Teheran hat im Atomstreit mit den Vereinten Nationen einen neuen Vorschlag angekündigt, setzt die Uran-Anreicherung aber fort. Der Westen fordert härtere Sanktionen.
Im Atomstreit mit den Vereinten Nationen versucht Iran, neue Sanktionen gegen sich zu verhindern. Teherans Unterhändler Said Dschalili kündigte am Donnerstag an, er werde dem EU-Beauftragten Javier Solana in der nächsten Woche eine ,"neue Idee"' unterbreiten, um die Krise zu entschärfen.
Mahmud Ahmadinedschad: Der iranische Präsident will im Atomstreit neue Vorschläge bringen. (© Foto: AP)
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Teheran erklärte zudem, alle offenen Fragen in Kürze beantworten zu wollen und forderte den UN-Sicherheitsrat auf, den Fall Iran damit als erledigt anzusehen.
Irans Botschafter bei der Internationalen Atomagentur (IAEA), Ali Asghar Soltanieh, sagte in Wien, sein Land werde rasch alle noch offenen Fragen zu seinem Atomprogramm klären.
Doch werde Iran nicht, wie vom Sicherheitsrat gefordert, die Uran-Anreicherung stoppen. Dafür gebe es keinen Grund mehr, da Iran Klarheit über die Herkunft seiner Uran-Zentrifugen geschaffen habe.
IAEA-Chef Mohammed el-Baradei bescheinigte Iran im Gouverneursrat der IAEA, das Land habe diesbezüglich "gute Fortschritte" gemacht. Soltanieh sagte deshalb, er fürchte keine neuen Sanktionen. Den USA warf er vor, die Stimmung zu vergiften.
Treffen in London Ende November
Die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland hatten im September angekündigt, eine dritte Sanktionsresolution auszuarbeiten, falls die Berichte el-Baradeis und des EU-Außenbeauftragten Solana nicht "positive Ergebnisse" erkennen ließen.
Solana und Dschalili treffen sich am 30.November in London. Die jüngste Bewertung el-Baradeis lässt unterschiedliche Interpretationen zu. Vor den Gouverneuren bescheinigte Baradei Iran zwar, einen Einblick in das einst geheime Atomprogramm gegeben zu haben. Andererseits forderte er Teheran dazu auf, aktiver zu sein, damit er bis Ende des Jahres alle offenen Fragen klären könne.
Zudem rief er das Land dazu auf, das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag umzusetzen. Dies erlaubt spontane Kontrollen der Inspektoren an Orten ihrer Wahl. Schließlich forderte el-Baradei in seltener Deutlichkeit von Iran, sein Atomprogramm auszusetzen, um Vertrauen zu schaffen.
Einige westliche Staaten betrachten die iranischen Fortschritte als ungenügend. Der Vertreter Washingtons bei der IAEA äußerte sich im Gouverneursrat enttäuscht über den Stand der Aufklärung und bekräftigte seine Sorge darüber, dass Iran die Uran-Anreicherung fortsetzt. Auch in der E-3-Gruppe, bestehend aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich, überwiegt Skepsis.
Europäer und Amerikaner sehen den Zeitpunkt für neue Sanktionen gekommen. Die letzte Iran-Resolution verabschiedete der Sicherheitsrat im März. Baradeis Bericht könnte zu neuen Differenzen in dem Gremium führen. "Beide Einschätzungen sind möglich: Das Glas ist halb voll oder es ist halb leer", sagte ein Diplomat.
Russland distanziert sich vom Iran
Für die nächste mögliche Sanktionsrunde kommt es nun auf die Einschätzung Russlands und Chinas an. Beide äußerten sich am Donnerstag dazu nicht. Sie lobten Irans Fortschritte, forderten aber auch eine Suspendierung des iranischen Atomprogramms. Russland stellte überraschend den wirtschaftlichen Sinn des Programms infrage. Dies galt als deutliche Distanzierung von Iran.
