Die schwarz-gelben Steuersenkungspläne sorgen weiter für Unmut - auch in Reihen der CDU. Mehrere Ministerpräsidenten kündigen bereits Widerstand an. Wird das Prestigeprojekt im Bundesrat gekippt?
Für Union und FDP ist es das zentrale Wahlversprechen: Mehr Netto vom Brutto. Das heißt in erster Linie: Steuern runter. Doch die Pläne, die Schwarz-Gelb in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten haben, sorgen zunehmend für Unmut bei Ländern und Kommunen.
Will keine Belastungen für Thüringen akzeptieren: Thürigens designierte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. (© Foto: ddp)
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Die designierte Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) kündigte deutlich Widerstand gegen die Pläne der schwarz-gelben Koalition in der Steuer- und Gesundheitspolitik an, sollten sie den Landeshaushalt belasten.
Sollten sich die Steuerpläne negativ auf den Landeshaushalt auswirken, "werden wir damit nicht einverstanden sein können", sagte Lieberknecht der Welt. Im Koalitionsvertrag mit der SPD in Thüringen sei verabredet worden, dass die Interessen Thüringens vorgingen. Auch in der Gesundheitspolitik will die CDU-Landesvorsitzende nicht alle geplanten Veränderungen mitmachen.
Beust skeptisch, Müller zweifelnd
Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) äußerte sich skeptisch zu den finanziellen Auswirkungen des schwarz-gelben Koalitionsvertrags. Er halte nichts von Vereinbarungen zulasten Dritter und Hamburg müsse genau prüfen, wo es im Bundesrat zustimmen könne, sagte von Beust vor einer zweitägigen Haushaltsklausur der Senats am Dienstag in der Hansestadt.
Es gebe Diskussionsbedarf; Hamburg stehe vor einen riesigen finanziellen Konsolidierungsprogramm. Durch die Wirtschaftskrise fehlten bis 2014 rund sechs Milliarden Euro Steuereinnahmen. Zudem seien zusätzliche ungeplante Sozialkosten von rund 700 Millionen Euro zu erwarten.
Im Video: Die Vorsitzenden von CDU, CSU und FDP haben das schwarz-gelbe Regierungsprogramm unterschrieben.
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Konkrete Beschlüsse seien von der Klausurtagung noch nicht zu erwarten, erklärte der Bürgermeister. "Wir müssen genau anschauen, was die Koalition beschlossen hat", sagte er. "Das werden für Hamburg große Summen sein."
Hamburg wolle sich auch mit anderen Ländern beraten. Bevor der Senat endgültig über Einsparungen beschließe, wolle er zudem die nächste Steuerschätzung im November abwarten.
Auch der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) äußert Zweifel, ob sein Land die von der neuen Regierungskoalition aus Union und FDP geplanten Steuersenkungen im Bundesrat billigen kann. "Wir haben Diskussionsbedarf", sagte er. "Darüber, wie ein finanzschwaches Land wie das Saarland das hinbekommt, muss einfach geredet werden."
Zwar fügte Müller hinzu: "Wenn wir die Lasten tragen können, tragen wir sie." Die beabsichtigten Mehrausgaben für die Bildung und die ab 2011 greifende Schuldenbremse des Grundgesetzes müssten allerdings mit den Steuersenkungen in Einklang gebracht werden. Ob das gelinge, sei nicht sicher.
Der Finanzminister des Saarlands, Peter Jacoby (CDU), sagte der SZ: "Sollte die Umsetzung der Koalitionsbeschlüsse zu gravierenden Einnahmeausfällen auf Seite der Länder führen, stellt sich die Frage nach Nachverhandlungen in Sachen Schuldenbremse und Konsolidierungshilfe."
Für das schwarz-grün regierte Hamburg erklärte Antje Möller, Vizevorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion, dass sich Hamburg bei diversen Vorhaben der Bundesregierung im Bundesrat enthalten werde, falls diese den Bewegungsspielraum des Stadtstaates weiter einschränke.
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Debatte über Militäreinsatz in Syrien
Wie immer, wird hier eine Debatte geführt, die den Anschein vermittelt, daß es nur Anhänger der einen (Steuersenkung) oder der anderen (Steuererhöhung) Seite gibt. Wie wäre es damit: Bürger fordern eine geringere Staatsquote, also weniger Staat: damit weniger Steuern und auch weniger Ausgaben. Und vor allem: die Schulden zu tilgen um sie nicht den kommenden Generationen aufzubürden. Es wäre doch nicht schlecht, wenn man vor diesem Hintergrund alles andere als das entlarvt, was es ist, nämlich ein Schattenboxen mit nur einem Verlierer: uns Bürger nämlich!
Die Vermögenssteuer hat es bis 1997 gegeben und ist bis dahin von den Verfassungsrichtern mehrmals für nicht verfassungskonform erklärt worden, obwohl das Vermögenssteuergesetz nach jedem Urteil geändert wurde.
Das Problem ist: Entweder ist der bürokratische Aufwand so hoch, daß von den Einnahmen kaum etwas bleibt oder die Verfassungsrichter erklären das jeweilige Vermögenssteuergesetz für nichtig, weil sie es für ungerecht halten.
Aber vielleicht können Sie ja einmal erläutern, wie ein verfassungsgemäßes Vermögensteuergesetz aussehen muss. Sicher haben Sie auf diesem Gebiet mehr Durchblick als alle anderen auf dieser Welt.
Die Frau Pfarrer und der Herr Pfarrer aus Thüringen wissen bestimmt am besten, wie man die lahmende Konjunktur in Gang bringt und Arbeitsplätze schafft. Ha, ha, ha!!
Und erstaunlich ist auch, das die SZ so viel geballte Inkompetenz zur Rechtfertigung ihrer Steuererhöhungsforderungen bemüht.
Natürlich wird wieder nicht mitgeteilt, dass in Schweden knapp 70% aller im arbeitsfähigen Alter dies auch dürfen und somit steuerpflichtig sind.... Zum Vergleich, im konservativen Hausfrauen und Ehegattensplitting Land sind es nur knapp 40%. Problem erkannt? Eben! Eine solche Teilzeit und Unternehmenskultur ist hier nicht durchsetzbar und somit auch nicht das schwedische Modell... Schaffe, schaffe...
Sie mögen in einer Hinsicht Recht haben: Man sollte den Namensgeber nicht aus der Pflicht und auch nicht aus der kollektiven Erinnerung bannen, indem man dieses "Werk" mit einer Abkürzung versieht.
Paging