Das strahlende Material, das bei den Ermittlungen zum Mord an Alexander Litwinenko in Hamburg gefunden wurde, ist Polonium 210 - die gleiche Substanz, mit der Litwinenko vergiftet wurde.
Das sagte am Sonntag Einsatzleiter Thomas Menzel zum Stand der Untersuchungen des Wohnhauses von Litwinenkos Kontaktmann Dmitri Kowtun in Hamburg-Ottensen. Der 41-jährige Kowtun hatte Litwinenko am 1. November in London getroffen. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen war Litwinenko an diesem Tag vergiftet worden.
Laut Polizei habe der Mord an Litwinenko seinen Ausgang "eher nicht" in Hamburg genommen. (© Foto: dpa)
Anzeige
Insgesamt nahm der Fall um den Gifttod Litwinenkos nach Angaben der Polizei "eher nicht" seinen Ausgang in Hamburg. Das sagte Polizeipräsident Werner Jantosch am Sonntag zum Stand der Untersuchungen.
Spezialisten der Sonderkommission "Dritter Mann", unterstützt von Beamten von Scotland Yard, setzten unterdessen im Hamburger Stadtteil Ottensen die Strahlenmessung im Wohnhaus Kowtuns fort. Der frühere russische Spion Litwinenko war am 1. November, am Tag seines Treffens mit Kowtun in London, mit Polonium vergiftet worden und drei Wochen später gestorben.
Bisher steht nach Polizeiangaben fest, dass Kowtun am 1. November mit einem Flugzeug der Gesellschaft Germanwings von Hamburg nach London geflogen ist. Dort traf er sich mit Litwinenko. Dieser war sehr wahrscheinlich an jenem Tag mit Polonium 210 vergiftet worden.
Dritter Mann bei diesem Treffen war Andrej Lugowoj, ebenfalls Geschäftsmann und russischer Ex-Geheimagent. Beide leiden inzwischen an einer Strahlenkrankheit leiden und liegen nach russischen Medienberichten in Moskau im Krankenhaus. Über den Gesundheitszustand Kowtuns lagen widersprüchliche Angaben vor.
Ob er nach dem 1. November nach Hamburg zurückkehrte, ist noch unklar. Der Airbus A 319 von Germanwings ist mittlerweile wieder freigegeben, nachdem Experten des BfS keine radioaktiven Spuren gefunden hatten.
Die Witwe Litwinenkos äußerte unterdessen den Verdacht, dass russische Behörden für den Tod ihres Mannes verantwortlich sein könnten. Der britischen Sonntagszeitung Mail on Sunday sagte Marina Litwinenko: "Offensichtlich war es nicht Putin selbst, natürlich nicht." Doch was um den russischen Präsidenten herum geschehe, mache es möglich, einen Menschen auf britischem Boden zu töten. Litwinenko selbst hatte in einer posthum veröffentlichten Erklärung Putin für seinen Tod verantwortlich gemacht.
Marina Litwinenko äußerte sich zuversichtlich, dass die britische Polizei den Mörder ihres Mannes findet. Mit russischen Ermittlern wolle sie jedoch nicht zusammenarbeiten. "Ich glaube nicht, dass sie die Wahrheit sagen werden." Ihr Mann war am vergangenen Donnerstag in einem strahlensicheren Sarg in London beerdigt worden.
(sueddeutsche.de/dpa)
Reiseknigge: Türkei