Wie die Kanzlerin sprechen sich CDU-Landesfürsten gegen eine schnelle Steuersenkung aus - Widerspruch kommt von Merkels Ex-Generalsekretär Meyer.
Der unionsinterne Streit um mögliche Steuersenkungen im kommenden Jahr weitet sich aus. Trotz des Widerstandes von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Laurenz Meyer, für schnelle Steuersenkungen aus.
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Rückendeckung für die Kanzlerin und Parteivorsitzende: CDU-Granden Koch und Wulff (© Foto: ddp)
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Steuerliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Rezession seien schon 2009 nötig, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Meyer sagte zu schnellen Steuersenkungen: "Das hätte zusätzlich den Vorteil, dass unser Schwerpunkt für die nächste Wahlperiode 'Mehr Netto für Arbeitnehmer' glaubwürdiger wird."
Damit stellte sich der CDU-Wirtschaftpolitiker offen gegen Merkel, die Forderungen nach Steuerentlastungen aus der eigenen Partei am Montag erneut eine Absage erteilt hatte und ankündigte, dass die große Koalition erst im kommenden Jahr über weitere Maßnahmen zur Konjunkturbelebung beraten wolle.
Die Bundeskanzlerin sei "der festen Überzeugung, dass Steuersenkungen erst für die Zeit nach der Bundestagswahl in Betracht kommen", betonte Vizeregierungssprecher Thomas Steg.
Für dieses Vorgehen warb auch CDU-Vize Christian Wulff. "Es muss nach 2009 eine Steuerreform nach dem Grundsatz 'einfacher, niedriger, gerechter' geben", sagte der niedersächsische Ministerpräsident der Illustrierten Bunte.
Derzeit sei eine Reform unter anderem wegen des Widerstands der SPD nicht möglich. Grundsätzlich seien Steuersenkungen aber "notwendig", sagte Wulff. "Wir müssen die so genannte 'Kalte Progression' beseitigen. Die trifft vor allem Facharbeiter, Handwerker, also Leistungsträger, die Mehrarbeit machen. Sie rutschen dadurch in eine höhere Steuerklasse und haben netto fast nicht mehr als vorher."
Koch warnt vor "panikartigem Handeln"
Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) äußerte sich ähnlich. "Ich habe die Sorge, dass viele am liebsten wieder mit Spendierhosen durch die Landschaft laufen würden", sagte Koch der Rheinischen Post. Die Haushalte aber müssten auf Dauer in Ordnung gebracht werden.
Der stellvertretende CDU-Vorsitzende warnte davor, steuerpolitisch jetzt "panikartig zu handeln" und nahm Bundeskanzlerin Merkel ausdrücklich in Schutz: Wichtig sei, dass die Kanzlerin einerseits Schwierigkeiten nicht verheimliche, andererseits mithelfe, dass weder Politiker noch Bevölkerung jetzt in Panik verfielen und alles, was vor ein paar Monaten zum Schuldenabbau gesagt worden sei, auf einmal für Unsinn erklärt werde.
"Den Abbau der Staatsverschuldung kann man nicht nebenbei erledigen, er bleibt eine gewaltige Herausforderung", fügte Koch hinzu. "Wir dürfen jetzt nicht wieder fröhlich von Neuem Schulden machen."
Als dritter CDU-Landeschef stärkte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust der CDU-Vorsitzenden Merkel den Rücken. Beust sagte dem Hamburger Abendblatt: "Es wäre aus meiner Sicht der falsche Weg, noch in dieser Legislaturperiode umfangreiche Steuererleichterungen vorzunehmen." In den kommenden Monaten seien Bund und Länder gefordert, etwa durch das Vorziehen von Investitionen die Nachfrage zu beleben.
Trotz der prominenten Unterstützung stößt Kanzlerin Merkels Nein weiter auf Kritik aus den eigenen Reihen. Neben Meyer sieht auch Josef Schlarmann, der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU: "Es wäre jetzt der richtige Moment, um Konjunktur und Wachstum zu fördern." Vor allem die Einkommensteuer und eine Senkung der Sozialversicherungsbeträge sehe Schlarmann hierfür vor. Eine Senkung der Mehrwertsteuer als Maßnahme wollte der CDU-Politiker ebenfalls nicht ausschließen. Merkels Standpunkt, da seien in der Union viele seiner Meinung, habe etwas mit der großen Koalition zu tun. "Jetzt im Interesse des Koalitionsfriedens in einer so wichtigen Frage nicht deutlich Profil zu zeigen", sei aber keine gute Entscheidung.
Auch aus Bayern kam ein neuer Beitrag zur schwelenden Steuerdiskussion in der Union - von der CSU, die sich vehement für eine schnelle Steuersenkung ausspricht. Generalsekretär Guttenberg sagte der Berliner Zeitung: "Aus unserer Sicht kann man das ein oder andere an Steuererleichterungen noch vor der Bundestagswahl hinbekommen."
