Höflichkeiten beim Antrittsbesuch: Die neue US-Außenministerin Clinton lobt Deutschlands Rolle in Afghanistan, während Steinmeier auf neue Impulse für das transatlantische Verhältnis hofft.
Die USA setzen bei der Befriedung Afghanistans auch auf Hilfe aus Deutschland. Das machte die neue US-Außenministerin Hillary Clinton nach ihrer ersten Begegnung mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) deutlich. "Ich habe meine Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht für alles das, was Deutschland für die Menschen in Afghanistan getan hat", sagte sie.
Bild vergrößern
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit der neuen US-Außenministerin Clinton. (© Foto: AP)
Anzeige
Für die von US-Präsident Barack Obama angekündigten Bemühungen sei die Hilfe der Alliierten nötig. Die Ministerin ließ offen, ob sie die Entsendung weiterer deutscher Truppen nach Afghanistan wünsche, sagte aber, man werde sich mit den Verbündeten zusammensetzen. Sie dankte Steinmeier für "konstruktive Ratschläge, was möglich ist". Steinmeier ging nicht näher auf das Thema ein. Ohnehin ist klar, dass in der Frage einer Aufstockung des deutschen Kontingents am Hindukusch bis zur Bundestagswahl nicht allzu geschehen dürfte.
Ein weiteres Thema war das iranische Atomprogramm. Wenn die Islamische Republik den Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht nachkomme, "muss es Konsequenzen geben", sagte Clinton. Die Ministerin betonte, Teheran rufe seit einiger Zeit aus einer ganzen Reihe von Gründen Besorgnis hervor. Die neue US-Regierung ziehe derzeit Bilanz und werde sich bei künftigen Maßnahmen auf engere Beziehungen zu seinen Partnern stützen.
Steinmeier betonte, von der neuen Regierung in Washington erhoffe er sich neue Impulse für die transatlantischen Beziehungen. Diese Beziehungen "müssen leben, und wir müssen sie mit neuem Leben erfüllen", sagte der Minister. Für konkrete Bitten an die Partner beim Gefangenenlager Guantanamo, dessen Schließung Obama angeordnet hat, sei es zu früh, betonte Clinton. "Wir werden uns mit den Anfragen beschäftigen und sie prüfen, wenn sie vorliegen", sagte dazu Steinmeier. In einem offenen Brief an Obama hatte er die grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, Gefangene aus dem Lager aufzunehmen.
Nach dem Regierungswechsel in den USA hatten europäische Politiker auf einen raschen Neuanfang gesetzt. Nur wenige Tage nach der Vereidigung der neuen Außenministerin traf am Dienstag auch der Außenminister aus Großbritannien zum Antrittsbesuch in Washington ein. Die Treffen mit David Miliband und Frank-Walter Steinmeier waren Clintons erste persönliche Begegnungen mit engen europäischen Verbündeten als Außenministerin.
Er sei froh, dass das erste Treffen so zügig zustande gekommen sei, sagte Steinmeier zu Beginn seines eintägigen Washington-Besuchs. Mit der Zusammenkunft bereits in den ersten Tagen der Amtszeit Clintons wollte er auch seine hohen Erwartungen an die neue US-Außenministerin zum Ausdruck bringen. "Vieles wird einfacher, anders und besser werden", sagte er.
Mit Clinton fand zunächst ein Mittagessen im kleinen Kreis statt. Im Anschluss daran begannen die formellen politischen Gespräche. Im Gespräch mit mehreren US-Senatoren warb Steinmeier nach Angaben aus Delegationskreisen für "mutige Abrüstungsschritte der USA" und warnte angesichts der Weltwirtschaftskrise vor "protektionistischen Reflexen".
Kritisch äußerte sich der SPD-Politiker im Gespräch mit Journalisten über die Wahrnehmung der neuen US-Regierung in Deutschland. "Die Diskussion in Deutschland ist zu ängstlich verengt auf die Frage, ob die neue Administration mehr Soldaten für Afghanistan anfordern wird", sagte er. Ihm liege daran, "dass wir ohne naive Euphorie Chancen bewerten". In vielen Bereichen würden sich diese jetzt eröffnen. Das gelte zum Beispiel für Abrüstungsfragen, für den Kampf gegen den Klimawandel oder für das Thema Energiesicherheit. "Die internationale Agenda ist im Augenblick dicht gedrängt", sagte Steinmeier. Umso wichtiger sei es, "schnell in die Kooperation mit der neuen amerikanischen Regierung einzusteigen".
Derweil wurde bekannt, dass Clintons erste Auslandsreise nicht nach Europa, sondern nach Asien führen wird. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN plant die ehemalige First Lady für Mitte Februar Besuche in Japan, China und Südkorea. Steinmeier lud Clinton jedoch auch zu einem baldigen Besuch in Deutschland ein. Am Wochenende ist der neue US-Vizepräsident Joe Biden erstmals in Europa zu Gast, bei der Sicherheitskonferenz in München. Obama wird dann Anfang April in Europa erwartet, zunächst beim Weltfinanzgipfel in London und dann beim Nato-Jubiläumsgipfel auch in Deutschland.
