Der Streit um den Steuerkurs der Union geht weiter: Rund 200 Abgeordnete von CDU und CSU sollen Volker Kauder in einem Brief aufgefordert haben, den Grundfreibetrag bereits zum 1. Januar 2009 anzuheben.
In der Union mehren sich die Forderungen nach einer schnellen steuerlichen Entlastung der Bürger. Laut einem Bericht der Bild fordern rund 200 Abgeordnete von CDU und CSU in einem Brief an Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU), den Steuer-Grundfreibetrag bereits zum 1. Januar 2009 anzuheben. Außerdem solle der Einkommensteuertarif jährlich an die Inflationsrate angepasst werden.
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Wirft Finanzminister Peer Steinbrück Unredlichkeit vor: CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer. (© Foto: dpa)
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"Immer größere Teile der Mittelschicht werden in eine armutsgefährdete Schicht heruntergezogen. Wir halten es vor diesem Hintergrund für unverzichtbar, dass noch zum 1.1.2009 der Grundfreibetrag heraufgesetzt wird und die Progressionsgrenzen inflationsindexiert werden", zitiert die Zeitung aus dem gemeinsamen Brief der Chefs von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerflügel, Michael Fuchs (CDU) und Gerald Weiß (CDU). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Steuersenkungen noch in dieser Legislaturperiode über ihren Regierungssprecher ablehnen lassen.
"Haushaltssanierung kein K.O-Argument"
Unterdessen hat CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer Kritik am Steuerkonzept der CSU zurückgewiesen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warf sie Unredlichkeit vor: "Der Bundesfinanzminister hat bislang wenig dazu beigetragen, die Haushaltskonsolidierung voranzutreiben. Trotz erheblicher Steuermehreinnahmen ist er dem schuldenfreien Bundeshaushalt nicht wirklich näher gekommen", sagte Haderthauer der Passauer Neuen Presse.
"Wenn Steinbrück die Haushaltssanierung jetzt als K.O.-Argument gegen Steuersenkungen verwendet, ist das nicht redlich", sagte Haderthauer und forderte, Steinbrück müsse bei neuen Ausgaben zurückhaltender sein als bisher. "Von 50 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen in den letzten beiden Jahren wurden 30 Milliarden für zusätzliche Ausgabenprogramme ausgegeben", sagte sie.
Die SPD suche doch lediglich nach Argumenten, um die Entlastung der Steuerzahler zu blockieren. 2012 werde der Staat fast 100 Milliarden Euro mehr einnehmen als in diesem Jahr. Dieses Geld müsse zumindest teilweise den Bürgern zurückgegeben werden, sagte Haderthauer.
Massive Probleme der Glaubwürdigkeit mit den Zielen des Steuerkonzepts hat die CSU bei den Bürgern. In einer repräsentativen Umfrage für die ARD-Talksendung "Hart aber fair" gaben 76 Prozent der Befragten an, die CSU fordere Steuersenkungen nur wegen der bayerischen Landtagswahl. Lediglich zehn Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, Steuersenkungen seien ein ernsthaftes Anliegen der CSU.
In der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap zeigte sich auch, dass die Bundesbürger bei der Entscheidung zwischen umfassenden Steuersenkungen und einem konsequenten Sparkurs geteilter Meinung sind.
So gaben 42 Prozent an, wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden sie eine Partei bevorzugen, die für umfassende Steuersenkungen eintritt. Ebenfalls 42 Prozent würden eine Partei bevorzugen, die sich für einen konsequenten Sparkurs einsetzt. Zwölf Prozent der Befragten waren in dieser Frage unentschieden. Infratest dimap befragte im Auftrag des WDR am 13. Mai 1000 Bürger.
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(ddp/AP/hai/bica)
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Aus Angst vor dem großen Erdrutsch bei der Landtagswahl werfen die Hubers, Haderthauers & Co. alle ihre Parolen von der Sparnotwendigkeit über Bord. Und die CDA?
Das wußte doch schon der alte Knorren Herbert Wehner: "Die CDA ist die soziale Badehose der CDU...."
Also, außer viel Wind ist da nichts dahinter;-)))
mal werden die Steuern erhöht, mal sollen sie gesenkt werden. Was soll der Unsinn ?
Die grundsätzlichen Probleme packen die demokratisch gewählten Volksverdummer nicht an:
Wichtigste Punkte: Unnötige Ausgaben vermeiden !!!!! (Schwarzbuch lesen, falls des Lesens kundig), steuerliche Ungerechtigkeiten abbauen (aber ohne daß gleich wieder Kapitalflucht einsetzt), endlich kapitalgedeckte Sozialversicherungen einführen (und die dort bisher betriebene Vermögens-Veruntreuung abstellen)
die Stimme des Gewissens - und aufrechte Demokraten...
Sehr löblich, dass sich nun auch in der Union die Kräfte endlich einmal zu Worte melden, die noch einigermassen Kontakt zur Basis, sprich zum deutschen Bundesbürger, haben.
Ich kann mir ohnehin schon lange nicht mehr vorstellen, dass man sich in der CDA und in der MIT über die allgemeine Entwicklung und den eingeschlagenen Wirtschaftskurs der vergangenen Jahre intern erfreut zeigt ...
Sind es doch gerade auch die "Christlichen Arbeitnehmer" und der "Mittelstand", die seit Jahren am eigenen Leibe spüren - wie es mit einem Grossteil unserer Gesellschaft nur noch bergab geht, weil Steuern und Preise endlos steigen und Einkommen sinken ...
Die "Christlichen Arbeitnehmer" von der CDA wie auch die "Mittelständler" von der MIT spüren dies doch an ihren eigenen Geldbeuteln - die einen können sich vom Lohn bzw. Gehalt kaum noch etwas leisten und die anderen merken es an sinkenden Umsätzen ...
... wie wenn man behauptet man spart aber in dem Moment immer noch weiter Schulden macht.
Solange man hier grundsätzlich nichts ändert wird das nix.