Er gehe davon aus, dass der Steuerstreit in der Union nach dem CDU-Parteitag gelöst werde. "CSU und CDU werden ihre Vorstellungen nach dem Parteitag zusammenführen." Die CDU trifft sich am 1. und 2. Dezember in Stuttgart zu ihrem Bundesparteitag.
Nach den Worten des Finanzexperten der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Albert Rupprecht, bleibe seine Partei auch nach einem dreistündigen Gespräch mit Merkel bei ihrer Auffassung. Die wirtschaftliche Situation werde sich noch verschärfen und die Zeit für Steuersenkungen sei reif.
Der Bundestag will am Dienstag in erster Lesung über das Konjunkturpaket der Bundesregierung beraten. Die Maßnahmen sollen Investitionen in Höhe von etwa 50 Milliarden Euro anstoßen.
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(dpa/AFP/odg/cgu/gba)
Bundespräsident Gauck
Das setzt das Mass für GLAUBWÜRDIGKEIT, denn diese stellt sich doch politisch selbst in Frage, vor allem, was den Herrn Koch betrifft................... Diesen Herrn kann man doch schon lange nichts mehr "abkaufen"................. wer doch, ist selber schuld!!
was sollen diese wenn und abers
entweder runter mit der Mehrwertsteuer oder nicht. umso einfacher umso besser und effektiver.
Also runter mit dem ding und ihr werdet euch wundern was für innovationen in unserem land schlummern ;-))))
Wenn Sie anregen wollen, die MWST auf Nahrungsmittel und Medikamente auf Null zu setzen bin ich bei Ihnen. Bei ca 150 mittleren je Monat Ausgaben für Nahrungsmittel (OECD Statistik) wären das etwa 10 Mrd Euro.
Allerdings sollte Deutschland DRINGEND die Angabenlast herunterfahren. Laut OECD zahlt ein alleinstehender deutscher Kleinverdiener mit 67% des Durchschnittseinkommens 37% Abgaben (Platz 2 knapp hinter Dänemark). Bei 100% des Durchschnittseinkommens liegen wir auf Platz 1 vor Belgien und Dänemark, bei 167% des Durchschnittseinkommens Platz 3, diesmal knapp geschlagen von Belgien und Dänemark.
Verheiratet sieht es nicht besser aus. Bei Doppelverdiener, 2 Kindern mit zusammen 133% EINES Durchschnittseinkommens ist es Platz 5 (allerdings 10% hinter dem Spitzenreiter), bei 167% des Ehepaares ist es wieder Platz 3.
Es gibt nur eine Konstellation, bei der Deutschland im guten Mittelfeld ist - das ist ein geringverdienender Single mit 2 Kindern, hier ist die Abgabenlast mit knapp 21% lediglich EU Mittelmaß. 21% deutet allerdings auf quasi keine Steuern hin, das heisst es gibt sowieso kaum was auszugeben. Mir ist völlig egal ob die Steuern oder die Sozialabgaben der normalen Arbeitnehmer gesenkt werden. Es muss einfach mehr auf dem Konto ankommen.
Eine zwischenlösung wäre, wie bei 400 Jobs die ersten 400 mit Brutto=Netto auszubezahlen. Aktuell haben wir den Blödsinn, dass es sich deutlich eher lohnt einen 400 Job zusätzlich zum ersten neu aufzunehmen als im erlernten Beruf durch Mehrarbeit 400 dazuzuverdienen. Das kanns eigentlich nicht sein.
1. nur dergestallt, dass sie ALLEN zugute kommt, also nicht nur denen, die noch Steuern bezahlen!
2. so, dass dadurch die Binnen-Kaufkraft der grossen Masse angekurbelt wird!
3. "Mitnahme"-Effekte sollten bestmöglich ausgeschlossen werden!
Daraus folgt zwingend:
DAS kann nur die Reduktion der Mehrwertsteuer für bestimmte Güter bewirken!
Und weil es den Staatshaushalt nicht über Gebühr belasten, aber trotzdem grösstmögliche (Breiten-)Wirkung entfalten soll, müsste die MWSt-Senkung im Grundsatz auf lebens-notwendge Güter beschränkt werden!
Konkrete Vorschläge gibt es bereits zur Genüge. Unsinnige Massnahmen wie z.B. die beschlossene vorübergehende Senkung der Kfz-Steuer gehören allerding NICHT dazu!
"Es muss nach 2009 eine Steuerreform nach dem Grundsatz einfacher, niedriger, gerechter geben"
Warum erst danach, wie wäre es mit HEUTE anfangen die liegengelassene Arbeit aus 30 Jahren zu beginnen? Man könnte auch HEUTE die krankenversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer voll steuerlich absetzbar machen, da die aktuelle Regelung mit einem zu niedrig bemessenen Vorsorgefreibetrag nicht zulässig ist. Natürlich hat man Zeit bis 2010 zu warten, denn erst dann läuft die vom Verfassungsgericht festgesetzte Frist diese Summen freizustellen ab. Bis dahin darf sich der Staat über moralisch nicht zu rechtfertigende Steuereinnahmen freuen und das Geld verprassen. Wir habens ja, die Banken nicht.
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