Im August hatten sich Iran und die IAEA auf einen Plan geeinigt, der alle offenen Fragen zu Ursprüngen, Zielen und Umfang des Teheraner Atomprogramms bis zum Jahresende klären soll. Außerdem dürfen die Inspektoren die Anreicherungsanlage in Natans kontrollieren. El-Baradei berichtete, alle Vorgänge dort könnten von der IAEA "glaubhaft überprüft" werden. Irans Botschafter Soltanieh sah darin einen weiteren Beleg für den guten Willen seiner Regierung.
(SZ vom 23.11.2007/ckn/gba)
Debatte über Militäreinsatz in Syrien
also die Kinesen ahben es in der Hand. Besser noch, der Wesetn besorgt China eine Ersatzölquelle. Dann ist es dem Kinesen egal, für wen er die Hand hebt.
... Tatsachen zu bewerten.
Niemand hat den Iran "gezwungen" die Inspektionen einzustellen und die technischen Beobachtungsgeräte zu demontieren. Niemand, außer dem Iran selber.
Die Aussagen des Chefs der IAEO beziehen sich mE auf die derzeitige Situation, meiner Erinnerung nach hat die IAEO die Einstellung der Inspektionen und Demontage der Geräte dazumal ein "wenig" anders beurteilt.
Für mich sieht das alles nach: "Haltet den Dieb! Er hat mein Messer im Rücken!" aus.
Meines Wissens ist der Iran Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages und hat ihn auch ratifiziert, neben ein paar weiteren internationalen Abkommen. Für jemanden der "deeskalieren" will, ist der Verzicht auf Provokation (und das ist das Verhalten des Irans in meinen Augen) erste Bürgerpflicht. Und im speziellen Fall der Atomanlagen des Irans ist der beste (und mE auch notwendige Schritt) die bedingungslose Rückkehr zum status quo.
Nur weil es gegen die USA und ihren Präsidenten geht (die Provokation des Iran) ist es noch lange keine gute und gerechte Sache. Wir wollen doch bitte nicht vergessen, dass der Iran keine "Widerstandsfunktion" stellvertretend für alle sich von den USA unrecht behandelt Gefühlten ist, sondern ein Nationalstaat mit Interessen.
Und manchmal handelt der Iran eben auch ein wenig provokant - siehe Einstellung der Inspektionen und Demontage der überwachungsgeräte.
Sorry, aber jeden jetzigen klitzekleinen Schritt auf die IAEO und die UNO zu als "Deeskalation" zu bezeichnen, nein, da kann ich nicht folgen.
Ich nenne so etwas fortgesetzte Provokation. Ist aber bestimmt auch falsch übersetzt.
"Homosexuelle? Nein, dieses Problem haben wir im Iran nicht. Ich weiß nicht wer Ihnen das gesagt hat ...."
Dafür habe ich derzeit keinerlei Belege gefunden. Laut Aussage El Baradeis verhält sich Iran in der Sache kooperativ.
Was ich jedoch, einmal mehr belegt fand war folgendes:
"US-Vizepräsident Richard Cheney wollte Israel laut einem Newsweek-Bericht zu Raketenangriffen auf iranische Atomanlagen bewegen. Ein Gegenschlag Irans hätte als Vorwand für einen Krieg gedient"
So sieht das OHNE US-Brille aus.
Wieso erfahre ich eigentlich immer nur AUSSCHLIESSLICH von ausländischen Nachrichten- Sendern/Seiten, welchen massiven Druck die USA auf die Bundesregierung und besonders auf weltweit tätige deutsche Firmen ausübt, um diese schon jetzt zu Wirtschaftssanktionen zu zwingen? Ich schaue oft Nachrichten und verfolge die üblichen Zeitschriften hierzulande, aber über diese Erpressungen hört man praktisch rein gar nix. Ist das Inkompetenz oder Absicht?
Genau!
Und deshalb hat er die Kameras in den Atomanlagen demontieren lassen und die Inspektionen der IAEO unterbunden.
Klarer Fall von Deeskalation.
Bestimmt falsch übersetzt.
LOL
Paging