Von Peter Fahrenholz

Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber hat erstmals Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel die Schuld an den hohen Stimmenverlusten bei der Bundestagswahl gegeben. In der CSU-Landesgruppe warf er ihr eine "herzlose Sprache" vor.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll Stoiber in der CSU-Landesgruppe, aber auch in anderen parteiinternen Runden, die CDU-Vorsitzende zumindest indirekt für die missglückte Wahlstrategie der Union verantwortlich gemacht haben.

Stoiber gibt Merkel offenbar nur noch vor Fotografen Rückendeckung. (© Foto: AP)

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"Die wollte das so", soll Stoiber gesagt haben. Wäre es nach der CSU gegangen, so Stoiber, wäre die Kampagne emotionaler ausgefallen. Stoiber soll auch von "dieser physikalischen Art" gesprochen haben, mit der im Wahlprogramm der Union sehr detaillierte Festlegungen getroffen worden seien.

Die Präambel des Wahlprogramms habe sich Merkel vorbehalten und sie "in ihrer kühlen und herzlosen Sprache" abgefasst, soll Stoiber Berichten von Ohrenzeugen zufolge gesagt haben.

Innerhalb der CSU-Landesgruppe richtet sich der Zorn allerdings auch gegen die eigene Regie bei der Erarbeitung des gemeinsamen Programms.

Interne Kritik an Söder und Huber

"Da haben zwei Landtagsabgeordnete das Wahlprogramm geschrieben", sagte ein CSU-Abgeordneter über die beiden CSU-Architekten des so genannten Regierungsprogramms, Generalsekretär Markus Söder und Staatskanzlei-Chef Erwin Huber.

In der Landesgruppe wird moniert, dass sich Huber jetzt wegducke und so tue, als habe er mit dem ganzen Programm nichts zu tun gehabt.

Tatsächlich ist aber die nachträglich zu einem der Kardinalfehler der Wahlstrategie erklärte Mehrwertsteuererhöhung auf maßgebliche Initiative der CSU zustande gekommen. Söder sei wegen der hohen CSU-Verluste gegenwärtig "in einer Rechtfertigungsschlacht", hieß es.

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