Die Polizeigewerkschaft schlägt Alarm: Die Zahl der Gewalttaten sei "besorgniserregend". Alkohol spielt dabei ein zentrale Rolle.
Die Polizeigewerkschaft registriert in Deutschland immer mehr Gewalttaten. Besonders die Zahl gefährlicher und schwerer Körperverletzungen sei weiter gestiegen, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Konrad Freiberg, der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Die Polizeigewerkschaft schlägt Alarm: In Deutschland gibt es immer mehr Gewalttaten. (© Foto: ddp)
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Die wachsende Gewaltbereitschaft sei Ausdruck eines "erschreckenden Verfalls von Werten in einer Gesellschaft, in der oben und unten immer weiter auseinander driften".
Die Forderung von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) nach einer konsequenteren Strafverfolgung hält Freiberg als Reaktion zwar für richtig, "gleichzeitig müssen aber die Ursachen der Gewalt beseitigt werden, an erster Stelle die Defizite in der Erziehung und an den Schulen".
Alkohol spiele bei Gewaltdelikten eine zentrale Rolle, sagte Freiberg weiter. Für Straftaten Jugendlicher gelte das noch verstärkt. Für Straftaten Jugendlicher gelte das verstärkt, weil sie unerfahren im Umgang mit Alkohol seien und ihre Grenzen im Rausch oft verkennen würden. Auch Polizisten gerieten immer öfter ins Visier: "Die Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nehmen drastisch zu."
Ein generelles Alkoholverbot für Minderjährige halte er aber nicht für zielführend. "Wir sollten zunächst die bestehenden Gesetze konsequent durchsetzen."
(AFP)
Die Ärzte in München
Also - der Analyse stimme ich zu - nichts Neues. Der Schlussfolgerung nicht. Die Globalisierung ist keine Entscheidung deutscher Politiker, sie ist da wirkt fort ob sie irgend jemand in Deutschland will oder nicht.
Auch die Macht der international operierenden Konzerne ist nichts Neues. darüber hat man schon in den 70er Jahren geklagt und niemand wusste ein Gegenmittel.
Mir schmeckt die Senkung der Steuern für die Industrie auch nicht. Ich weiß aber keine Gegenargumente gegen die Argumentation Herrn Steinbrücks: Wir stehen in einer neuen Art von Konkurrenz. Die hat kein Politiker herbeigeführt und diese Konkurrenz war auch schon lange absehbar. In den 70er Jahren wurde beklagt, wie sich Städte im Konkurrenzkampf um Industrieansiedlungen ruinieren. Das Ganze findet jetzt ein paar Etagen höher statt.
Wir leben in einer Phase der wirtschaftlichen Entwicklung, die wieder in Abhängigkeitsverhältnisse führt, die wir für immer überwunden glaubten. Neue Abhängigkeitsformen sind jede Menge am Horizont oder schon da: Von der Patentierung des Menschen (Gene), nicht keimfähiges Saatgut (Santos und Co), Arbeitnehmer, die anbieten für weniger Geld zu arbeiten, und dann doch ihren Arbeitsplatz verlieren.
Über Politiker schimpfen ist ein verständlicher Reflex, gibt aber nur Auskunft darüber, wie sehr sich der-/diejenige in Abhängigkeit zu den Politikern begibt. Auf Politiker schimpfen ist zu einfach. Jede Gesellschaft hat die Politiker die es verdient.
Tja - eine Lösung weiß ich momentan auch nicht, Superman gibt es nicht, die Politiker sind nicht besser als ihre Wähler - also: Jeder soll seine eigene Verantwortung wahrnehmen, sich selber einsetzen in seinem Bereich - nur so kann etwas Neues als Antwort entstehen.
Muss ja nicht ein Widerspruch sein. Denn Eltern, die - aus unten genannten Gründen (beide müssen arbeiten) - keine Zeit mehr finden ihre Kinder zu erziehen, können ihnen weder Werte vorleben noch mitgeben. Zumindest nicht jene, denen es bedürfte. Die Verdreifachung der Krippenplätze dürfte diese Tendenz noch verstärken.
Eine Konsequenz haben viele potentielle Eltern in D schon gezogen: Sie setzen keine Kinder merh in die Welt. Wer will / kann noch Geld in die dringend benötigte Bildung seines Nachwuchses investieren, wenn nicht mal seine eigene Zukunft mehr planbar ist?
Kann nich nur sagen Quatsch. alles in einen Topf schmeissen und jeder wird schon darin was finden was er auch denkt was es sein könnte als Ursache.
Umbrüche hat es schon immer gegeben und wird es immer geben.
Menschen müssen erzogen werden und sie werden nichr mehr erzogen. Die Schule, die Gesellschaft das gesamte Parteriensystem lebt nicht vor, hat keinen Inhalt und zieht keine Grenzen.
Kein junger Hund wird so unvollkommen erzogen wie junge Menschen in das leben gelassen werden und erst später mit Richtlinien, Geboten und Verboten meist mit Geld, mit der Realität konfrontiert werden. Dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass eine Verwahrlosung der Sitten und der Inhalte des Verhaltens auftreten.
Das Leben ist Kampf und harte Arbeit an sich selbst und seinen Erfolg.
Wer keine Disziplin, Akzeptanz des anderen, Regeln und Rücksichtnahme auf Gemeinschaft und den Nächsten anerzogen bekommen hat, der kann es im Verhalten auch nichtt zeigen.
"Spaass"gesellschaft, vertürkung der Sprache, Jugendgangs, Unfähigkeit auch harte Strafen bei Ungehorsam schon im Entstehen auszusprechen usw. sind Ausdruck der Sinnkrise dieser Gesellschaft und der bundesdeustchen Pädagogik im allgemeinen.
Wo es kein Oben und kein Unten gibt, haben wir das was sich immer mehr herauskristallisiert, das diese Demokratie nicht die Zukunft sein kann, oder doch?
Ich ehrlich gesagt fange langsam an daran zu zweifeln.
Ihrem Beitrag kann ich in vollem Umfang zustimmen . Hervorheben möchte ich noch folgendes : Globalisierung bedeutet letztlich nur , dass die sogenannte frei Marktwirtschaft zunehmend die gesamte Weltbevölkerung erfasst . Die seit den Wirtschaftswunderzeiten eingebürgerte Wortverbindung "freie Marktwirtschaft" fungiert als verbal-kosmetische Verharmlosung des zugrunde liegenden Systems , nämlich der "freien" Kapitalverwertung .
Inzwischen ist Millionen von diesem System beglückten Menschen bewußt geworden , dass sie darin nur Rechnungsposten , genauer : Kostenfaktoren sind . Und Kosten müssen wegen "der Konkurrenz" verringert werden ...
Ein "tolles" System , in dem Menschen "überflüssig" sind oder zu werden drohen oder - wie die Jugend - mit der Drohung aufwachsen , allenfalls ein "Arbeitsplätzchen" auf Zeit zu bekommen . Wie anders als mit wachsender Wut sollten diese Menschen das Gelabere der Politiker vom "Verfall der Werte" aufnehmen ?!!
Dies ist auch meine Beobachtung außerhalb des Kriminalität-Milieus. Ich habe in dem letzten halben Jahr mehr aggressive Akte von ganz normalen Bürgern anderen gegenüber erlebt als in den 20 Jahren davor.
Das ist natürlich als Einzelfall nicht unbedingt signifikant, aber mich würde es schon interessieren, ob auch andere Mitbürger in der Zivilisationsstufe des druchschnittlichen SZ-Leser dieses ebenfalls gehäuft erlebten.
Paging