Nach langem Hin und Her zwischen Berlin und München zieht es Edmund Stoiber jetzt wohl doch in die Hauptstadt. Offiziell nur aus bundespolitischen Erwägungen. Doch das ist offenbar nur die halbe Wahrheit. Denn in seiner bayerischen Heimat sind die Messer schon gewetzt.

Viele CSU-Parteimitglieder seien geschockt über das schlechte Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl vor zwei Wochen, heißt es aus der Partei. Zwar halte man die CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin Angela Merkel für die Hauptverantwortliche der Wahlschlappe, aber auch Parteichef Stoiber und sein Generalsekretär Markus Söder stünden in der Kritik.

Edmund Stoiber

Gilt in Bayern nicht mehr als unangefochten: Edmund Stoiber (© Foto: ddp)

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Sie hätten maßgeblichen Anteil an der als "zu emotionslos" erachteten Wahlkampagne der Union. Stoiber wird zudem vorgeworfen, er habe sich mit seiner "technokratischen Sparpolitik" am sozialpolitischen Profil der CSU versündigt.

"Keine Partei in Deutschland hat eine solche Fähigkeit zur Selbsterneuerung", kommentierte ein führendes CDU-Mitglied die Vorgänge in Bayern. Eine unzufriedene CSU-Basis würde auch einen Parteichef stürzen. Stoiber wisse dies und gehe deshalb nach Berlin.

Bei der Bundestagswahl hatte die CSU in Bayern 9,3 Prozentpunkte verloren und war mit 49,3 Prozent zum zweiten Mal seit Mitte der 50er Jahre unter die 50-Prozent-Marke gerutscht. Der Verlust der Mehrheit ist für die CSU schon immer ein Angstthema: Man fürchtet, dass der Partei die Aura der Unbesiegbarkeit verloren gehen könnte.

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(ddp-bay)