Von Daniel Brössler, Masar-i-Scharif

Ein getöteter Soldat, neun Verletzte: Trotz des Anschlags auf die Bundeswehr will Außenminister Steinmeier Afghanistan nicht "in der Steinzeit zurücklassen".

Das letzte Interview geht an Radio Andernach. Bevor Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf dem Flughafen von Masar-i-Scharif die Transall besteigt, steht er dem Reporter des Bundeswehrsenders Rede und Antwort.

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Auf dem Flughafen in Masar-i-Scharif: Außenminister Steinmeier mit Brigadegeneral Jörg Vollmer (rechts), dem ISAF-Regionalkommandeur Nord. (© Foto: ddp)

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Was als mutmachende Geste gedacht war, ist zum Kondolenzbesuch geworden. Anschläge auf die Bundeswehr begleiten den 25-stündigen Aufenthalt Steinmeiers in Afghanistan, ein Soldat kam ums Leben.

In Masar-i-Sharif besucht Steinmeier zwei Soldaten, die einen Anschlag verwundet überlebt haben. "Keiner von ihnen will, dass wir dieses Land in der Steinzeit zurücklassen," sagt Steinmeier.

Der Tod des Soldaten stehe "in Widerspruch zu allem, was die Mehrheit der Afghanen will", hatte der Minister zuvor den versammelten Männern und Frauen des 19. Einsatzkontingents nach einer Schweigeminute im Flughafenhangar gesagt.

Nicht die Soldaten muss er überzeugen, sondern die Deutschen

Nicht sie muss er vom Einsatz überzeugen, das weiß Steinmeier, sondern die Öffentlichkeit zu Hause. Eher an diese gerichtet sagt Steinmeier: "Nie wieder darf Afghanistan Hort des internationalen Terrorismus werden."

Er zählt die Terroranschläge auf, die den Westen in den vergangen Jahren erschüttert haben, nicht nur den 11. September, sondern auch die Anschläge in Madrid oder auf Djerba. Viele Deutsche seien dem Terror zum Opfer gefallen, erklärt der Kanzlerkandidat und es klingt ganz nach einem Satz, den der SPD-Mann Peter Struck einst als Verteidigungsminister gesagt hatte: Die Sicherheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt.

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(sueddeutsche.de/liv/bavo)