Finanzminister Wolfgang Schäuble ist bereit, den Plänen der FDP zur Steuersenkung einen Riegel vorzuschieben. Doch Lob dafür wäre völlig fehl am Platz.
Wohlwollend betrachtet, scheint die Regierung gerade noch die Kurve zu kriegen. Offenbar ist sie doch bereit, ihre Politik mit den Realitäten in Einklang zu bringen. Dies zumindest zeigen die Pläne von Wolfgang Schäuble, die schwarz-gelben Steuersenkungen, die in der gegenwärtigen Haushaltslage nicht verkraftbar sind, entweder in ihrer Dimension zu verringern oder zeitlich zu strecken. Und der größte Partner übernimmt dabei endlich wieder die Führung, statt sich von den beiden Kleinen deren Wunschlisten aufzwingen zu lassen.
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Finanzminister Wolfgang Schäuble. (© Foto: Getty Images)
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Doch Lob wäre völlig fehl am Platz. In Wirklichkeit ist Schäubles Notbremse eine Art Bankrotterklärung der neuen Regierung. Denn es ist ja nicht so, dass plötzlich aufgetauchte neue Fakten die schwarz-gelbe Koalition zu einem Kurswechsel gezwungen hätten.
Die desolate Finanzlage, der riesige Schuldenberg, die rechtlichen Verpflichtungen durch die Schuldenbremse - all diese Dinge waren auch schon im Oktober während der Koalitionsverhandlungen bekannt. Die Regierung hat also einen Vertrag wider besseres Wissen geschlossen. Unseriös ist dafür noch die harmloseste Bewertung.
Warum macht das jemand, der seine fünf Sinne beieinander hat? Die Antwort ist so simpel wie ernüchternd: Weil ein anderer Koalitionsvertrag nicht zu haben gewesen wäre. FDP und CSU hätten dafür von ihren unrealistischen Wahlversprechen abrücken müssen.
Nicht erst seit Westerwelles Geschwurbel von einer geistig-politischen Wende scheint es, als sei diese Regierung seltsam aus der Zeit gefallen. Vielleicht ist das Bündnis aus einer kraftlosen CDU, einer unberechenbaren CSU und einer hypertrophen FDP einfach die falsche Regierung für die Probleme der nächsten Jahre.
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(SZ vom 13.01.2010/bica)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
Für einen Reboot müßte man in einer solch "radikalen" Weise vorgehen, dass von der jetzigen "Ordnung" nicht mehr viel übrigbliebe.
Da die Diskussion lediglich an der Oberfläche stattfindet und sämtliche Besitzstände unberührt läßt, wird sich nichts ändern.
Das System wird am Ende zusammenbrechen und dann geht es drunter und drüber.
Entsorgung per vias naturales......
Unsere Nachkommen werden es völlig anders machen - weil sie müssen.
...wie Karl Valentin sicher sagen würde.
Es geht hier primär um Wahlversprechen und die üblichen Lügen. Darin sind sich in meinen Augen *alle* Politiker ähnlich, völlig unabhängig ihrer Parteizugehörigkeit. Parteizugehörigkeit ist eventuell das Grundübel. Denn alle Entscheidungen laufen auf eine Sicherung des Status Quo in der eigenen Partei hinaus. Fraktionszwang und dergleichen produziert Abstimmverhalten wie zu DDR-Zeiten: wer ausschert, ist meisst am Ende.
Schäuble *muss* von Anfang an gewusst haben, was möglich ist und was nicht. Ansonsten hat er auf so einem Platz nichts zu suchen. Deswegen ist er jetzt kein Held. Das Manöver ist mit Sicherheit taktisch einzuordnen.
An Problem-LÖSUNG ist doch sowieso niemand ernsthaft interessiert, schon alleine deswegen, weil es diese nicht geben kann in unserem System. Die Staatsverschuldung ist irreversibel. Punkt. Wir werden an den Zinsen kaputtgehen. Schuld sind somit diejenigen, die diese Staatsverschuldung erst ermöglichten. Und da finden wir wieder alle Farben, wie schon erwähnt. Die Denkweite von 12:00 bis Mittag rächt sich jetzt. Prinzipiell wäre tatsächlich ein Reboot notwendig - aber wer will dabei sein?
ich nicht.
DW
"Es ist auch völlig verfehlt, von irgendeiner "Amerikanisierung" zu schwadronieren - es geht schlicht darum, dass m.E. der staatliche Eingriff in die Bürger-Welt zurückgedrängt werden muss. Es geht auch nicht um die FDP oder sonst eine Partei, es geht darum, ob man von der bertreuten Republik zum freien Bürgertum kommen will. Das wird zwangsläufig innerhalb der nächsten 4-5 Jahre stattfinden."
Monsanto und Nestle werden es sicher richten, mit dem "freien Bürgertum".
Ein jedwedes Gemeinwesen, in welchem Agrarkonzerne wie Monsanto die Lebensmittelproduktion kontrollieren und eine Fa. Nestle sich die Wasserversorgung unter den Nagel reißen will, ist grundsätzlich bankrott.
Steuersenkungen helfen da nur sehr wenig, denn die existentielle Abhängigkeit des Bürgers von solchen monopolkapitalistischen Geiern steigt in Zukunft noch weiter.
Eine Gesellschaft, die den Staat aus der Daseisnvorsorge immer weiter zurückdrängen will, aber den wachsenden Einfluss profitgieriger Konzerne widerspruchlos hinnimmt, geht dem Ende entgegen.
Diese Regierung ist am Ende. Weil sie keine Antworten mehr besitzt und nur noch taktiert.
Der geistige Bankrott ist die tiefere Ursache für den in Staat und Wirtschaft.
Wir sind mit unserer Lebensweise und unserem Wachstumswahn ans Ende gekommen und können "so" nicht weitermachen.
Die Natur steigt gerade aus und auch der Mensch ist nicht mehr weiter auszubeuten.
3.50 EURO Stundenlohn für Leiharbeiter ist nahe an der Sklaverei.
Alles Ausdruck für eine geistig-moralische Vollpleite!
Nie hatte eine Regierung ein schnelleres "Verfallsdatum" als diese.
Leider bleibt dies vermutlich nur bei sehr wenigen Wählerinnen und Wählern in Erinnerung.
Aber das kennen wir ja alle seit langer Zeit. Schade für Deutschland,
dass immer wieder "Schaumschläger" gewählt werden.
Paging