Der Grund: Die neue Haltung Amnestys im Abtreibungsstreit.

Der Vatikan hat die Katholiken zum Boykott der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wegen deren geänderter Haltung zur Abtreibung aufgerufen. Die Menschenrechtsgruppe habe ihre Aufgabe verraten, sagte Kurienkardinal Renato Martino. Daher müssten Individuen und katholische Organisationen ihre Unterstützung von Amnesty einstellen.

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Neuerdings gegen Amnesty International: Papst Benedikt XVI. (© Foto: dpa)

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AI wies die Vorwürfe aus dem Vatikan in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters zurück. Die Menschenrechtsorganisation hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, Frauen Zugang zur Abtreibung zu erlauben, sollten ihre Gesundheit oder ihre Menschenrechte bedroht sein.

Als Reaktion auf die Vatikan-Äußerung betonte die stellvertretende Amnesty-Generalsekretärin Kate Gilmore, die Organisation habe sich nicht für Abtreibung als universelles Recht stark gemacht. Allerdings müssten sich Frauen im Falle von Vergewaltigung oder Inzest für diese Lösung entscheiden dürfen. Die Katholische Kirche gefährde durch ihre falsche Darstellung die Arbeit von AI, sagte Gilmore weiter.

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(Reuters)