Ein Kommentar von Guido Bohsem

Der Staat wird Milliarden investieren, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Steuermilliarde für Hoteliers dient jedoch nur dazu, einer kleinen Lobbygruppe zu gefallen.

Bald wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seinen Haushalt für 2010 vorlegen. Das wird kein Vergnügen. Denn der Etat wird das ganze Desaster aufzeigen, das die Wirtschaftskrise in der Kasse des Bundes anrichtet.

Hotel, Steuersenkungen, dpa

Die Steuermilliarde für Hoteliers dient nur dazu, einer kleinen Lobbygruppe zu gefallen. (© Foto: dpa)

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Sechs Jahre hat der Bund Zeit, den Schuldenrekord von fast 90 Milliarden Euro wieder abzubauen. Diese Aufgabe wird die Koalition an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen und gewaltige Proteste der Bürger hervorrufen. Ihre Politik wird vor allem aus dem unerfreulichen Dreiklang "sparen, kürzen, streichen" bestehen.

Das weiß jeder in der schwarz-gelben Koalition oder sollte es wissen. Und doch haben die Abgeordneten von CDU, CSU und FDP das Wachstumsbeschleunigungsgesetz beschlossen, das jährlich weitere 8,5 Milliarden Euro Steuereinnahmen des Staates aufzehrt.

Ein großer Teil des Geldes ist vernünftig angelegt und fördert auch das Wachstum in unsicherer Zeit. Das gilt nicht für die eine Milliarde Euro, die die Hoteliers von 2010 an jährlich als Steuernachlass erhalten. Zahlreiche Experten bezeichnen das Vorhaben als Unfug und irrsinnig. Allein, es ist viel mehr als das.

Dieser Plan ist ein richtiges Ärgernis. Kaum im Amt, verpulvert ausgerechnet eine konservative Regierung Geld, das sie nicht hat. Die Bürgerlichen verschleudern das Vermögen der Bürger. Sie verramschen die Zukunft des Landes, um einer kleinen Lobbygruppe gefällig sein.

Schäuble hat angekündigt, in Zukunft auch sparen zu wollen. Er könnte schon jetzt damit beginnen und bei der Bundeskanzlerin einfordern, diesen unfassbaren Vorgang zu beenden. Wenn Schäuble weiter schweigt, hat er den Ruf als tugendhafter Sparer bereits verspielt, bevor er angefangen hat zu arbeiten.

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(SZ vom 05.12.2009/bica)