Weil die schwarz-gelbe Regierung in Baden-Württemberg Daten vermeintlicher Steuerbetrüger nicht kaufen will, hat sie jetzt eine Anzeige am Hals. Vorwurf: Strafvereitelung.
Die SPD geht jetzt auch juristisch gegen die schwarz-gelb geführte Landesregierung von Baden-Württemberg vor, weil diese die ihr angebotene CD mit den Daten von Steuersündern nicht kaufen will. Mit Rückendeckung der Bundestagsfraktion der SPD hat der baden-württembergische SPD-Landesgruppenchef, Christian Lange, am Dienstag Strafanzeige wegen Strafvereitelung im Amt gegen Ministerpräsident Stefan Mappus sowie gegen Justizminister Ulrich Goll (FDP) gestellt.
Diese Attrappe einer CD mit Schweizer Kontodaten, die ein Zuschauer Stefan Mappus (CDU) beim Rottweiler Narrensprung unter die Nase hielt, hat der baden-württembergische Ministerpraesident wohl nicht abgelehnt. Die echte CD hingegen schon. Dagegen hat die SPD nun eine Klage eingereicht. (© Foto: ddp)
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Für Lange ist erwiesen, dass Mappus und Goll mit ihrer Entscheidung, die Steuerdaten-CD nicht zu kaufen, ihre Kompetenzen überschritten hätten. Sie verhinderten damit, dass die 1748 mutmaßlichen Steuerbetrüger, deren Daten auf der CD gespeichert sind, strafrechtlich verfolgt werden könnten. Das sagte Lange an diesem Mittwoch in Berlin.
Ministerpräsident Mappus und Minister Goll hätten Zweifel geäußert, ob der Ankauf der Daten-CD rechtmäßig sei. Der Zweifel allein aber reiche als Begründung nicht aus, die Daten nicht für die Steuerfahndung zu nutzen. Sie könnten auch in einem möglichen Strafverfahren Verwendung finden. Deshalb sei die Weisung des Justizministers, nicht zu kaufen, rechtswidrig.
Lange erläuterte, Mappus sei offenbar "nicht Manns genug" den Anspruch des Staates, Steuervergehen zu verfolgen, gegen die FDP durchzusetzen. Die CDU im Land lasse sich von der FDP vorführen.
Im Stuttgarter Landtag prüft die Fraktion der SPD derzeit, ob die Landesregierung die vom Anbieter der CD zur Prüfung überlassenen Datensätze von 50 Steuerhinterziehern ebenfalls nicht verfolgt - und somit einen Rechtsbruch begangen habe. Sollte dies der Fall sein, werde auch dort über eine Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt nachgedacht.
Auf Bundesebene ist jetzt entschieden worden, die Steuerdaten-CD zu kaufen. Das hat eine Sitzung des Finanzausschusses am Vormittag ergeben. Auch in den meisten anderen Bundesländern haben die Landesregierungen grünes Licht zum Kauf gegeben.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Hartmut Koschyk (CSU), hatte erst vergangene Woche erklärt, er habe dem Finanzministerium in Stuttgart mitgeteilt, der Datenkauf sei in dem vorgetragenen Fall "rechtlich zulässig".
Der Landtag hatte anders entschieden
Thomas Oppermann, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, sagt, Steuer-Straftäter müssten verfolgt werden. Eine Regierung, die das unterlasse, "mache sich mit Steuerhinterziehern gemein". Es dürfe in Deutschland keine "Schutzzonen für Steuerhinterzieher geben".
Die Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag, Birgit Homburger, erklärt, die Strafanzeige "beunruhigt mich gar nicht". Homburger, die auch Landesvorsitzende der FDP in Baden-Württemberg ist, begründete die Entscheidung der Landesregierung damit, dass jede der angebotenen CDs "individuell zu bewerten ist". Der Staat könne nur kaufen, was "rechtsstaatlich einwandfrei ist".
Sie vertraue lieber auf eine Erneuerung des Doppelbesteuerungsabkommens mit der Schweiz, mit dem dann alle Steuersünder erfasst werden könnten.
Heikel für die Landesregierung: Anfang Februar bereits entschied der Landtag über einen Antrag der SPD, die CD zu kaufen. Der Landtag entschied sich in namentlicher Abstimmung mit Mehrheit dafür.
Die Regierung aber sah das anders.
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(sueddeutsche.de/vbe)
Reiseknigge: Türkei
...brauchen wir jetzt unbedingt ein Bundesministerium für Hehlerei, um dem ganzen Durcheinander mit angebotenen CD's etwas Struktur zu verleihen. Damit könnte man auch die Treffen unserer Beamten mit Verbrechern (im Ausland(!)) inklusive Übergabe von Millionen , gefälschter Pässe und Identitäten standardisieren.
Maus verklagt Katze ....................
Mal durchlesen....
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Deutschland-ist-ein-Steuerparadies-fuer-Superreiche/story/30957681
Zitat:
"Was ist eigentlich so schlimm daran, in dem Land, in dem man lebt, seine Steuern zu zahlen?"
Ich finde _eigentlich_ nichts schlimmes daran, wenn man die Infrastruktur seines Landes nutzt dies über einen persönlich _angemessenen_ finanziellen Beitrag zu bezahlen, vereinfacht ausgedrückt.
Das Problem liegt darin begründet, wie die Verantwortlichen mit unserem Geld umgehen. Welche Regelungen und Gesetze sie (angeblich in unserem Namen) durchdrücken, dabei aber von Lobbyisten geschmiert und geleitet wurden. Ganz allgemein wie der Bürger behandelt wird, nämlich als Zahlvieh welches nahezu keine Möglichkeiten hat dem Schicksal zu entrinnen.
Beispiele dazu spare ich mir jetzt, das "Schwarzbuch" des Steuerzahlerbundes bietet genügend abschreckende Beispiele.
Und jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit "ändere was, geh in eine Partei und engagiere dich!", so einen Haufen verbohrter Kindsköpfe die auf die eigenen Pfründe schielen hab ich noch nie gesehen, egal bei welcher Coleur. Das geht schon auf Ortsverbands- bzw. Kreisebene los, und ich will morgens weiterhin in den Spiegel schauen können.
Deshalb habe ich auch Verständnis für die Friseuse die abends noch "schwarz" zwei oder drei Personen die Haare schneidet, oder den Handwerksmeister bzw. Gesellen, der ein Bad fliesst, Wohnung streicht oder die Elektroinstallation beim Bruder eines Freundes macht, um z.B. mit der Familie in Urlaub zu fahren, bei seit Jahren sinkenden Reallöhnen.
Kein Verständnis habe ich hingegen für Personen, die von mickrigen 1,5%-2% Zinsen p.A für ihr Vermögen gut-sehr gut leben könnten, aber trotzdem mit Tricksereien und Geschrei nach mehr Rendite immer mehr zusammenraffen wollen und auf ihre finanzielle Beteiligung an der Gemeinschaft einen Dreck geben.
Die Zeiten sind vorbei, in denen die Politiker ihre Macht ausnutzen konnten, um ihre "Freunde" zu beschützen.
Paging