- Thema
- Barack Obama RSS
- Steinmeier besucht Clinton Neuer Anlauf für die Abrüstung 02.02.2009
- Welthandel An der Grenze halt! 04.02.2009
- Neuer US-Präsident Obama Deutsche Hoffnungen 20.01.2009
- Sicherheitskonferenz US-Vizepräsident Biden kommt nach München 28.01.2009
- Barack Obama und Hamid Karsai Angespannte Annäherung 13.05.2010
- Politik kompakt Angriff auf die Kirche "aus dem Innern" 11.05.2010
- Nach Anschlag in New York 48 Stunden freies Verhör 10.05.2010
(SZ vom 4.2.2009/jkr)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier tut das, was seines Amtes ist: er bemüht sich um außenpolitische Kontakte. Es ist zu begrüßen, dass er jetzt - nach vertanen acht Jahren der George W. Bush-Ära - die Beziehungen zu den USA neu beleben will. Und es ist Zeit, dass der peinliche Eindruck der Anbiederei durch Frau Merkel beseitigt wird, als diese der damaligen deutschen Regierung und dem ganzen deutschen Volk in der Washington Post gegenüber George W. Bush in der Irak-Kriegfrage in den Rücken fiel. Amerikaner haben üblicherweise kein Verständnis dafür, wenn ein Amerikaner einen gewählten amerikanischen Präsidenten im Ausland anzuschwärzen versucht. Für so etwas hat jeder normale Amerikaner üblicherweise nur Verachtung übrig.
"Bitte gehen Sie doch in den Kindergarten. Da kann man auch daherprabbeln ohne dass jemand was dagegen sagt."
Darauf habe ich sie schon in den vergangenen Tagen hingewiesen: Sie sollten sich den Hinweis sparen, dass jemand anderes besser nachdenken sollte. Sie sind derjenige, der auf scharfe Kritik immer ausfallen reagiert.
Den Krieg zu kritisieren halte ich für eine gute Idee. Ich bin der letzte, der einseitig Partei ergreift, wie sie aus meinen Kommentaren entnehmen können. Den Krieg verurteile ich aufs allerschärfste, sowohl von Seiten der Hamas, als auch von israelischer Sicht, wobei ich auf dieser Seite eher die Siedlungspolitik in den Westbanks (sic!), als auch die rechte Polarisierung verwerflich finde.
Die deutsche Einmischung in diversen Konflikten auf amerikanischer Seite genauso wie die SiKo wiedert mich einfach nur an.
""Holocausleugner"" kann ich leider nicht zurücknehmen, hier wieder mit dem Verweis auf ihre Kommentare zu diversen Themen um die Piusbrüder, genausowenig wie "Dialogunfähigkeit", die sie hier wieder exemplarisch statuiert haben.
Vielen Dank für Ihren Hinweis kurikolla,
und Sie lieber Baldung unterlassen bitte solcher herabwürdigenden Bezeichnungen! Wenn Sie etwas zu kritisieren haben, dann tun Sie das auch, aber glauben Sie nicht mit sinnlosen Angriffen Aufmerksamkeit zu erlangen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
Ich erwarte von der Süddeutschen Zeitung, dass sie immer und in jedem Falle darauf achtet, dass die Regeln, die die SZ für User des Leserforums aufgestellt hat, eingehalten werden. Im Falle der Papst-Kritik von Frau Merkel wurden unzählige Beiträge nicht veröffentlicht. Im Falle von "Baldung 13:03:51" lassen Sie übelste Verunglimpfungen gegen den deutschen Außenminister unzensiert. Ich habe bereits um13:27:10 auf den Kommentar von Baldung aufmerksam gemacht. Die Redaktuere der SZ haben aber bis jetzt nicht reagiert! Oder muss ich erst ein Schimpfwort in meinen Kommentar einbauen, damit von Seiten der SZ per Computer reagiert wird?
Und wieder einmal beweisen sie ihre rechtsextreme Gesinnung und Dialogunfähigkeit. Dass ihnen als alten Holocaustleugner (siehe andere Forenbeiträge) die Person von Präsident Mahmud Amadinedschad und sein Krieg mit dem Knüppel Hamas gegen Israel gefallen war genauso klar, als wie sie gegen einen "linken" Politiker Begriffe wie den in ihrem ersten Beitrag benutzen müssen.
Was mich aber interessieren würde:
Wenn nun in Israel jemand an die Macht kommt, der genauso rechts ist wie sie, müssten sie diesen doch favorisieren.
Wenn dieser Jemand aber den militärischen Druck auf die Hamas aber erhöhen wird und von der Siedlungsauflösung in den Westbanks nichts mehr wissen will... was dann? Wird ihre schizophrene Meinung dann mit sich selbst kollidieren?
Netanyahu und Lieberman lassen grüßen.
Paging