Streit um Abtreibung Bischof schließt Kennedy von Kommunion aus

Patrick Kennedy aus dem großen Polit-Clan legte sich in der Abtreibungsdebatte mit einem Bischof an. Die Kommunion ist nun tabu.

Patrick Joseph Kennedy, 42, hat von früh an die große amerikanische Politik mitbekommen. Sein Vater ist der kürzlich verstorbene Senator Edward ("Ted") Kennedy. In der großen, gut katholischen Kennedy-Familie hat der Kongressangebordnete von Rhode Island mit liberaler Linientreue aufgewartet, aber auch mit einem Skandal: Er war mit dem Auto in Schlangenlinien gefahren und hatte sich danach in die Mayo-Klinik zum Medikamenten-Entzug einweisen lassen.

Nun aber gerät Kennedy junior mitten rein in die US-Abtreibungsdiskussion. Der katholische Bischof von Rhode Island hat ihn wegen dessen Haltung zur Schwangerschaftsunterbrechung von der Kommunion ausgeschlossen. Die Verweigerung dieses zentralen Sakraments der Kirche ist der vorläufige Höhepunkt eines bitteren Streits zwischen dem konservativen Klerus und dem liberalen Politiker.

Beschwerde in Rom möglich

Da nützt es nichts, dass die ursprünglich aus Irland stammenden Kennedys die bekannteste katholische Familie in den USA sind.

Bischof Thomas Tobin habe ihm geschrieben, dass er nicht mehr an der Eucharistiefeier teilnehmen dürfe, sagte Patrick Kennedy der Zeitung The Providence Journal. Auch seien die Priester der Diözese Rhode Island angewiesen worden, ihn nicht zur Kommunion zuzulassen. Die Eucharistie mit der Austeilung von Brot und Wein ist zentraler Bestandteil der katholischen Messe und damit der Kirchenzugehörigkeit.

Die Entscheidung erstreckt sich nur auf das Gebiet des Bistums Rhode Island. Ob die Bischöfe für Washington und den Kennedy-Wohnsitz in Massachusetts der Maßregelung folgen, blieb zunächst unklar. Kennedy steht eine Beschwerde beim Vatikan offen, doch stößt Rom nur selten die Entscheidung eines Bischofs um.

"Kein guter Katholik"

Kennedy sagte in dem Interview, der Bischof habe ihm erklärt, "dass ich wegen der Positionen, die ich mit meiner öffentlichen Funktion einnehme, kein guter praktizierender Katholik bin".

Der Streit zwischen beiden Männern begann im Oktober, als Kennedy in einem Interview die katholischen Bischöfe in den USA wegen ihrer Haltung zur Gesundheitsreform kritisierte. Der Klerus will das Vorhaben der Regierung von Barack Obama nur dann unterstützen, wenn die staatliche Finanzierung von Schwangerschaftsabbrüchen eingeschränkt wird.

Tobin verlangte nach dem Interview eine Entschuldigung. Kennedy schrieb dem Bischof daraufhin: "Wie jeder in Rhode Island respektiere ich sehr die katholische Kirche und ihre Führung. Aber der Umstand, dass ich in einigen Fragen eine andere Meinung habe als die Hierarchie der Kirche, macht mich nicht zu einem schlechteren Katholiken. Ich lebe meinen Glauben, der die Existenz einer unvollkommenen Menschheit anerkennt." Tobin antwortete in der Kirchenzeitung: "Sie können das nicht auf eine 'unvollkommene Menschheit' schieben. Ihre Haltung ist inakzeptabel für die Kirche und skandalös für viele unserer Mitglieder."