Der SPD-Fraktionsvize hat mit einem auf das Unions-Wahlprogramm bezogenen Nazi-Vergleich helle Entrüstung ausgelöst. Inzwischen räumte der Oberpfälzer ein, in einen "Fettzuber" getreten zu sein.
"Arbeit macht frei" falle ihm bei dem Satz "Sozial ist, was Arbeit schafft" in dem Wahlprogramm ein, sagte Ludwig Stiegler am Dienstag in Berlin. Die Union wolle "Arbeit ohne menschliche Würde".
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Ludwig Stiegler (© Foto: AP)
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Sieben Stunden nach Bekanntwerden seiner rundum verurteilten Äußerung gab der bayerische SPD-Vorsitzende aus der Oberpfalz sich reumütig und sprach von einer "Fehlschaltung im Gedankenblitz".
Zuvor hatte es Kritik von anderen Politikern gehagelt, auch aus der eigenen Partei. SPD-Chef Franz Müntefering und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse rügten die Worte ihres Parteikollegen. Müntefering sagte: "Irgendwelche Vergleiche mit rechtsextremistischen Parteien oder gar mit der Zeit des Nationalsozialismus sind nicht angebracht und sind nicht unsere Sprache."
Kritik an der Äußerung Stieglers kam auch von den Grünen. "Ich finde die Äußerung nicht gelungen. Das sollte Herr Stiegler korrigieren", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, der Rheinischen Post. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sprach gegenüber der Passauer Neuen Presse von einer "unerträglichen Äußerung".
CSU-Generalsekretär Markus Söder forderte den Rücktritt des 61-jährigen Stiegler als bayerischer SPD-Vorsitzender. Im Juni war dieser mit rund 95 Prozent wiedergewählt worden.
Stiegler sagte seiner Heimatzeitung Der neue Tag, er hätte die Kritik besser anders formuliert. Ursprünglich habe er eine Diskussion über den Begriff "Arbeit" anstoßen wollen. Das sei ihm "gründlich daneben" gegangen. Er sei offenbar nicht in einen Fettnapf, sondern in einen "Fettzuber" getreten.
(dpa/AFP/AP)
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